Land NRW erwirbt die Kunstsammlung der Portigon AG

4. Juli 2016

Ministerin Kampmann: Nordrhein-Westfalen erwirbt die Kunstsammlung der Portigon AG

Kulturministerin Christina Kampmann hat einen Vertrag unterzeichnet, der den Ankauf von 297 Kulturgütern aus dem Besitz der Portigon AG durch das Land Nordrhein-Westfalen regelt.

 
Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport teilt mit:

Kulturministerin Christina Kampmann hat einen Vertrag unterzeichnet, der den Ankauf von 297 Kulturgütern aus dem Besitz der Portigon AG durch das Land Nordrhein-Westfalen regelt. Die Objekte, darunter Werke international renommierter Künstler wie Joseph Beuys, Gerhard Richter und Günther Uecker sowie die Stradivari „Lady Inchiquin“, werden von einer unselbständigen Stiftung „Kunst im Landesbesitz“ übernommen, die an die Kunstsammlung NRW angegliedert ist. „Uns ging es darum, diese für Nordrhein-Westfalen wichtigen Kulturgüter weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ich freue mich, dass es in gemeinsamer Anstrengung gelungen ist, dieses zentrale Ziel des Runden Tisches zu erreichen“, erklärte Ministerin Kampmann.

Die Kulturgüter wurden für knapp 30 Millionen Euro angekauft. Darunter befindet sich auch die Stradivari „Lady Inchiquin“, die künftig wieder dem Stargeiger Frank Peter Zimmermann zur Verfügung gestellt werden soll sowie die berühmten Bildtafeln von Giovanni di Paolo. Die Kaufsumme wird über einen Darlehensvertrag mit der landeseigenen NRW-Bank gesichert. Für die auf dem Friedensplatz in Münster stehende Skulptur von Eduardo Chillida wird mit der Portigon AG ein gesonderter Kaufvertrag abgeschlossen.

Der Vereinbarung vorausgegangen war ein im Frühjahr 2015 begonnener intensiver Austausch zwischen der Portigon AG, der Kunstsammlung NRW, dem Land und dem Kulturfachlichen Beirat des Runden Tisches zum weiteren Umgang mit Kunst im Unternehmensbesitz des Landes. Der Hintergrund waren die Pläne der WestLB-Nachfolgerin Portigon, sich im Rahmen ihres Rückbaus von ihrem Kunstbesitz zu trennen.

„Das Kulturministerium und die Portigon AG haben heute als Vertragspartner ein klassisches Win-Win-Geschäft abgeschlossen. Die neue Stiftung ist ein Gewinn für die Bürger Nordrhein-Westfalens, und die Portigon AG erhält die erforderliche Entschädigung für die Herausgabe der Vermögenswerte“, sagte Finanzminister Norbert Walter-Borjans.

Dr. Peter Stemper, der Vorstandsvorsitzende der Portigon AG erklärte: „Es ist uns gelungen, eine tragfähige Transaktion mit der Kunstsammlung NRW zu vereinbaren, die dem Wert der Werke angemessen ist.“

Auch Dr. Marion Ackermann, die Direktorin der Kunstsammlung NRW, betonte die Bedeutung des Vertrages: „Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, die wertvolle Sammlung der Portigon AG für Nordrhein-Westfalen zu bewahren. Die Museen des Landes Nordrhein-Westfalen und die Künstler sehen es mit Dankbarkeit. Der vom Runden Tisch erarbeitete ‚Kodex zum Umgang mit Kunst im Landesbesitz in NRW‘ ist ein Novum in der Kulturlandschaft und könnte zum Modell für die anderen Bundesländer werden.“

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