Ressourcenverschwendung beim Übergang von der Schule in den Beruf

5. April 2011

Minister Schneider: Übergang Schule und Beruf endlich vom Kopf auf die Füße stellen – alles andere ist Ressourcenverschwendung / Fachkongress der Bertelsmann-Stiftung in Berlin

Arbeitsminister Guntram Schneider kritisiert die bildungsökonomische Ressourcenverschwendung beim Übergang von der Schule in den Beruf. „Wir haben an vielen Orten ein Nebeneinander, bestehend aus Miniprojekten und flächendeckenden Programmen, die mit öffentlichen Mitteln finanziert werden“, sagte Minister Schneider.

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales teilt mit:

Arbeitsminister Guntram Schneider kritisiert die bildungsökonomische Ressourcenverschwendung beim Übergang von der Schule in den Beruf. „Wir haben an vielen Orten ein Nebeneinander, bestehend aus Miniprojekten und flächendeckenden Programmen, die mit öffentlichen Mitteln finanziert werden. Sie werden oft unabgestimmt in die Land­schaft gesetzt und in diesem Dschungel sollen die Jugendlichen sich dann zurechtfinden“, sagte Schneider heute in Berlin auf dem Fach­kongress der Initiative „Übergänge mit System“ der Bertelsmann-Stiftung. Schulische Bildungsgänge seien in der Regel von der prak­tischen Berufswelt abgeschottet. Statt die Lernorte Schule und Betrieb flexibel zu verzahnen, würden die Jugendlichen vielfach in unnötige Warteschleifen geschickt.

Das habe gesamtgesellschaftliche Folgekosten. Allein in Nordrhein-Westfalen würden jährlich 640 Millionen Euro in den Übergang von der Schule in den Beruf gesteckt. Dennoch brächen knapp 20 Prozent der jungen Menschen die Ausbildung ab, zumeist weil der gewählte Ausbil­dungsberuf nicht den Vorstellungen, Fähigkeiten oder Kompetenzen der Auszubildenden entspreche. Hinzu kämen 30 Prozent Studienab­brecher, auch hier vor allem wegen einer mangelhaften Studien- und Berufsorientierung und Beratung. „Das ist eine gesellschaftliche Ver­geudung von Ressourcen. Auch um den Fachkräftebedarf in Deutsch­land in Zukunft zu decken, müssen alle Potenziale mobilisiert werden“, erklärte Schneider.

Das belegen auch die jüngsten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Ende März 2011 haben sich in NRW 2.271 Jugendliche weniger um einen Ausbildungsplatz beworben als noch vor einem Jahr. Dagegen stieg die Zahl der angebotenen Lehrstellen um 7.196.

Vor diesem Hintergrund fordert Schneider, in der Ausbildungspolitik umzudenken und nicht mehr die rechnerische Versorgung von Jugend­lichen mit Lehrstellen und „Unterbringung in Berufsbildungsmaß­nahmen“ in den Mittelpunkt zu stellen. Vielmehr müssten Jugendliche offensiv für die berufliche Aus- und Weiterbildung gewonnen und nicht als Problemgruppe im Übergangssystem betrachtet werden. Sie ge­hörten zum Fachkräftenachwuchs.
 
Arbeitsminister Schneider regt an, endlich zu einer verstärkten Anrech­nung von Qualifizierungsleistungen zu kommen. Qualifizierung über Ausbildungsbausteine dürfe kein Tabu mehr sein. Denkbar seien voll­zeitschulische Ausbildungen mit externer Kammerprüfung oder der Wechsel der Lernorte von Schule, Bildungsträger und Betrieb mit je­weiliger Anrechnung des Ausbildungsfortschritts. „Gerade Jugendliche mit Migrationshintergrund müssen in der Regel zu gut ausgebildeten Fachkräften werden. Das ist nicht ein Akt der Integration allein. Es gilt, sämtliche Potenziale für den Arbeitsmarkt der Zukunft auszuschöpfen“, so Schneider weiter.

Schneider schlägt deshalb ein Übergangssystem zwischen Schule und Beruf mit präventivem Ansatz vor: „Bislang haben wir mit immer mehr Geld versucht, Jugendliche, die in den Brunnen gefallen sind, mit schwerem Gerät und zahlreichen Spezialisten wieder nach oben zu holen. Mit wenig überzeugendem Erfolg.“ Nötig sei eine frühzeitige individuelle Förderung von Berufsorientierung und Ausbildungsfähigkeit, also spätestens ab Klasse 8. Das setzt voraus, bei den Potenzialen und berufsrelevanten Kompetenzen, statt bei den Defiziten von Jugendlichen, anzusetzen. Dazu gehörten große, praktische Lernanteile – schulisch und außerschulisch, insbesondere in den Betrieben. Arbeitsminister Schneider: „Das Motto für diese Jugendlichen muss sein: Du kannst was – mach was draus! “

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales, Telefon 0211 855-3118.

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