Biogas: Land will Strom- und Wärmeproduktion bis 2020 verdoppeln

11. Juni 2010

Ministerin Christa Thoben nimmt Biogasanlage in Dorsten in Betrieb / Land will Strom- und Wärmeproduktion aus Biomasse bis 2020 verdoppeln

Wirtschaftsministerin Thoben hat die Biogasanlage der Schulte Spechtel Bioenergie GbR in Dorsten in Betrieb genommen. „Mit der geplanten Abgabe der Abwärme aus der Biogasanlage an das angrenzende Schulzentrum setzt Dorsten auf eine hochmoderne und umweltgerechte Energieversorgung“, sagte die Ministerin.

Das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie teilt mit:

Wirtschaftsministerin Christa Thoben hat heute (11. Juni 2010) die Biogasanlage der Schulte Spechtel Bioenergie GbR in Dorsten in Betrieb genommen. Die Anlage der Schulte Spechtel Bioenergie GbR wird überwiegend mit Rindergülle und Hähnchenmist betrieben. „Mit der geplanten Abgabe der Abwärme aus der Biogasanlage an das angrenzende Schulzentrum setzt Dorsten auf eine hochmoderne und umweltgerechte Energieversorgung“, lobte die Ministerin das Projekt. Die Anlage wird die Turnhalle des Schulzentrums mit Wärme versorgen.

Die Landesregierung will die Strom- und Wärmeproduktion aus Biomasse im Rahmen ihres Biomasseaktionsplanes bis zum Jahr 2020 von knapp 9 Milliarden Kilowattstunden auf fast 18 Milliarden Kilowattstunden verdoppeln. Damit können dann 20 Prozent des Strombedarfs und zehn Prozent des Wärmebedarfs der Privathaushalte Nordrhein-Westfalens abgedeckt werden. „Gerade im Bereich der Biomasse können wir in Nordrhein-Westfalen sowohl energie- als auch industriepolitisch noch einiges bewegen“, betonte Ministerin Thoben.

Gefördert werden Biogasanlagen mit 50.000 Euro aus „progres.nrw“, einem Programm der Landesregierung, mit dem die rationelle Energieverwendung, Regenerative Energien sowie das Energiesparen weiter vorangetrieben werden sollen. Nach dem Biomasseaktionsplan „Bioenergie.2020.NRW“ der Landesregierung sollen über 60 Prozent der Ausbaupotenziale aus Rest- und Abfallstoffen bzw. durch Verbesserung von Wirkungsgraden gewonnen werden.
Ziel ist es, die Biomasse mit hoher energetischer und volkswirtschaftlicher Effizienz einzusetzen. Das heißt konkret: Zuerst erfolgt die stoffliche Verwertung, zum Beispiel die Verarbeitung von Holz zu Möbeln. Werden die Möbel nicht mehr gebraucht, kann das Holz über weitere Zwischennutzungen (zum Beispiel Spanplatten) verwendet werden, um schließlich danach energetisch, also durch Verbrennung, zur Erzeugung von Energie genutzt zu werden.

Zum Ende des Jahres 2009 waren in Nordrhein-Westfalen 329 Biogasanlagen mit einer installierten elektrischen Gesamtleistung von 126 Megawatt in Betrieb. Damit waren fast doppelt so viele Anlagen im Betrieb wie im Jahr 2005. Bis Ende 2010 könnten in Nordrhein-Westfalen etwa 410 Biogasanlagen mit 150 Megawatt installierter Leistung vorhanden sein. Die nordrhein-westfälische Landesregierung und die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen rechnen in den nächsten Jahren mit einer weiteren Zunahme von Biogasanlagen in Deutschland und Nordrhein-Westfalen.

Hintergrund:
Im Biomasseaktionsplan „Bioenergie.2020.NRW“ werden die aktuellen Ziele der Landesregierung Nordrhein-Westfalen zur Bioenergienutzung in NRW formuliert. Aus diesem Anlass hat die EnergieAgentur.NRW ein neues Informationsportal entwickelt, welches viele Informationen rund um die Bioenergie in den Landkreisen Nordrhein-Westfalens im Internet verfügbar macht.

Unter www.biomasse.nrw.de sind auch neue Biomassekarten für Nordrhein-Westfalen zu finden, der Biomasseaktionsplan herunterladbar und alle Informationen über die Biomassenutzung in Nordrhein-Westfalen verzeichnet.

Internet: www.biomasse.nrw.de und www.progres.nrw.de

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie, Telefon 0211 837 2417.

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