Lehrergewinnung in gewerblich-technischen Fächern an Berufskollegs

12. April 2012

Ministerin Löhrmann und Ministerin Schulze: Wir sichern den Lehrernachwuchs an Berufskollegs / Lehrergewinnung in gewerblich-technischen Fächern an Berufskollegs

Schulministerin Sylvia Löhrmann und Wissenschaftsministerin Svenja Schulze haben Maßnahmen zur Lehrergewinnung in gewerblich-technischen Fächern an Berufskollegs vorgestellt. Hinter­grund ist ein strukturelles Unterangebot an Lehrkräften in den Fach­richtungen Maschinentechnik, Elektrotechnik und Fahrzeugtechnik.

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung und das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung teilen mit:

Schulministerin Sylvia Löhrmann und Wissenschaftsministerin Svenja Schulze haben heute in Düsseldorf Maßnahmen zur Lehrergewinnung in gewerblich-technischen Fächern an Berufskollegs vorgestellt. Hinter­grund ist ein strukturelles Unterangebot an Lehrkräften in den Fach­richtungen Maschinentechnik, Elektrotechnik und Fahrzeugtechnik. Davon betroffen sind vor allem Berufskollegs außerhalb der großen Ballungsgebiete.

Ministerin Löhrmann betonte, dass es in den vergangenen Jahren Dank der organisatorischen Leistungen der Berufskollegs und aufgrund der verstärkten Beschäftigung von Seiteneinsteigerinnen und Seitenein­steigern gelungen sei, die Auswirkungen auf die Unterrichtsversorgung im Rahmen zu halten. „Die Analyse des zukünftigen Lehrerarbeits­marktes für das Berufskolleg zeigt jedoch, dass wir zukünftig erhebliche zusätzliche Anstrengungen unternehmen müssen, um die Lehrkräfte­versorgung am Berufskolleg dauerhaft zu sichern“, so Löhrmann.

Gründe für diese Entwicklung sind ein zu geringes Interesse von Abitu­rientinnen und Abiturienten an einem Lehramtstudium in den MINT-Fächern, vor allem an den Studiengängen für das Berufskolleg, sowie der Umstand, dass die Berufskollegs mit der Wirtschaft um die Absol­ventinnen und Absolventen der technischen Fächer konkurrieren. „Der Lehrermangel von heute bedeutet den Fachkräftemangel von morgen. Deshalb wollen wir deutlich mehr junge Menschen für das Lehramt am Berufskolleg interessieren“, machte Wissenschaftsministerin Schulze klar. „Bei der Sicherung des Lehrkräftebedarfs gerade in den tech­nischen Fächern des Berufskollegs geht es um die Zukunft des Bildungs- und Wirtschaftsstandorts Nordrhein-Westfalen“, erklärte Schulze. Die Wissenschaftsministerin betonte weiter, dass die aus­reichende Versorgung der Berufskollegs mit Lehrkräften und damit die Sicherung der dualen Ausbildung in NRW so wichtig seien, dass man es nicht bei vereinzelten Maßnahmen belassen wolle. „Wir haben uns deshalb darauf verständigt, eine überparteiliche, unabhängige wissen­schaftliche Kommission einzusetzen. Sie wird zeitnah und gründlich die Situation der Lehramtsausbildung für das Berufskolleg in NRW unter­suchen und entsprechende Empfehlungen für die Politik erstellen“, erläuterte Schulze das weitere Vorgehen.

Ministerin Löhrmann: „Wir brauchen ein Maßnahmenbündel, um den Bedarf an technisch-gewerblichen Lehrkräften in Zukunft zu decken. Bei der Erarbeitung von Lösungsperspektiven für dieses komplexe Thema setzen wir auf ein konsensorientiertes gemeinsames Vorgehen von Politik, Schulverwaltung, Hochschulen, Wirtschaft, Lehrerverbände und Schulleitungen.“

Im Einzelnen sind folgende Maßnahmen geplant:

  1. Lehrerinnen und Lehrer, die bereits am Berufskolleg unterrichten, können sich in technischen Fachrichtungen weiterqualifizieren. Die Bezirksregierungen richten zu diesem Zweck zu Beginn des Schul­jahres 2012/2013 Kurse für Maschinen-, Elektro- und Fahrzeug­technik ein. In einjährigen Zertifikatskursen werden theoretische und praktische Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt. Nach Abschluss der Kurse wird ein Zertifikat ausgestellt, mit dem eine unbefristete Unterrichtserlaubnis in der jeweiligen Fachrichtung erteilt wird.
  2. Ausgewählte ehemalige Berufskolleg-Lehrkräfte, die in den ver­gangenen drei Jahren aus dem Dienst ausgeschieden sind, werden mit dem Ziel angesprochen, in begrenztem Umfang weiter Unterricht zu erteilen. Darüber hinaus ist die Landesregierung mit den Spitzen­organisationen der Wirtschaft im Gespräch, um zu prüfen, ob und wie technische Fachkräfte aus der Wirtschaft mit Universitäts- und Fachhochschulabschluss für eine nebenberufliche Lehrtätigkeit in der Schule gewonnen werden können. Diese Gespräche werden nach der Landtagswahl fortgesetzt.
  3. Die kooperative Berufskolleg-Lehrerausbildung von Fachhoch­schulen und Universitäten soll weiter gestärkt und ausgebaut werden. Um eine Bestandsaufnahme der Lehramtsausbildung für das Berufskolleg zu erstellen, wird umgehend eine unabhängige wissenschaftliche Kommission eingerichtet, die Empfehlungen zur Entwicklung der Standorte, der Fachdidaktik und zum Ausbau der kooperativen Lehrerausbildung erarbeiten wird.
  4. Seit dem Wintersemester 2010/11 stehen vielfältige Möglichkeiten für ein Studium ohne vorher absolviertes Abitur offen. Das heißt: Man kann auch ohne Abitur studieren, mit einem Meisterbrief in der Tasche oder mit einer zweijährigen Ausbildung und drei Jahren Berufspraxis. Zusammen mit der Wirtschaft sollen diese Möglich­keiten für beruflich Qualifizierte besser bekannt gemacht werden.
  5. Die Landesregierung wirbt gemeinsam mit der Wirtschaft und den Zentralen Studienberatungsstellen der Hochschulen bei Abiturien­tinnen und Abiturienten gezielt für ein Lehramtsstudium für das Be­rufskolleg. Dabei werden vor allem Absolventinnen und Absolventen der Berufskollegs und der Fachhochschulen mit technischen Fächern angesprochen. Geplant sind unter anderem Schülercampusveran­staltungen und Patenschaften für Schülerinnen und Schüler, die sich für technische Fächer interessieren.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Schule und Weiterbildung, Telefon 0211 5867-3505 oder -3506 oder an die Pressestelle des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung, Telefon 0211 896-4790.

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