Künstlerinnenpreis des Landes 2011 verliehen

15. Oktober 2011

Ministerin Schäfer: Performancekünstlerinnen Ulrike Rosenbach und Agnes Meyer-Brandis erhalten Künstlerinnenpreis des Landes 2011

Die Künstlerinnen Ulrike Rosenbach und Agnes Meyer-Brandis erhalten den 16. Künstlerinnenpreis Nordrhein-Westfalen, der in diesem Jahr in der interdisziplinären Kunstform Performance ausgeschrieben wurde.

Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport und das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilen mit:

Die Künstlerinnen Ulrike Rosenbach und Agnes Meyer-Brandis erhalten den 16. Künstlerinnenpreis Nordrhein-Westfalen, der in diesem Jahr in der interdisziplinären Kunstform Performance ausgeschrieben wurde. „Ulrike Rosenbach gilt als die Pionierin der feministischen Performance in Deutschland. Ihre symbolgeladenen, eindringlichen, oft archaisch anmutenden Aktionen gaben der Performancekunst wichtige Impulse“, sagte Kulturministerin Ute Schäfer heute in Düsseldorf. „Mit der Aus­schreibung für Performance prämieren wir erstmals eine interdisziplinäre Kunstform. Damit wird der Preis für Künstlerinnen geöffnet, die genre­überschreitend arbeiten“, so Schäfer. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis würdigt das Lebenswerk der Performancekünstlerin.

„Ich freue mich, dass mit Ulrike Rosenbach eine Künstlerin den Preis erhält, die als eine der ersten Künstlerinnen in den 70er Jahren die Rolle der Frau thematisiert, mit ihrer Kunst Kritik am althergebrachten Weiblichkeitsbild geübt und dem ein neues Selbstverständnis aus feministischer Sicht gegenüber gestellt hat. Zudem hat sie sich immer aktiv für die Gleichberechtigung von Künstlerinnen im internationalen Kunstbetrieb eingesetzt“, ergänzt Ministerin Barbara Steffens.

Durch den Einsatz von Live-Kameras bzw. Videoeinspielungen verlieh Ulrike Rosenbach ihren Performances eine damals völlig neue Bild­sprache. Ulrike Rosenbach stellte dabei tradierte Rollenbilder in Frage und brach mit idealisierten, klassischen Vorbildern. Dabei war ihr eigener Körper wichtigstes Ausdrucksmittel. Die Jury unter dem Vorsitz der Künstlerin Lili Fischer wählte die ehemalige Beuys-Schülerin Ulrike Rosenbach einstimmig zur diesjährigen Hauptpreisträgerin.

Der Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro geht an die 1973 in Aachen geborene und derzeit in Berlin lebende Künstlerin Agnes Meyer-Brandis. Die Jury war sich einig darüber, dass ihr Grenzgang zwischen Wissen­schaft und Kunst, Realität und Fiktion einen überraschend innovativen Ansatz in der Performancekunst darstellt und von großer Eigenstän­digkeit zeugt. Bei ihren inszenierten Untersuchungen physikalischer Zusammenhänge vor Ort erschafft Agnes Meyer-Brandis eine künstliche Pseudowissenschaft. Zu ihren Forschungszwecken begibt sie sich an kuriose, aber in ihrer Logik folgerichtige Orte wie z. B. auf Gletscher, Krater, Schlittschuh- und Achterbahnen oder Raketenabschussbasen und erfindet damit eine ironisch-hintersinnige Art von Aktionskunst.

Der Künstlerinnenpreis wird alljährlich vom Land in einer anderen Sparte vergeben. Seit 1996 sind bereits folgende Bereiche thematisiert worden: Neue Medien, Drama, Komposition, Keramikkunst, Filmregie, Literatur, Fotografie, Popularmusik, Bildhauerei, Kamera, Illustration, Theaterregie, Choreographie, Malerische Positionen, Baukunst.

Kulturministerin Ute Schäfer hat die Preise heute (15. Oktober 2011) im Rahmen einer Feierstunde im Museum Schloss Moyland überreicht.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, Telefon 0211 837-2417 oder an die Pressestelle des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Telefon 0211 8618-4246.

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