Rettungsmedaille für 32 Lebensretterinnen und Lebensretter

Das Bild zeigt ein Gruppenfoto mit allen Trägerinnen und Trägern der Rettungsmedaille 2015
20. März 2015

Ministerin Löhrmann zeichnet 32 Lebensretterinnen und -retter mit der Rettungsmedaille des Landes aus

Schulministerin Sylvia Löhrmann hat in Vertretung für Ministerpräsidentin Hannelore Kraft 32 Frauen und Männer mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

 
Die Staatskanzlei teilt mit:

Schulministerin Sylvia Löhrmann hat in Vertretung für Ministerpräsidentin Hannelore Kraft 32 Frauen und Männer mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Sieben weitere Personen erhielten eine Öffentliche Belobigung. In einer Feierstunde in Köln dankte die Ministerin den Retterinnen und Rettern für ihren selbstlosen Einsatz: „Mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ehren wir Persönlichkeiten, die außergewöhnlichen Mut bewiesen und unter Gefahr für sich selbst das Leben anderer Menschen gerettet haben. Sie sind wirkliche Heldinnen und Helden und Vorbilder für uns alle.“
 
Die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen wird seit 1951 verliehen. Seit Bestehen wurde die aus massivem Silber gefertigte Rettungsmedaille nur etwa 1.000 Mal verliehen. Sie zählt damit zu den am seltensten vergebenen staatlichen Ehrungen.

Zum Download öffnen Sie die Galerie bitte in der Mediathekansicht.
 

Die Rettungsmedaille erhalten heute:

  • Silas Warnke aus Mannheim
     
  • Jari Abts aus Brüssel, Tom de Blauwe aus Sterrebeek,
    Olaf Bergbauer aus Dortmund, Sven Ehrhardt aus Rösrath,

    Justin Heckermann aus Schwalmtal und Artur Knauer aus Köln
     
  • Frank Janßen und Robert Harupa aus KerpenRené Swora aus Wesseling, Peter Bottin aus Aschaffenburg sowie Nikolaos Koutoulas, Markus Dott und Kerstin Kroker aus Hürth
    Christina Bücker aus Niederzier und Nadine Kapelle aus Pulheim (beide erhalten eine Öffentliche Belobigung)
  • ​​Evgenij Lepp, Johannes Naylor, Oberstleutnant Torsten Höpfner aus Hennef und Daniel Latusinsky aus Bonn
     
  • Luis Miguel Alves Costa aus Baesweiler Michael Fondacaro aus Arnsberg
     
  • Michael Fondacaro aus Arnsberg
     
  • Corina Graff-Mieskes, Jochen Vetter, Diana Heckmann, Marx Dauth aus Köln und Stefan Barth aus Bonn​
    Herbert Niemeyer aus Köln (erhält eine Öffentliche Belobigung) 

     
  • Florian Ring aus Solingen
     
  • Ali Kurt (posthum), Hakki Kazkondu, Wolfgang Lingen und
    Bianca Gassner aus Stadtlohn
    Veronika Nestler aus Köln und Jaro Hense und
    Paulina Hense aus Siegen (alle drei erhalten eine Öffentliche Belobigung)

     
  • Schüler Jordan Raß aus Bergisch Gladbach
     
  • Polizeikommissaranwärter Timo Schnabel aus Höxter

Hinweis:
Diana Heckmann und Peter Bottin, die eine Rettungsmedaille erhalten sollen, sowie Christina Bücker, für die eine Öffentliche Belobigung vorgesehen ist, können an der Feierstunde nicht teilnehmen.
Sie erhalten ihre Auszeichnungen zu einem späteren Zeitpunkt.
 
Die Laudationes im Wortlaut:
 
ES GILT DAS GESPROCHENE WORT!
 
Rettungsmedaille für Silas Warnke aus Mannheim
Am Abend des 11. September 2010 fährt Silas Warnke mit der S-Bahn vom Düsseldorfer Hauptbahnhof Richtung Düsseldorf-Unterrath. Kurz vor einer Haltestelle flüchtet ein Jugendlicher durch das Abteil. Er wird von einem jüngeren und einem älteren Mann verfolgt. Als sie ihn zu fassen bekommen, schlagen sie ihm mit den Fäusten so fest ins Gesicht, dass er blutet. Dann schleudern sie den Jungen so gegen die Scheibe der S-Bahn, dass sie zu Bruch geht und reißen ein Stück des mit Glassplittern bestückten Fensterrahmens heraus, stürmen damit und den Worten „Ich bring Dich um“ auf ihr Opfer zu.
Silas Warnke springt auf und geht dazwischen, packt den Älteren am Arm und drückt ihn auf den Boden. Vergeblich ruft er den anderen Fahrgästen zu, ebenfalls zu helfen, aber niemand rührt sich und besitzt den Mut, es ihm gleich zu tun. Er fordert den jüngeren Angreifer auf, den Jungen in Ruhe zu lassen. Als Silas Warnke den älteren der beiden Männer an einer Haltestelle kurz loslässt, gehen die beiden Angreifer sofort wieder auf ihr Opfer los, das zitternd und um Hilfe rufend im Waggon steht. Silas Warnke stellt sich schützend vor den Bedrohten und riskiert dabei, selbst schwer verletzt zu werden. Als der Zug am nächsten Bahnhof zum Halten kommt, flüchtet das Opfer aus der S-Bahn. Die beiden Angreifer stürzen hinterher. Noch ehe sie den Jugendlichen erreichen können, werden sie von der Polizei gestellt.
Silas Warnke hat den Jugendlichen mit seinem couragierten Einsatz vor lebensgefährlichen Verletzungen bewahrt, ohne auf seine eigene Unversehrtheit Rücksicht zu nehmen. Mit Hilfe seiner Zeugenaussage konnten die beiden Angreifer für ihre Tat später rechtskräftig verurteilt werden.
Für diesen Mut verleiht das Land NRW ihm die Rettungsmedaille.
 
Rettungsmedaille für Jari Abts aus Brüssel, Tom de Blauwe aus Sterrebeek, Olaf Bergbauer aus Dortmund, Sven Ehrhardt aus Rösrath, Justin Heckermann aus Schwalmtal und Artur Knauer aus Köln
Öffentliche Belobigung für Mergit Alidini aus Leverkusen
Die Osterferien 2013 verbringen die befreundeten Familien Alidini und Knauer mit ihren Kindern, den jeweils fünf- und achtjährigen Jungen David und Lukas sowie Christian und Dominik in einer Ferienhaussiedlung in den Niederlanden.
Am 2. April, einem vier Grad kalten Tag, lässt sich Mergit Alidini von den Kindern zu einer Floßfahrt über den etwa 20 Meter breiten See der Anlage überreden. Das Vorhaben erscheint ungefährlich, es gibt keinerlei Warnhinweise. Mitten auf dem See kentert das Floß und Mergit Alidini und die vier Kinder fallen in das etwa zwei Grad kalte Wasser. Mergit Alidini versucht verzweifelt, die vier Kinder in dem mit 2,50 m unerwartet tiefen See über Wasser zu halten und zum Ufer zu bringen. Doch nach wenigen Minuten verliert er das Bewusstsein und die Kinder sind sich selbst überlassen. Christian, einer der beiden fünfjährigen Jungen, kann nicht schwimmen und treibt bereits mit dem Gesicht nach unten im Wasser.
Eine Bewohnerin der Anlage bemerkt das Unglück und ruft sofort um Hilfe. Olaf Bergbauer ist einer der ersten, der sich seiner Kleidung entledigt und zum Floß schwimmt. Sofort springen auch Artur Knauer, der Vater von Christian und Dominik, und die beiden 16-jährigen Tom de Blauwe und Jari Abts ins Wasser. Auch der 14-jährige Justin Heckermann und der 15-jährige DLRG-Rettungsschwimmer Sven Erhardt sind binnen kürzester Zeit im Wasser.
Olaf Bergbauer versucht, die Kinder zum Floß zu ziehen, das sich aber als zu rutschig erweist, um sich dort sicher festzuhalten. Tom de Blauwe nimmt Olaf Bergbauer den fünfjährigen Christian ab und schleppt ihn ans Ufer. Christian ist ansprechbar, aber stark unterkühlt und hustet Wasser. Der achtjährige Dominik kann zwar schwimmen, durch den Schreck und die Kälte hält er sich aber nur mühsam über Wasser. Er wird von seinem Vater Artur Knauer gerettet. In der Zwischenzeit kümmert sich Justin Hecker um David, Sven Ehrhardt schwimmt mit Lukas ans Ufer. Als Sven Ehrhardt sieht, dass sich Jari Abts bemüht, den Kopf des bewusstlosen Mergit Alidini über Wasser zu halten, springt er trotz der Kälte zurück ins Wasser, um zu helfen. Aber auch den beiden Jugendlichen gelingt es nicht, den kräftigen Mann mit der inzwischen vollgesogenen Winterkleidung ans Ufer zu schleppen. Mit der Unterstützung von Olaf Bergbauer und Artur Knauer schaffen sie es schließlich, ihn aus dem Wasser zu ziehen.
Am Ufer beginnt Sven Ehrhardt, der erst kurz zuvor einen Kurs zum Rettungsschwimmer absolviert hat, sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte wird er hierbei von einem zufällig hinzukommenden Arzt unterstützt. Erst nach zwei Tagen erwacht Mergit Alidini aus dem Koma.
Jari Abts, Tom de Blauwe, Olaf Bergbauer, Sven Ehrhardt, Justin Heckermann und Artur Knauer haben unter Einsatz ihres eigenen Lebens und ohne Rücksicht auf ihnen drohende Gefahren sowohl das Leben der verunglückten Kinder als auch das Leben von Mergit Alidini gerettet.
Über viele Minuten im eiskalten Wasser, hätten sie einen Kälteschock erleiden und ertrinken können. Glücklicherweise führte die starke Unterkühlung bei den Rettern lediglich zu Erkältungen.
Ihnen allen verleiht das Land NRW die Rettungsmedaille.
Mergit Alidini spreche ich im Namen der Landesregierung für den Versuch, alle vier Kinder trotz eigener Lebensgefahr zu retten, eine Öffentliche Belobigung aus.
 
Rettungsmedaille für Frank Janßen und Robert Harupa aus Kerpen, René Swora aus Wesseling, Peter Bottin aus Aschaffenburg sowie Nikolaos Koutoulas, Markus Dott und Kerstin Kroker aus Hürth
Öffentliche Belobigung für Christina Bücker aus Niederzier und Nadine Kapelle aus Pulheim
Am 10. April 2013 fährt eine 18jährige Schülerin mit vier Mitschülern nach Schulschluss mit ihrem Auto von Hürth nach Frechen. Auf der Bonnstraße zwischen Frechen und Sielsdorf verliert die Schülerin die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Wagen kommt von der Straße ab, prallt gegen einen Baum und fängt an zu brennen.
René Swora und Nadine Kapelle, die mit ihrem Auto in der Gegenrichtung unterwegs sind, beobachten den Unfall. Während Nadine Kapelle sofort die Feuerwehr informiert, versucht René Swora vergeblich, die Fahrertür des Zweitürers zu öffnen, doch durch den Aufprall sind Fahrer- und Beifahrertür verklemmt. Während er die Seitenscheibe des Fahrzeugs einschlägt, kommen Robert Harupa und Frank Janßen an der Unfallstelle an. Kurz darauf treffen auch Peter Bottin, Nikolaos Koutoulas und Markus Dott ein.
Gemeinsam schaffen sie es, die eingeklemmte Fahrertür zu öffnen und sowohl die Fahrerin als auch die ohnmächtige und schwer verletzte Beifahrerin aus dem brennenden Fahrzeug zu bergen. Auch gelingt es den Helfern, zwei der drei auf der Rückbank sitzenden Schüler durch die Heckklappe aus dem Auto zu ziehen. Die Beine des dritten Jungen sind vom Vordersitz eingeklemmt und haben bereits Feuer gefangen. Um ihn frei zu bekommen, steigt Frank Janßen mit den Füßen zuerst in das brennende Fahrzeug und tritt mehrfach kräftig gegen den Vordersitz, so dass auch der letzte Verletzte aus dem Fahrzeug befreit werden kann.
Zwischenzeitlich ist Kerstin Kroker an der Unfallstelle angekommen und löscht mit einer Decke den Brand an den Beinen des Jungen. Anschließend hilft sie dabei, die verletzten Jugendlichen aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Der dichte Rauch des brennenden Fahrzeugs breitet sich immer stärker aus und das Auto geht kurz nach der Bergung aller Verletzten komplett in Flammen auf. Markus Dott, Feuerwehrmann und ehrenamtlicher Helfer beim THW, übernimmt die Verletztensichtung und hilft dabei, die Unfallstelle abzusichern, da immer noch Autos trotz eingeschränkter Sicht unentwegt an der Unfallstelle vorbeifahren.
Auch Christina Bücker hält an, weil sie erkennt, dass noch Hilfe benötigt wird. Sofort kümmert sie sich gemeinsam mit Nadine Kapelle um die Unfallfahrerin, die geschockt und orientierungslos umherläuft. Beide betreuen auch deren Mutter, die inzwischen von Nadine Kapelle benachrichtigt worden ist. Anschließend wendet sich Christina Bücker einem der verunfallten Schüler zu, der mit einem offenen Beinbruch und einer Platzwunde am Kopf auf einer Rettungsdecke vor ihrem Auto liegt. Sie bringt ihn in eine stabile Seitenlage und redet bis zum Eintreffen der Rettungskräfte beruhigend auf ihn ein.
Nur durch den couragierten und selbstlosen Einsatz der Ersthelfer konnten letztlich alle Verletzten aus dem Fahrzeug geborgen werden. Die Schüler werden von den eintreffenden Rettungskräften sofort notärztlich versorgt und mit Rettungshubschraubern und Krankenwagen schwer verletzt in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Die Beifahrerin erliegt am nächsten Tag ihren schweren Verletzungen.
Unter Gefährdung ihrer Gesundheit und ihres Lebens haben Frank Janßen, Robert Harupa, René Swora, Peter Bottin, Nikolaos Koutoulas, Markus Dott und Kerstin Kroker fünf Schüler aus dem brennenden Fahrzeug geborgen. Sie konnten durch ihr beherztes Eingreifen vier jungen Menschen das Leben retten. Ihnen alle verleiht das Land NRW die Rettungsmedaille.
Auch Nadine Kapelle und Christina Bücker haben sich bei der Rettung und Versorgung der Schüler, ohne selbst in Lebensgefahr zu sein, vorbildlich verhalten.
Im Namen der Landesregierung spreche ich Ihnen eine Öffentliche Belobigung aus.
 
Rettungsmedaille für Evgenij Lepp, Johannes Naylor, Oberstleutnant Torsten Höpfner aus Hennef und Daniel Latusinsky aus Bonn
Am Morgen des 22. Mai 2013 kurz nach 6.30 Uhr ist Evgenij Lepp mit seinem PKW auf dem Weg zur Arbeit. Auf der zweispurigen Autobahn 560 herrscht um diese Zeit bereits ein reger Berufsverkehr. Zwischen der Anschlussstelle Hennef-West und dem Autobahnkreuz Bonn/Siegburg bemerkt Evgenij Lepp, wie der vor ihm fahrende Mercedes plötzlich nach rechts von der Fahrspur abkommt, über den seitlichen Grünstreifen rollt und erst schräg in einer leicht ansteigenden Böschung unterhalb eines Brückenbauwerks zum Stehen kommt.
Evgenij Lepp stoppt sein Auto sofort auf dem Seitenstreifen, stellt die Warnblinkanlage des eigenen Fahrzeugs an und sieht nach dem regungslos hinter seinem Steuer sitzenden Fahrer. Dieser hat – wie sich später herausstellt – nach einem Herzinfarkt das Bewusstsein verloren und reagiert nicht auf das Rufen des Helfers. Unmittelbar darauf hält ein weiteres Fahrzeug auf dem Seitenstreifen: Daniel Latusinsky und Johannes Naylor eilen zur Unglücksstelle. Während einer der Männer über Notruf die Rettungskräfte informiert, öffnet Evgenij Lepp die Fahrertür des verunfallten Wagens und zieht den Zündschlüssel aus dem Schloss. Nur mit gemeinsamen Kräften gelingt es den Männern, den hilflosen Mann aus dem Wagen zu ziehen.
Als sie den Verunglückten gerade auf dem Seitenstreifen der Autobahn abgelegt haben, eilt ein weiterer Helfer, Oberstleutnant Torsten Höpfner, hinzu. Er hat einen Rettungskoffer dabei, der auch einen Beatmungsbeutel enthält. Aufgrund der aussetzenden Atmung des Unfallopfers beginnen Evgenij Lepp und Torsten Höpfner sofort mit Herzdruckmassage und Beatmung. Diese Rettungsmaßnahme setzen sie bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Notarzt fort. Schließlich kann der 73-jährige Mann nach hinreichender Stabilisierung zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus nach Siegburg transportiert werden, in dem er leider acht Tage später verstirbt.
Die Helfer Evgenij Lepp, Johannes Naylor, Oberstleutnant Torsten Höpfner und Daniel Latusinsky haben mit ihrem schnellen und professionellen Handeln dem in akuter Lebensgefahr schwebenden Autofahrer am Unfallort das Leben gerettet. Dabei waren sie während ihrer Rettungsaktion selber durch den zunächst ungesichert an ihnen vorbeirasenden Verkehr einer lebensgefährlichen Situation ausgesetzt, zumal in diesem Teilstück der Autobahn schützende Leitplanken fehlen.
Das Land NRW verleiht allen die Rettungsmedaille.
 
Rettungsmedaille für Luis Miguel Alves Costa aus Baesweiler
Am Morgen des 27. Mai 2013 trägt Luis Alves Costa als Urlaubsvertretung für seinen Kollegen in Geilenkirchen die Post aus. Gegen acht Uhr geht er mit seinem Postkarren die Haihover Straße entlang, als er etwa auf der Höhe der gegenüberliegenden Tankstelle seinen Freund sieht und ein paar Worte mit ihm wechselt. Als er gerade im Begriff ist, die Straße zu überqueren, ruft dieser ihm etwas zu und zeigt auf das Haus am Ende der Straßenseite, auf der sich Luis Alves Costa noch befindet.
Im zweiten Stock dieses Wohnhauses hängt eine zierliche Frau über der Brüstung ihres Balkongeländers; sie ruft laut um Hilfe. Zuerst versuchen Luis Alves Costa und sein Freund, die Frau zu beruhigen und dazu zu bewegen, wieder zurück auf den Balkon zu klettern. Sie schreit ihnen aber zu, sie habe keine Kraft mehr, sich länger festzuhalten. Noch während der Freund über Handy die Polizei verständigt und Luis Alves Costa ihm die genaue Adresse durchgibt, sieht er zu der Frau hoch und bemerkt, dass ihre Kräfte schwinden und sich ihre Hände in diesem Moment vom Balkongeländer lösen. Luis Alves Costa breitet instinktiv seine Arme aus und spannt seinen Körper an, um sie aufzufangen. Im Fallen dreht sich der Körper der 32-jährigen Frau und sie trifft mit ihrem Oberkörper genau auf das Gesicht von Luis Alves Costa. Dank seiner ausgebreiteten Arme fängt er sie weitgehend auf, fällt hierbei aber selbst unter die Herabgestürzte zu Boden. Luis Alves Costa schlägt mit dem Hinterkopf auf dem Boden auf, die Frau mit dem Gesicht.
Von allen Seiten kommen nun helfende Passanten. Die kurz darauf eintreffenden Rettungskräfte bringen die stärker verletzte Frau und ihren Retter ins Krankenhaus. Sie wird mit einem Schädelbasisbruch stationär aufgenommen. Luis Alves Costa kann am selben Tag mit einer gebrochenen Nase und einer leichten Gehirnerschütterung entlassen werden.
Luis Alves Costa hat der jungen Frau das Leben gerettet. Ohne sein mutiges Eingreifen wäre sie ungebremst auf das Straßenpflaster aufgeschlagen und durch die Wucht ihres Aufpralls mit großer Wahrscheinlichkeit tödlich verletzt worden. Er selbst befand sich ebenfalls in Lebensgefahr, denn er hätte durch das Gewicht ihres herabfallenden Körpers lebensgefährlich verletzt werden können.
Das Land NRW verleiht ihm die Rettungsmedaille.
 
Rettungsmedaille für Michael Fondacaro aus Arnsberg
Am 16. September 2013 bemerkt Michael Fondacaro kurz vor Mitternacht beim Blick aus seinem Dachfenster einen Brand am Anbau des Nachbarhauses. Während seine Frau die Feuerwehr alarmiert, rennt Michael Fondacaro zu dem brennenden Haus, um die Nachbarin und ihre beiden kleinen Kinder, einen Säugling und einen dreijährigen Jungen, zu warnen. Michael Fondacaro klingelt an der Tür und versucht zunächst vergeblich, durch Hilfeschreie die Nachbarn zu wecken.
Erst nach mehrmaligen Schlägen gegen die Tür, die er schon im Begriff ist einzutreten, öffnet die Nachbarin nur zögerlich, denn sie hat das Feuer im Anbau noch nicht bemerkt. Sie kümmert sich sofort selbst um das Baby, während Michael Fondacaro die Treppe ins Obergeschoß hinaufläuft, wo der kleine Junge schläft. Er wickelt den Jungen in eine Decke und verlässt schnell das Haus. Als die Feuerwehr eintrifft, beginnen die Flammen vom Holzboden der Terrasse des Anbaus auf die hölzerne Außenwand des Hauses überzugreifen. Die Feuerwehr hat den Brand schnell unter Kontrolle, ein Übergreifen vom Anbau auf das Haus kann verhindert werden.
Ohne das beherzte Handeln von Michael Fondacaro hätte die Familie, die fest geschlafen hat, das Feuer mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht rechtzeitig bemerkt und hätte durch die giftigen Rauchgase ums Leben kommen können. Auch Michael Fondacaro befand sich in Lebensgefahr, denn der Brandherd ging unmittelbar von der Außenwand des Kinderzimmers aus und hätte sich bei einer jederzeit zu befürchtenden Verpuffung sehr schnell im Haus ausbreiten und ihm den Rückweg abschneiden können.
Das Land NRW verleiht ihm die Rettungsmedaille.
 
Rettungsmedaille für Corina Graff-Mieskes, Jochen Vetter, Diana Heckmann, Marx Dauth aus Köln und Stefan Barth aus Bonn
Öffentliche Belobigung für Herbert Niemeyer aus Köln
Am Vormittag des 17. Februar 2014 führt Corina Graff-Mieskes ihren Hund am Rheinufer in Köln-Mülheim aus. Dabei irritiert sie das Verhalten einer jungen Frau, die mit ihrem Säugling am Ufer des Rheins sitzt. Plötzlich geht die junge Frau mit dem Kind im Arm ins Wasser und lässt das Kind los. Sofort läuft Corina Graff-Mieskes zu den beiden, die in Ufernähe treiben, und steigt ins Wasser. Als sie bis zu den Hüften im Wasser steht, kann sie den neun Monate alten Jungen greifen und sicher ans Ufer zu bringen. Während sie das Kind schnell entkleidet und mit ihrem Körper wärmt, wird der Spaziergänger Herbert Niemeyer auf das Geschehen aufmerksam und alarmiert die Rettungskräfte. Vom Ufer aus verfolgt Corina Graff-Mieskes die Mutter und fordert sie auf, aus dem Wasser zu kommen. Doch die Frau schaut nur kurz auf und lässt sich weiter treiben.
Als die Besatzung des herannahenden Rettungshubschraubers der Frau einen Rettungsring zuwirft, gibt sie zu verstehen, dass sie nicht gerettet werden will. Jochen Vetter, der Fahrlehrer einer Segelschule, der gerade seine Schüler Stefan Barth,  Marx Dauth und Diana Heckmann unterweist, wird auf das Geschehen aufmerksam. Er beobachtet die abwehrende Reaktion der lebensmüden Frau und fährt zu ihr. Der Hubschrauberpilot erkennt die Rettungsabsicht von Jochen Vetter und dreht ab, um das Boot durch den Luftzug der Rotoren und die dadurch verursachten Wellen nicht in Gefahr zu bringen.
Zunächst versuchen Jochen Vetter und Diana Heckmann die Frau an Bord zu ziehen. Doch diese wehrt sich so stark, dass sie fürchten müssen, über Bord gezogen zu werden. Stefan Barth und Marx Dauth, die anfangs an der Backbordseite das Gegengewicht zu halten versuchen, gelingt es dann, die sich sträubende Frau auf das Boot zu ziehen. Die Bootsbesatzung hindert sie mit vereinten Kräften daran, erneut in den Fluss zu springen und wärmt sie mit Decken und Jacken. Die Wasserschutzpolizei lotst Jochen Vetter zu dem am Ufer wartenden Rettungswagen. Die verwirrte Frau, die nach einem häuslichen Streit bereits als vermisst gemeldet worden war, wird ärztlich versorgt und ins Krankenhaus gebracht. Der kleine Junge hat alles ohne gesundheitliche Folgen gut überstanden.
Corina Graff-Mieskes riskierte ihr Leben, als sie den kleinen Jungen aus den schon im Uferbereich selbst für erfahrene Rettungsschwimmer unberechenbaren Strudeln des Rheins rettete und so vor dem Ertrinken bewahrte. Aber auch Jochen Vetter, Diana Heckmann, Marx Dauth und Stefan Barth befanden sich – trotz der Rettungswesten – in Lebensgefahr, als sie die Frau auf das Boot zogen. Sie hätten in die Tiefe gerissen werden und im etwa acht Grad kalten Wasser schon nach wenigen Minuten an Unterkühlung sterben können.
Das Land NRW verleiht Ihnen die Rettungsmedaille.
Nur durch den Notruf von Herbert Niemeyer wurden die Rettungskräfte so schnell alarmiert und konnte sich Corina Graff-Mieskes so intensiv um den Säugling kümmern. Im Namen der Landesregierung spreche ich ihm eine Öffentliche Belobigung aus.
 
Rettungsmedaille für Florian Ring aus Solingen
Wegen eines verlorenen Gerichtsverfahrens läuft ein Mann Amok. Er fühlt sich von seinen Rechtsanwälten ungerecht behandelt und sinnt auf Rache. In einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei ersticht er am 28. Februar 2014 eine Anwältin und ihren Kollegen, legt Feuer und flüchtet. In Erkrath setzt er seinen Amoklauf fort.
Um die Mittagszeit betritt der Mann mit einer Pistole und einem mit Benzin gefüllten Kanister die Kanzleiräume seines ehemaligen Rechtsanwalts. Kaum hat er den Eingangsbereich betreten, schießt er ohne Vorwarnung auf die Rechtsanwaltsgehilfin, die zusammenbricht. Der zweite Schuss trifft den im Rollstuhl sitzenden Rechtsanwalt in den Bauch. Bevor der Täter flieht, schüttet er das Benzin in allen Räumen aus und legt ein Feuer. Er zieht die Tür hinter sich ins Schloss und überlässt die Verletzten ihrem Schicksal.
Florian Ring, der in der Etage unter der Anwaltskanzlei bei einer Softwarefirma arbeitet, hört zunächst Schüsse. Seine Kollegin nimmt Hilferufe aus der Anwaltskanzlei wahr. Florian Ring läuft durch das Treppenhaus in die obere Etage. Rauch schlägt ihm durch die verschlossene Eingangstür entgegen. Er ruft seiner Kollegin zu, die Rettungskräfte zu informieren und zerschlägt mit einem Feuerlöscher die Glasscheibe der Eingangstür. Florian Ring zieht die von innen vor der Tür liegende reglose Frau behutsam ins Treppenhaus. Dann läuft er zurück in die brennende Anwaltskanzlei und hilft dem schwer verletzten Rechtsanwalt, mit seinem Rollstuhl selbst in den Aufzug zu fahren.
Anschließend versucht Florian Ring, weitere Personen in dem Bürogebäude vor dem Feuer zu warnen. Dann läuft er ins Erdgeschoss und fährt den verletzten Rechtsanwalt mit dessen Rollstuhl aus dem Aufzug vor das Haus. Anschließend eilt er erneut in die brennende Etage, um die angeschossene und noch im Flur liegende Frau mit dem Aufzug in die Tiefgarage zu bringen. Die dort inzwischen eingetroffenen Rettungskräfte versorgen den schwer verletzten Rechtsanwalt, der ins Krankenhaus kommt. Für die Rechtsanwaltsgehilfin kommt jede Hilfe zu spät.
Florian Ring hat durch sein beherztes Eingreifen das Leben des Rechtsanwalts gerettet. Ohne seine Hilfe wäre der Mann in den brennenden Räumen gestorben. Dabei setzte sich Florian Ring akuter Lebensgefahr aus. Er wurde mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung und wegen einer verletzten Hand ins Krankenhaus eingeliefert, das er nach einigen Stunden ohne größere gesundheitliche Schäden wieder verlassen konnte.
Ihm verleiht das Land NRW die Rettungsmedaille.
Der Täter wurde noch am selben Tag gefasst und ist inzwischen zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
 
Rettungsmedaille für die Kölner Ali Kurt (posthum), Hakki Kazkondu, Wolfgang Lingen und Bianca Gassner aus Stadtlohn
Öffentliche Belobigung für Veronika Nestler aus Köln und Jaro Hense und Paulina Hense aus Siegen
Am Nachmittag des 15. März 2014 spielen die zehnjährige Christela und ihre sechsjährige Schwester Claudette auf einem Spielplatz in der Nähe des Stammheimer Ufers in Köln. Um eine Verletzung der jüngeren Schwester zu kühlen, laufen beide Mädchen zum Rheinufer. Auf den unebenen Steinen verlieren sie beide den Halt und fallen ins etwa zehn Grad kalte Wasser. Sofort werden sie von der Strömung erfasst.
Bianca Gassner, die zur selben Zeit in Höhe der Unglücksstelle auf der Rheinpromenade joggt, bemerkt eine im Wasser treibende Person, die wild mit den Armen rudert und um Hilfe schreit. Sofort rennt sie die Böschung hinunter ins Wasser und schafft es – selbst hüfttief im Wasser – trotz der starken Strömung, nach der Hand des Mädchens zu greifen und es Stück für Stück ans Ufer zu ziehen. Kaum in Sicherheit will sich das Mädchen losreißen und zurück in den Fluss springen. Dabei zeigt sie „meine Schwester“ schreiend auf ein im Wasser treibendes Bündel. Bianca Gassner wird klar, dass sie das Kind allein nicht retten kann. Sie rennt zurück auf die Rheinpromenade und stoppt den Radfahrer Hakki Kazkondu, um mit dessen Handy die Rettungskräfte zu alarmieren.
Während des Gesprächs rennt sie erneut zum Ufer, um das im Wasser treibende Mädchen nicht aus den Augen zu verlieren. Auch Christela läuft parallel zum Wasser mit. Veronika Nestler, die mit dem Fahrrad am Rhein entlang fährt, erfasst die Situation und kümmert sich um das verängstigte Mädchen. In diesem Moment springt Ali Kurt in das Wasser, der das Geschehen von seiner Wohnung aus beobachtet hatte. Er schwimmt zu Claudette, bekommt das Mädchen wegen der starken Strömung aber nicht zu fassen. Erst als er hinter dem Mädchen ist und mit aller Kraft Wasser zum Ufer schaufelt, um es so ins flachere Wasser zu bewegen, gelingt es Hakki Kazkondu, das Mädchen zu greifen und aus dem Fluss zu ziehen. Er hebt es mit Hilfe von Wolfgang Lingen, der neben ihm im Wasser steht, ans Ufer.
Jaro Hense, der mit seiner Frau Paulina Hense ebenfalls zur Hilfe geeilt ist, unterstützt sie dabei. Wolfgang Lingen und Paulina Hense beginnen sofort mit der Reanimation und wechseln sich in den 15 Minuten, die bis zum Eintreffen der Rettungskräfte vergehen, bei Beatmung und Herzdruckmassage ab. Trotz zunächst erfolgreicher Wiederbelebungsmaßnahmen stirbt das Kind in der Kölner Universitätsklinik.
Mit seiner Aktion zur Rettung der sechsjährigen Claudette ist Ali Kurt selbst immer weiter in die starke Strömung gedrückt worden und gerät mehr und mehr in ihren Sog. Währenddessen verfolgt Bianca Gassner Ali Kurt, der nur wenige Meter vom Ufer entfernt im Fluss treibt. In dem kalten Wasser lassen seine Kräfte schnell nach. Bianca Gassner streckt ihm einen Ast entgegen. Weil dieser zu kurz ist, begibt sie sich erneut bis zur Hüfte ins Wasser, aber sie kommt nicht weit genug an ihn heran. Hilflos muss sie mit ansehen, wie er untergeht. Vergeblich läuft Bianca Gassner mit Jaro Hense und Hakki Kazkondu am Ufer entlang und hofft, dass Ali Kurt an der nächsten Buhne angetrieben wird, leider vergebens.
Ali Kurt wird trotz einer beispiellosen Suchaktion erst zwei Wochen später am Niederrhein aufgefunden.
Bianca Gassner hat Christela unter Lebensgefahr vor dem Ertrinken gerettet. Auch das Leben von Claudette konnten sie, Hakki Kazkondu und Wolfgang Lingen zunächst retten. In der trügerischen, unberechenbaren Strömung des Rheins bestand, abgesehen von einer lebensgefährlichen Unterkühlung, akute Lebensgefahr für alle. Ali Kurt hat durch seinen selbstlosen Einsatz maßgeblich dazu beigetragen, Claudette zu retten.
Ihnen allen verleiht das Land NRW die Rettungsmedaille.
Auch Paulina und Jaro Hense haben – ohne eigener Lebensgefahr ausgesetzt zu sein – die Voraussetzungen für eine mögliche Rettung des Mädchens geschaffen. Gleiches gilt für Veronika Nestler, die die gerettete Christela vor einer lebensbedrohlichen Unterkühlung bewahrt hat, indem sie sie mit zu sich nach Hause nahm und betreute. Im Namen der Landesregierung spreche ich Ihnen eine Öffentliche Belobigung aus.
 
Rettungsmedaille für den Schüler Jordan Raß aus Bergisch Gladbach
Am Spätnachmittag des 5. Mai 2014 angeln der noch fünfzehnjährige Schüler Jordan Raß und sein Vater neben der Bootsanlage des „Herseler Yacht Clubs“ am Rheinufer in Bornheim-Hersel. Plötzlich hören sie Hilferufe eines Mannes, der sich ca. 100 Meter entfernt von ihnen auf derselben Rheinuferseite befindet. Kurz zuvor sind er und seine Ehefrau mit dem Kajak, mit dem sie auf dem Rhein unterwegs waren, gekentert. Beide trugen keine Schwimmwesten. Im Gegensatz zu seiner Frau kann der Ehemann sich ans Ufer retten und macht Vater und Sohn Raß auf das Unglück aufmerksam.
Der zunächst im Rhein treibenden Frau gelingt es nur mit Mühe, bis zu einem in die starke Strömung hineinreichenden Steg des Clubs zu schwimmen. Die entkräftete Frau hält sich an einer der Stahlstreben ca. 40 cm unterhalb der Plattform fest, die nur als Lager für Schlauchboote vor dem Steg angebracht ist, und droht von der Strömung mitgerissen zu werden. Die beiden Angler laufen die erdige unbefestigte Böschung entlang zu dem hilferufenden Mann und erfahren, was passiert ist. In der Höhe des Anlegers hören sie jetzt auch die Hilferufe der Frau. Sie ist nicht gleich zu sehen, denn das Clubhaus, das mit einem Tor gesichert wird, versperrt ihnen den Blick.
Jordan Raß klettert von rechts über das geschlossene Tor, eine gezackte Sicherheitsabsperrung, und läuft um das Vereinshaus herum. Erst jetzt sieht er die Frau am Ende des Stegs. Es ist nicht so einfach für ihn, zu ihr zu gelangen. Ein mit Wasser gefülltes kippelndes Schlauchboot nimmt den größten Teil der wackeligen Stahlplatte in Anspruch. Jordan Raß steigt mit einem Fuß in das glitschige Boot. Der andere findet zur Hälfte auf der Stahlplatte etwas Platz. Aus diesem unsicheren Stand beugt er sich über das Wasser, so dass die Frau seine rechte Hand ergreifen kann. Er zieht sie dann mit beiden Händen an der scharfkantigen Stahlplatte hoch, bis sie sich mit dem Oberkörper auf dem Steg abstützen kann und Halt findet. Nach einer kurzen Erholungspause kann sie selbständig ihre Beine nachziehen. Der Schüler hilft ihr über das Schlauchboot hinweg auf den zentralen Weg der Steganlage. Erst jetzt können beide wieder sicher stehen. Dank eines von innen zu öffnenden Fluchtschlosses am Tor können beide das Yachtclubgelände ohne weitere Hilfe verlassen.
Ohne Jordan Raß wäre die entkräftete Frau mit großer Wahrscheinlichkeit vom Sog der Strömung unter den Steg gezogen worden und ertrunken. Für Jordan Raß bestand die Gefahr, das Gleichgewicht zu verlieren, ins Wasser zu stürzen und auch Opfer der lebensgefährlichen Strömung des Rheins zu werden.
Das Land NRW verleiht ihm die Rettungsmedaille.
 
Rettungsmedaille für Polizeikommissaranwärter Timo Schnabel aus Höxter
Am frühen Morgen des 29. Juni 2014 geht Timo Schnabel gegen 4.00 Uhr auf seinem Heimweg von einer Feier über die Wilhelm-Haarmann-Straße in Höxter. Als er an einem zweistöckigen Mehrfamilienhaus vorbeikommt, sieht er dicken Qualm aus dem Fenster einer Dachgeschosswohnung aufsteigen. Timo Schnabel ruft Bewohnern der Nachbarhäuser zu, die inzwischen auch auf das Feuer aufmerksam geworden sind, die Feuerwehr zu alarmieren.
Er selbst läuft schnell zur Haustür, um die Mieter aufzuwecken. Die Bewohnerin der Erdgeschosswohnung sieht vom Lärm aufgeschreckt aus dem Fenster und öffnet ihm sofort die Haustür. Timo Schnabel hat da schon alle Klingelknöpfe an dem von drei Mietparteien bewohnten Haus gedrückt.
Er erfährt, dass in der brennenden Dachgeschosswohnung ein Mann wohnt. Sofort rennt er die Treppenstufen hoch. Die Wohnungstür ist verschlossen. Durch ein kleines, beschädigtes Türfenster kann er in die völlig verqualmte Wohnung sehen. Er ruft durch das Fenster, bekommt aber nur kurz Antwort. Danach ist es still. Timo Schnabel tritt kurzerhand die Wohnungstür ein. Im Wohnungsflur findet er den 29-jährigen Bewohner, der sich desorientiert auf allen Vieren über den Boden bewegt. Timo Schnabel hilft ihm auf und stützt ihn beim Weg nach draußen auf die Straße.
Dort nehmen die gerade eingetroffenen Rettungskräfte, Krankenwagen, Feuerwehr und Polizei, beide in Empfang und bringen nach der Erstversorgung sowohl den jungen Mann als auch Timo Schnabel zur stationären Behandlung ins Krankenhaus. Beide haben eine Rauchgasvergiftung. Die übrigen sechs Hausbewohner hatten sich nach der Warnung von Timo Schnabel selbst unversehrt retten können.
Timo Schnabel hat durch sein umsichtiges Eingreifen dafür gesorgt, dass alle im Haus lebenden Personen sich ohne gesundheitliche Schäden aus dem Gefahrenbereich retten konnten. Für den Bewohner der Dachgeschosswohnung bestand akute Lebensgefahr. Der junge Mann wäre nicht zuletzt durch seinen alkoholisierten Zustand allein nicht in der Lage gewesen, die Wohnung zu verlassen. Ohne Timo Schnabel hätte seine Rauchgasvergiftung mit großer Wahrscheinlichkeit zum Tod geführt. Er selbst befand sich aufgrund der Rauchgasvergiftung auch in Lebensgefahr. Mit seinem selbstlosen Einsatz hat er die dienstlichen Obliegenheiten eines angehenden Polizeibeamten, Gefahren von der Allgemeinheit abzuwehren, in erheblichem Maß überschritten.
Das Land NRW verleiht ihm die Rettungsmedaille.

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