Attendorn: Richtfest für Erweiterungsbau der Justizvollzugsanstalt

30. April 2010

Ministerin Roswitha Müller-Piepenkötter: Justizvollzug in Nordrhein-Westfalen "wieder der Zeit voraus" - Richtfest für den Erweiterungsbau der Justizvollzugsanstalt Attendorn

Attendorn hat das Richtfest für den Erweiterungsbau der Justizvollzugsanstalt gefeiert. Mit Inbetriebnahme des neuen Gebäudes stehen 120 neue Haftplätze im geschlossenen Vollzug zur Ver­fügung.

Das Justizministerium teilt mit:

Der Justizvollzug in Nordrhein-Westfalen hat nach den Worten von Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter in den vergangenen fünf Jahren viele Fortschritte verzeichnet. "Wir sind im nordrhein-west­fälischen Vollzug der Zeit wieder voraus, nachdem dort bis 2005 zu viele Uhren zu lange still gestanden haben", sagte die Ministerin in Attendorn. Hier wurde heute (Freitag, 30. April 2010) das Richtfest für den Erwei­terungsbau der JVA gefeiert.

Die Ministerin unterstrich, neben dem Personalzuwachs in den 36 Voll­zugsanstalten des Landes habe sie im Jahr 2007 die Initiative zu einer gezielten Gesundheitsförderung der Vollzugsbediensteten ergriffen. Inzwischen verfügten alle Anstalten über den Leitfaden „Gesundes Arbeiten im Justizvollzug Nordrhein-Westfalen“. In jeder Anstalt würden mit professioneller Unterstützung die besonderen Begebenheiten vor Ort analysiert und ein wirksames Maßnahmenpaket ausgearbeitet.

"Seit meinem Amtsantritt unternehmen wir alle denkbaren Anstren­gungen, um gewalttätige Übergriffe von Gefangenen zu unterbinden", sagte die Ministerin weiter. Der Kriminologische Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen habe mit seiner Studie "Gewalt unter Gefangenen" wichtige Einblicke zur Gewaltprävention geliefert. Diese Erkenntnisse und die darauf basierenden "Leitsätze zur Gewaltprävention" hätten dazu geführt, dass die Zahl der gewalttätigen Übergriffe deutlich ge­sunken sei.
Eine weitere Neuerung ihrer Amtszeit sei die individuelle Versorgung und Behandlung psychisch auffälliger Gefangener. Diese schwierige Klientel bedürfe einer intensiven Betreuung und stelle die Bediensteten täglich vor neue Herausforderungen. Mit der inzwischen 60 Betten zählenden psychiatrischen Station im Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg könne der Justizvollzug seinen gesetzlichen Auftrag, nicht nur physische, sondern auch psychische Erkrankungen seiner Gefan­genen angemessen zu behandeln, deutlich besser erfüllen.

Meine besondere Sorge gilt jugendlichen und heranwachsenden Gefangenen, erklärte die Ministerin. Hier gehe es um das Angebot an schulischen und beruflichen Maßnahmen in den Jugendhaftanstalten: "In diesen Bereichen sind die Defizite vieler junger Gefangener geradezu erschreckend. Ein wesentlicher Bestandteil unseres auf Erziehung und Förderung ausgerichteten Jugendstrafvollzuges ist es daher, den jungen Gefangenen ein vielfältiges Angebot an schulischen und beruflichen Bildungsmaßnahmen zu unterbreiten."
Ein weiterer wesentlicher Fortschritt bestehe im Einsatz von Diplom-Pädagogen. "Diese Berufsgruppe ist besonders ausgebildet für die Betreuung von verhaltensauffälligen und benachteiligten Jugendlichen. Die von ihnen durchgeführten Projekte dienen dazu, die jungen Gefan­genen zu unterstützen, Fähigkeiten im sozialen Umgang und bei der Nachreifung ihrer Persönlichkeit zu entwickeln", sagte die Ministerin.

Junge erwachsene Gefangene müssten lernen, jede Chance zu nutzen, um den weiteren Abstieg in die Kriminalität zu stoppen, bevor es zu spät ist. Deshalb sei für die Altersgruppe der bis zu 26-Jährigen der Jungtätervollzug eingeführt worden. In einem speziellen Programm lernen junge Gefangene eine selbstverantwortliche und gewaltfreie Lebens­führung. Für die weitere Verbesserung der Maßnahmen zur Arbeitsintegration von (ehemaligen) Gefangenen und der damit verbundenen Verringerung der Rückfallrisiken sei ein erweitertes Übergangs­management für Inhaftierte und Haftentlassene gestartet worden.

Die Ministerin fasste zusammen: "Der nordrhein-westfälische Justizvoll­zug bietet ein breites Spektrum an Behandlungsmaßnahmen. Behand­lung im Vollzug ist kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck, nämlich die Gefangenen in die Lage zu versetzen, ein Leben in sozialer Verantwortung und ohne Straftaten zu führen."

Zur JVA Attendorn:
Mit Inbetriebnahme des neuen Gebäudes - mit Werkstätten und Sport­halle - stehen 120 neue Haftplätze im geschlossenen Vollzug zur Ver­fügung. 76 dienen dem Ersatz der aufzugebenden Einrichtung in Siegen, 44 sind zusätzlich geschaffen worden. Die Gesamtzahl der Haftplätze in Attendorn bleibt mit 378 gleich. Für die wegfallenden 120 Plätze im offenen Vollzug ist Ersatz in der JVA Castrop-Rauxel geschaffen worden.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Justizministeriums, Telefon 0211 8792-255 oder -464.

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