Erinnerungskultur an der Schule

Porträtfoto von Schulministerin Sylvia Löhrmann
22. März 2017

Ministerin Löhrmann: Erinnern für die Zukunft – das geht auch in der Grundschule!

Schulministerin besucht Gemeinschaftsgrundschule Oberbrügge in Halver

Schulministerin Sylvia Löhrmann hat anlässlich des „Internationalen Tags gegen Rassismus“ (21. März) in Halver-Oberbrügge die Gemeinschaftsgrundschule Oberbrügge besucht. Unweit der Schule befinden sich Gräber von im Zweiten Weltkrieg im Kampf gefallenen Oberbrügger Bürgerinnen und Bürgern sowie sowjetischen Zwangsarbeiterinnen und -arbeitern.

 
Das Ministerium für Schule und Weiterbildung teilt mit:

Schulministerin Sylvia Löhrmann hat anlässlich des „Internationalen Tags gegen Rassismus“ (21. März) in Halver-Oberbrügge die Gemeinschaftsgrundschule Oberbrügge besucht. Unweit der Schule befinden sich Gräber von im Zweiten Weltkrieg im Kampf gefallenen Oberbrügger Bürgerinnen und Bürgern sowie sowjetischen Zwangsarbeiterinnen und -arbeitern. Vor diesem Hintergrund nimmt Erinnerungskultur an der Schule einen besonderen Stellenwert ein. Ministerin Löhrmann: „Auch Grundschulen können Themen der Erinnerungskultur in den Blick nehmen und Bildungspartnerschaften mit Gedenkstätten für das außerschulische Lernen nutzen. Besonders wichtig ist dabei eine kindgerechte und sehr feinfühlige didaktische Aufbereitung. Dies macht die Grundschule Oberbrügge vorbildlich.“
 
Schulministerin Löhrmann besuchte eine Unterrichtsstunde der vierten Klasse, die von Ulrich Biroth, Mitarbeiter des Archives des Märkischen Kreises, begleitet wurde. In dieser Stunde setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit historischen Bildern und Gegenständen aus der Lebenswelt der sowjetischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg in der Region auseinander. Anschließend nahm die Ministerin an der von den Schülerinnen und Schülern gestalteten Gedenkveranstaltung an einem Mahnmal für die Kriegstoten des deutsch-französischen Krieges von 1870/71, des Ersten Weltkrieges und des Zweiten Weltkrieges teil. Gemeinsam legten sie dort Blumen als Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung nieder. Das Mahnmal befindet sich direkt neben dem Schulgebäude und auch die zwei Kriegsgedenkstätten auf dem evangelischen Friedhof sind von der Schule nur circa 300 Meter entfernt. Dort liegen die Gräber fünf sowjetischer Kriegsgefangener, die im Zweiten Weltkrieg zur Zwangsarbeit eingesetzt waren, sowie die Gräber sechs Oberbrügger Bürgerinnen und Bürgern, die 1945 in Kämpfen gegen die amerikanischen Truppen starben. Die direkte Umgebung der Grundschule ist damit Lernanlass, sich mit der Geschichte und den Lebenswegen der dort begrabenen Menschen, der Umstände ihres Todes und dem heutigen Umgang mit diesem geschichtlichen Erbe zu beschäftigen.
 
Seit 2016 besteht zwischen der Gemeinschaftsgrundschule Oberbrügge, dem Archiv des Märkischen Kreises und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eine Bildungspartnerschaft. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit den beiden Einrichtungen in der historisch-politischen Bildung zusammen. So behandeln sie ausgehend von den nahe gelegenen Gräbern in Projekten Themen wie zum Beispiel die Rolle von Vorurteilen bei der Entstehung von Gewalt und Rassismus. Darüber hinaus pflegen und bepflanzen sie die Gräber der sowjetischen Kriegsopfer in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Eingebettet ist die gesamte Kooperation in die Landesinitiative „Bildungspartner NRW – Gedenkstätte und Schule“. Mit der Grundschule Oberbrügge ist erstmalig eine Grundschule Projektpartner.
 
Demokratieförderung und die Vermittlung von Erinnerungskultur sind fester Bestandteil an den Schulen in Nordrhein-Westfalen. Ziel der Erinnerungskultur ist die Stärkung der Demokratie- und Friedensbildung. Das NRW-Landeskonzept zur politischen Bildung „Erinnern für die Zukunft“ soll dazu beitragen, Erinnerungskultur als Gegenstand historisch-politischer Bildung in der Schule sowohl im Unterricht als auch innerhalb von Projekten und Partnerschaften mit außerschulischen Partnern zu verankern.
 
„Themen der deutschen Kriegsvergangenheit sind hochsensible Themen. Zugleich ist es wichtig, dass wir bei jungen Menschen früh den Grundstein für ein demokratisches Verständnis legen. Deshalb achten besonders die Lehrkräfte in den Grundschulen darauf, den Schülerinnen und Schülern behutsam erste Begegnungen mit der Erinnerungskultur zu ermöglichen. Und deshalb unterstützt das Schulministerium weitere Projekte und Initiativen zur Demokratiebildung junger Menschen, wie zum Beispiel den Wettbewerb ‚Demokratisch Handeln‘ oder das ‚buddY‘-Programm für Kinderrechte an Grundschulen“, so Ministerin Löhrmann abschließend.

Weitere Informationen zur Erinnerungskultur und Demokratiebildung auf der Homepage des Schulministeriums unter: www.schulministerium.nrw.de

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