Versicherungs­wirtschaft: Schlüsselbranche für Nordrhein-Westfalen

11. Juni 2010

Ministerin Christa Thoben: Versicherungs­wirtschaft Schlüsselbranche für Nordrhein-Westfalen / Versicherungsaufsicht muss im Lande bleiben

Wirtschaftsministerin Christa Thoben will sich gegenüber der Bundesregierung für den Erhalt des Standorts Bonn als Sitz der bundesdeutschen Finanzaufsicht, zu der auch die Versicherungs­aufsicht gehört, einsetzen. Plänen, die Behörde nach Frankfurt zu verlegen, erteilte sie eine klare Absage.

Das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie teilt mit:

Wirtschaftsministerin Christa Thoben will sich gegenüber der Bundesregierung für den Erhalt des Standorts Bonn als Sitz der bundesdeutschen Finanzaufsicht, zu der auch die Versicherungs­aufsicht gehört, einsetzen. Plänen, die Behörde nach Frankfurt zu verlegen, erteilte sie eine klare Absage: „Wir sind der bedeutendste Standort der Versicherungsbranche im Bundesgebiet, deshalb gehört die Aufsicht dorthin, wo die Unternehmen sind, nämlich nach Nordrhein-Westfalen.“

Die Zahlen sprechen für sich: Mit 75.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern im gesamten Versicherungsgewerbe belegt Nordrhein-Westfalen den Spitzenplatz im Ländervergleich. 181 Unternehmen der Branche haben ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen, das sind mehr als doppelt so viele wie in Hessen und dreimal so viele wie in Baden-Württemberg. Die Entwicklung insgesamt ist positiv. Seit zwei Jahren steigt die Beschäftigtenzahl wieder. Köln ist im Bundesvergleich die bedeutendste Versicherungsmetropole. Auch bei den Beitrags­einnahmen der Erstversicherer dominiert Nordrhein-Westfalen klar. Sie sind mit fast 60 Milliarden Euro doppelt so hoch wie in Baden-Württemberg und mehr als dreimal so hoch wie in Hessen.

Wesentliche Standortfaktoren, die für Nordrhein-Westfalen sprechen, sind die Verfügbarkeit von qualifiziertem Fachpersonal und die räumliche Konzentration bedeutender industrieller Kunden an Rhein und Ruhr.

Das sind die Ergebnisse einer neuen Studie. Ihr Verfasser, Professor Heinrich Schradin, Direktor des Instituts für Versicherungswissenschaft an der Universität zu Köln: „Die Versicherungsindustrie konzentriert sich in Nordrhein-Westfalen. Die Marktpositionierung ist gut, das Humankapital überragend und der Standort wettbewerbsfähig.“

Ministerin Thoben sieht in der Versicherungswirtschaft, ihren engen Kundenbeziehungen zu Haushalten und Industrie und den Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen das Paradebeispiel einer nordrhein-westfälischen Schlüsselbranche. Sie ist im Land gemessen am Bundesanteil ähnlich stark vertreten wie die Energie- und Chemieindustrie. Die Ministerin appellierte an die Bundesregierung, die bewährte räumliche Nähe der Versicherungsaufsicht in Bonn zu den Versicherungszentren Köln und Düsseldorf nicht leichtfertig aufzugeben: „Kurze Wege zwischen den Fachleuten sind vorteilhaft. Auch die Aufsicht ist auf den Markt hochqualifizierter Nachwuchskräfte angewiesen.“

Dr. Torsten Oletzky, ERGO, Dr. Paul-Otto Faßbender, ARAG, und Dietmar Meister, Generali, bestätigten die Ergebnisse der Studie. Dr. Oletzky: „Die Versicherungswirtschaft hat sich in der Krise als stabilisie­render Faktor erwiesen; sie erfüllt eine wichtige gesellschaftliche Rolle und hat in Nordrhein-Westfalen hervorragende Perspektiven.“ Dietmar Meister wies auf die steigende Bedeutung von Personal in der Versiche­rungswirtschaft hin, dessen hohe Verfügbarkeit den Standort Nordrhein-Westfalen und insbesondere Köln attraktiv machten. Dr. Faßbender: „Die Studie hilft uns, unsere unternehmerische Verantwortung für den Standort zu erkennen und zu würdigen.“

Wirtschaftsministerin Christa Thoben lädt führende Vertreter der nord­rhein-westfälischen Versicherungswirtschaft regelmäßig zu Gesprächen ein. Die Studie wurde von den Versicherungsunternehmen in Auftrag gegeben. Der erste Teil liegt jetzt vor, der zweite Teil, der unter ande­rem die Entwicklungsperspektiven der Branche zum Inhalt haben wird, folgt im Spätsommer.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie, Telefon 0211 837-2417.

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