Gesundheit: Übergewicht schon im Kindesalter vorbeugen

1. Juni 2011

Ministerin Schäfer, Ministerin Steffens und Minister Remmel: Übergewicht schon im Kindesalter vorbeugen / Projekt „Anerkannter Bewegungskindergarten mit dem Pluspunkt Ernährung“ wird fortgeführt

Das NRW-Projekt „Anerkannter Bewegungskindergarten mit dem Plus­punkt Ernährung“ hat laut einer Evaluierung der Sporthochschule Köln dazu geführt, den Alltag für Kinder in neunzig Prozent der am Projekt beteiligten Kindertageseinrichtungen deutlich gesundheitsförderlicher zu gestalten: So hat sich zum Beispiel gezeigt, dass neben einer Stärkung der Bewegungsfreude das Nahrungsmittelangebot eindeutig im Hinblick auf mehr frisches Obst und Gemüse und weniger Süßigkeiten ver­bessert hat. Dieses Ergebnis hat die Kooperationspartner in ihrem Beschluss bestärkt, aus dem befristeten Projekt „Anerkannter Bewe­gungskindergarten mit Pluspunkt Ernährung“ ein reguläres Angebot zu gestalten.

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport und das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilen mit:

Das NRW-Projekt „Anerkannter Bewegungskindergarten mit dem Plus­punkt Ernährung“ hat laut einer Evaluierung der Sporthochschule Köln dazu geführt, den Alltag für Kinder in neunzig Prozent der am Projekt beteiligten Kindertageseinrichtungen deutlich gesundheitsförderlicher zu gestalten: So hat sich zum Beispiel gezeigt, dass neben einer Stärkung der Bewegungsfreude das Nahrungsmittelangebot eindeutig im Hinblick auf mehr frisches Obst und Gemüse und weniger Süßigkeiten ver­bessert hat. Dieses Ergebnis hat die Kooperationspartner in ihrem Beschluss bestärkt, aus dem befristeten Projekt „Anerkannter Bewe­gungskindergarten mit Pluspunkt Ernährung“ ein reguläres Angebot zu gestalten.
„Die Finanzierung ist zunächst bis zum Jahr 2014 gesichert“, erklärte Verbraucherschutzminister Johannes Remmel. „Wir tragen mit unserem Angebot dazu bei, dem Übergewicht im Kindesalter frühzeitig vorzu­beugen und mehr Bewegung und gesunde Ernährung spielerisch in der Lebenswelt von Kindern zu etablieren. Unser Konzept, diesen vorbeu­genden Ansatz durch konsequente Beratung und Schulung von Kita-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu erreichen, geht auf.“

Das Projekt „Anerkannter Bewegungskindergarten mit dem Pluspunkt Ernährung“ ist eine gemeinsame Initiative der drei nordrhein-westfä­lischen Ministerien für Verbraucherschutz, Familie und Sport sowie Gesundheit, des Landessportbunds mit seiner Sportjugend Nordrhein-Westfalen und der Gesetzlichen Krankenkassen in NRW. Das Konzept beinhaltet das Kita-Personal in den Bereichen Ernährung und Bewe­gung fortzubilden und zu qualifizieren. Nach erfolgreichem Abschluss erwirbt die Kita das Zertifikat „Anerkannter Bewegungskindergarten mit dem Pluspunkt Ernährung“. Geeignete Räumlichkeiten, regelmäßige Info-Veranstaltungen für Eltern und die Kooperation mit einem orts­ansässigen Sportverein sind neben der Ausbildung ebenfalls Voraus­setzung für eine Zertifizierung. Zielgruppe sind in erster Linie Kinder­tagesstätten aus ökonomisch, ökologisch und sozial benachteiligten Stadtteilen, die auf ihrem Weg zu einer „gesunden Kindertagesein­richtung“ unterstützt werden sollen.

Familien- und Sportministerin Schäfer: „Wir haben uns ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Wir wollen jedes Jahr bis zu 45 der vom Landessportbund schon teilzertifizierten ‚Anerkannten Bewegungskindergärten’ zusätzlich mit dem ‚Pluspunkt Ernährung’ aus­zeichnen und Kinder frühzeitig für gesunde Ernährung begeistern. Das ist auch dringend notwendig, denn die Zahl übergewichtiger Kinder ist auch in Nordrhein-Westfalen alarmierend: 11,2 Prozent unserer Schul­anfänger sind zu dick, fast die Hälfte davon bereits fettsüchtig. Die Gründe liegen im täglichen Bewegungsmangel und bei falschen Ernährungsgewohnheiten.“

„Alle verfügbaren Daten zeigen, dass soziale Benachteiligungen in hohem Maße mit gesundheitlichen Belastungen verbunden sind“, so Gesundheitsministerin Barbara Steffens. “Deshalb ist die frühe Präven­tion entscheidend. Tägliche angeleitete, offene Bewegungsangebote und Anleitungen zu einem gesunden Essverhalten sind besonders wichtig. In den ‚Anerkannten Bewegungskindergärten mit dem Plus­punkt Ernährung’ sind sie selbstverständlicher Teil des Erlebnisalltags und tragen so zur Gesundheitskompetenz der Kinder bei.“
Die Träger des Angebotes – der Landessportbund/Sportjugend NRW und die Gesetzlichen Krankenkassen in NRW – sorgen mit ihren Struk­turen und ihrer Fachkompetenz für die Qualifizierung und jährliche Qualitätsüberprüfung der Kitas. Walter Schneeloch, Präsident des Landessportbundes (LSB) NRW: „Über die Beraterstruktur des LSB NRW können wir die Kindertageseinrichtungen zielgerichtet und direkt ansprechen. Basis sind unsere zurzeit 430 ‚Anerkannten Bewegungs­kindergärten des LSB NRW’ in 54 Stadt- und Kreissportbünden. Durch unsere 25 Koordinierungsstellen und die dort angegliederten Berater und Beraterinnen werden Kitas und Sportvereine informiert, motiviert und beraten für den Erwerb des Pluspunktes Ernährung.“

„Die Prävention von Übergewicht gerade in Kindergärten ist ein wesent­licher Beitrag zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und eine wichtige Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft“, so Hans-Jürgen Fries, Abteilungsdirektor der Abteilung Kranken- und Pflegeversicherung der Knappschaft. Die Knappschaft hat dieses Jahr die Federführung der Gesetzlichen Krankenkassen in NRW beim Projekt Bewegungskinder­garten. „Deshalb ist es richtig, dass die gesetzlichen Krankenkassen in NRW sich gemeinsam engagieren und für die Schulungen zum ‚Plus­punkt Ernährung’ ein landesweit arbeitendes Ernährungsfachkräfteteam bereitstellen und koordinieren.“

Bisher wurden 44 Kitas in Stadtteilen mit besonderem Förderungsbedarf in folgenden Kreisen/kreisfreien Städten Nordrhein-Westfalens zertifiziert: Duisburg, Düsseldorf, Euskirchen, Wassenberg, Köln-Mülheim, Leverkusen-Rheindorf, Waldbröl, Attendorn, Bergheim, Löhne, Neunkirchen, Unna, Nettetal-Lobberich, Moers, Bottrop, Espelkamp, Mönchengladbach, St. Augustin, Remscheid, Bielefeld, Krefeld, Lengerich, Gelsenkirchen, Arnsberg, Gronau, Bergisch Gladbach, Dortmund, Oberhausen, Essen, Datteln, Solingen, Paderborn, Lemgo, Werl, Emmerich, Hamm, Bochum, Aachen, Gütersloh, Ahlen, Bonn, Wuppertal, Hagen.

Insgesamt fließen pro Jahr 160.000 Euro in das Angebot „Anerkannter Bewegungskindergarten mit dem Pluspunkt Ernährung“. Die Landesregierung stellt davon 60.000 Euro zur Verfügung, die gesetzlichen Krankenkassen ebenfalls 60.000 Euro und der Landessportbund/Sport­jugend NRW 40.000 Euro.

In der von 2007 bis 2010 laufenden Pilotprojektphase wurden 230 Er­zieher und Erzieherinnen speziell in den Themenfeldern Bewegungs­erziehung und Ernährung geschult. Mindestens 4000 Kinder und Eltern haben bisher davon profitiert. Zukünftig sollen pro Jahr bis zu 45 neue Kindertagesstätten und Sportvereine hinzugewonnen, und damit rund 160 Erzieher und Erzieherinnen fortgebildet werden. Interessierte Kindertageseinrichtungen sind eingeladen, sich um eine Teilnahme zu bewerben.

Kontakt:
Landeskoordination in der Sportjugend NRW
Angela Buchwald-Röser
Friedrich Alfred Str. 25
47055 Duisburg
E-Mail: angela.buchwald-roeser@lsb-nrw.de
Tel. 0203-7381-953

Landeskoordination der der gesetzlichen Krankenkassen:
Vanessa Drösser
Vereinigte IKK
Theodor Heuss Platz 5-7
41747 Viersen
E-Mail: vanessa.droesser@vereinigte-ikk.de
Tel. 01880-455 6958

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Telefon 0211 4566-719 (Wilhelm Deitermann), an die Pressestelle des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, Telefon 0211 837-2417 oder an die Pressestelle des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Telefon 0211 8618-4246.

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