Studie zur Lebenslage Alleinerziehender in NRW vorgestellt

28. März 2011

Minister Schneider: Zahl der Alleinerziehenden in den letzten zehn Jahren um knapp 20 Prozent gestiegen – Lebenslage bleibt schwierig / Studie zur Lebenslage Alleinerziehender in NRW vorgestellt

Alleinerziehende sind häufiger arbeitslos als Menschen in Paarbe­ziehungen, sie sind wesentlich öfter von sozialen Transferleistungen wie Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe abhängig und haben ein überdurch­schnittliches Armutsrisiko. Dies sind einige Ergebnisse der Studie zur Lebenslage von Alleinerziehenden, die Sozialminister Guntram Schneider vorgestellt hat.

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales teilt mit:

Alleinerziehende sind häufiger arbeitslos als Menschen in Paarbe­ziehungen, sie sind wesentlich öfter von sozialen Transferleistungen wie Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe abhängig und haben ein überdurch­schnittliches Armutsrisiko. Dies sind einige Ergebnisse der Studie zur Lebenslage von Alleinerziehenden, die Sozialminister Guntram Schneider heute in Düsseldorf vorgestellt hat.

„Die Studie zeigt eindringlich, wie schwierig die Lebenslage vieler Alleinerziehender ist. Mehr als 90 Prozent davon sind Frauen in Nord­rhein-Westfalen. Die Landesregierung ist in der Pflicht, hier zu helfen. Auch die Wirtschaft kann auf dieses Potenzial vor dem Hintergrund des wachsenden Fachkräftebedarfs und der wieder anziehenden Konjunktur nicht verzichten“, sagte Sozialminister Schneider.

Alleinerziehende Mütter haben zudem eine deutlich ungünstigere Bildungs- und Qualifikationsstruktur als Frauen in Paarbeziehungen. Neben besseren Rahmenbedingungen wie einem Ausbau der Kinder­betreuung komme es hier vor allem auf Beschäftigung und Quali­fizierung an. „Wenn wir das Prinzip ‚Gute Arbeit’ verwirklichen wollen, müssen wir künftig noch stärker die Alleinerziehenden in den Fokus nehmen. Das heißt konkret, mehr Alleinerziehende in Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen zu bringen. Auch das gehört zu einer präventiven Arbeits- und Sozialpolitik“, so Schneider.

Die Landesregierung biete schon heute mit dem Landesprogramm „Teilzeitberufsausbildung“ (TEP) vor allem alleinerziehenden Frauen die Chance eines Berufseinstiegs durch eine Teilzeit-Berufsausbildung. Und mit dem arbeitspolitischen Handlungsprogramm „Brücken bauen in den Beruf“ sollen Verantwortliche in Wirtschaft und Politik gewonnen werden, einen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsmarktlage von Frauen zu leisten.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie ist die Feststellung, dass alleinerziehende Mütter nicht nur häufiger einer Erwerbstätigkeit nach­gehen als Mütter in Paargemeinschaften, sondern fast doppelt so häufig Vollzeit arbeiten. Minister Schneider: „Alleinerziehende sind häufig auf ein volles Einkommen angewiesen, eine Teilzeitarbeit ist für sie kaum eine Alternative.“
Deshalb sei es wichtig, die Erwerbsbeteiligung von Alleinerziehenden zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu geben, eigenständig den Lebens­unterhalt zu sichern und darüber hinaus Vorsorge zu treffen. „Wenn nur 4 Prozent der Alleinerziehenden eine finanzielle Absicherung über einen Partner haben, muss davon ausgegangen werden, dass sie besonders nach Vollzeiterwerbstätigkeit streben. Darauf müssen wir bei der Schaffung der Rahmenbedingungen besondere Rücksicht nehmen“, so Schneider.
Die Untersuchung wurde im Auftrag des nordrhein-westfälischen Sozialministeriums vom Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) durchgeführt. Die Daten sind, wenn nicht anders benannt, aus dem Jahr 2009 und beziehen sich allesamt auf Nordrhein-Westfalen.
Die Studie zur Lebenslage von Alleinerziehenden in Nordrhein-West­falen steht auf den Internetseiten des Sozialministeriums als Download zur Verfügung: www.mais.nrw.de. Hier finden sich auch Informationen zur Teilzeit-Berufsausbildung und zum Programm „Brücken bauen in den Beruf“.

Einige Zahlen:

• Die Zahl der Alleinerziehenden (sog. Ein-Eltern-Familien) ist von 274.000 im Jahr 1999 auf 325.000 im Jahr 2009 gestiegen.

• Rund 465.000 Kinder unter 18 Jahren leben in einer Ein-Eltern-Familie (das sind 15 Prozent aller Kinder in NRW).

• Alleinerziehende Mütter haben mit 18 Prozent seltener eine Hochschulreife als Mütter in Paarbeziehungen (24 Prozent), sind häufiger ohne beruflichen Abschluss (32 gegenüber 26 Prozent) und erreichen seltener einen Fachhochschul- oder Hochschul­abschluss (9 gegenüber 14 Prozent).

•  Alleinerziehende sind mit 15 Prozent nicht nur deutlich höher von Erwerbslosigkeit betroffen als Mütter in Paargemeinschaften (6 Prozent), sondern auch wesentlich stärker von Langzeitarbeits­losigkeit (8 Prozent gegenüber 2,5 Prozent).

• Bei 38 Prozent aller alleinerziehenden Mütter bilden soziale Transferleistungen (Arbeitslosengeld I oder II, Sozialhilfe oder Elterngeld) die hauptsächliche Unterhaltsquelle, bei Müttern in Paargemeinschaften sind es 8 Prozent (Angaben für das Jahr 2010).

• 62 Prozent der alleinerziehenden Mütter gehen einer Erwerbstätig­keit nach (gegenüber 59 Prozent der Mütter in Paarbeziehungen). 38 Prozent von ihnen arbeiten Vollzeit (gegenüber 20 Prozent in der Vergleichsgruppe).

• Alleinerziehende und ihre Kinder tragen ein deutlich höheres Armutsrisiko als Paargemeinschaften mit mindestens einem minderjährigen Kind. Das heißt, etwa zwei Fünftel der Personen in solchen Alleinerziehenden-Haushalten sind armutsgefährdet gegenüber knapp einem Fünftel der Personen aus Paargemeinschaften. In der Bevölkerung insgesamt lag die Armutsrisiko-Quote bei 14,5 Prozent.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales, Telefon 0211 855-3118.

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