Immer mehr Erwerbstätige engagieren sich im Ehrenamt

23. Dezember 2011

Minister Schneider: Immer mehr Erwerbstätige engagieren sich im Ehrenamt / Bundesweit einzigartige Studie über ehrenamtliches Engagement

Immer mehr erwerbstätige Menschen betätigen sich neben ihrem Beruf in einem Ehrenamt. Ihre Zahl ist in Deutschland innerhalb von zwölf Jahren enorm gestiegen – von 18 Prozent im Jahr 1999 auf heute 28 Prozent. „Diese Zahlen widerlegen das Klischee von einer Gesellschaft, in der alle nur noch ihren eigenen Nutzen im Blick haben. Vielmehr belegen sie eine Konjunktur des Gemeinsinns“, sagte NRW-Sozialminister Guntram Schneider in Düsseldorf zur Vorstellung einer bundesweit einmaligen Studie zum Abschluss des Europäischen Jahres des Ehrenamtes.

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales teilt mit:

Immer mehr erwerbstätige Menschen betätigen sich neben ihrem Beruf in einem Ehrenamt. Ihre Zahl ist in Deutschland innerhalb von zwölf Jahren enorm gestiegen – von 18 Prozent im Jahr 1999 auf heute 28 Prozent. „Diese Zahlen widerlegen das Klischee von einer Gesellschaft, in der alle nur noch ihren eigenen Nutzen im Blick haben. Vielmehr belegen sie eine Konjunktur des Gemeinsinns“, sagte NRW-Sozialminister Guntram Schneider in Düsseldorf zur Vorstellung einer bundesweit einmaligen Studie zum Abschluss des Europäischen Jahres des Ehrenamtes.

„Die Menschen wollen offensichtlich Erwerbsarbeit und Ehrenamt“, betonte Minister Schneider und bezog damit klar Stellung gegen die Linie der amtierenden Bundesregierung, die beispielsweise mit dem Bundesfreiwilligendienst einen Gegensatz von Ehrenamt und Erwerbsarbeit herstelle. Das Potential für das Ehrenamt wachse: 1999 äußerten vier Prozent der Befragten den Wunsch nach einem Ehrenamt, 2011 waren es bereits 15 Prozent.

Besonders interessant finde er es – so Schneider weiter – dass sich Menschen umso stärker engagierten, je besser sie beruflich qualifiziert seien. So zeige die Studie: Hoch qualifizierte Menschen mit einer überdurchschnittlichen tatsächlichen Wochenarbeitszeit von 44 Stunden bringen mit monatlich 18 Stunden auch die meiste Zeit für das Ehrenamt auf. Auch verdeutliche die Studie: Je höher die Arbeitszufriedenheit, desto stärker das ehrenamtliche Engagement. So arbeiteten 64 Prozent der ehrenamtlich Aktiven in einem Unternehmen mit einem starken Betriebsrat. „Starke Mitarbeitervertretungen und eine hohe Qualifikation der Beschäftigten fördern also auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, so Schneider.

Ein Drittel der Ehrenamtlichen engagiert sich im Sport, beispielsweise als Fußballtrainer. Im Sport sind traditionell Männer stärker vertreten als Frauen. 19 Prozent der Ehrenamtlichen sind bei den Kirchen aktiv, hier engagieren sich eher die Frauen. Weitere stark vertretene Bereiche sind Rettungswesen (15 Prozent), Kultur (14 Prozent) und Bildung (10 Prozent), gefolgt von Soziales (9 Prozent), Gesundheitswesen und Politik (je 5 Prozent), Arbeitsleben (3 Prozent) und Rechtswesen (1 Prozent).

Interessant – so Minister Schneider – seien neben dem allgemeinen Anstieg auch die Verschiebungen zwischen den Feldern ehrenamtlichen Engagements. So hat es im Sport einen Anstieg von 26 Prozent (1999) auf 33 Prozent (2011) und im Rettungswesen von 11 auf 15 Prozent der ehrenamtlich Aktiven gegeben. Besonders stark war dagegen der Rückgang im Bereich Politik (von 14 Prozent der Ehrenamtlich Aktiven im Jahr 1999 auf fünf Prozent in 2011). „Offenbar engagieren sich die Menschen heute lieber dort, wo sie schnell Ergebnisse sehen können“, kommentierte Schneider diese Zahl.

Die Studie „Erwerbsarbeit und Ehrenamt in der Bundesrepublik Deutschland und in Nordrhein-Westfalen“ wurde im Auftrag des NRW-Sozialministeriums von der Sozialforschungsstelle der Technischen Universität Dortmund durchgeführt. Die Forschungsgruppe Wahlen befragte im Sommer 2011 insgesamt 10.157 Beschäftigte zwischen 18 und 65 Jahren in ganz Deutschland. Von diesen stuften sich 2.804 als ehrenamtlich tätig ein.

Die Zusammenfassung der Untersuchung im Internet: www.mais.nrw.de

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales, Telefon 0211 855-3118.

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