Land fördert Ausbildung weiterer Assistenten für Taubblinde

3. August 2011

Minister Schneider: „Die qualifizierten Betreuer ersetzen Augen und Ohren der betroffenen Menschen“ / Land fördert Ausbildung weiterer Assistenten für Taubblinde

Sozialminister Guntram Schneider unterstützt in einem bundesweit einmaligen Projekt die professionelle Betreuung taubblinder Menschen. Die Landesregierung fördert die Qualifizierung weiterer Taubblinden-Assistenten, die Betroffene im Alltag unterstützen.

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales teilt mit:

Nordrhein-Westfalens Sozialminister Guntram Schneider unterstützt in einem bundesweit einmaligen Projekt die professionelle Betreuung taubblinder Menschen. Die Landesregierung fördert die Qualifizierung weiterer Taubblinden-Assistenten, die Betroffene im Alltag unterstützen: Beim Einkaufen, bei kulturellen und sportlichen Aktivitäten oder in der Freizeit, bei Arztbesuchen oder Krankenhausaufenthalten, bei Behör­dengängen, Fortbildungen oder bei Veranstaltungen von Selbsthilfe­gruppen. „Die Assistenten leisten Großartiges. Sie begleiten taubblinde Menschen durch den Alltag - sie sind für die Betroffenen die Verbindung zur Außenwelt“, sagte Minister Schneider am Mittwoch (3. August 2011).

Taubblinde und hörsehbehinderte Menschen sind aufgrund der doppel­ten Sinnesbehinderung von der Kommunikation und der Interaktion mit anderen Menschen weitgehend ausgeschlossen. Ohne Unterstützung sind sie isoliert und vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Fa­milienmitglieder sind mit der Betreuung oftmals überfordert. In Nord­rhein-Westfalen leben schätzungsweise 600 bis 1000 taubblinde Men­schen.

In der aktuellen, inzwischen vierten Qualifizierungsrunde werden 16 As­sistenten aus ganz Nordrhein-Westfalen geschult. Darunter werden auch Schwerhörige sein, die schon über grundlegende Kenntnisse der Deutschen Gebärdensprache verfügen und Erfahrung im Umgang mit taubblinden Menschen haben. Das Land fördert die Ausbildung mit rund 270.000 Euro.

„Eine Qualifizierung der Assistenten ist notwendig, da sie quasi die ‚Au­gen und Ohren’ der Taubblinden ersetzen“, sagte Minister Schneider. In 464 Unterrichtsstunden lernen die Teilnehmer unter anderem die taub­blindenspezifischen Kommunikationsformen, wie zum Beispiel die Deut­sche Gebärdensprache oder das Lormen. Lormen ist eine Sprache, bei der der „Sprechende“ auf die Handinnenfläche des „Lesenden“ tastet. Weitere Ausbildungsthemen sind Psychologie, Recht, Medizin und spe­zielle Führtechniken. Die Qualifizierung schließt mit einer Prüfung ab, die Teilnehmer erhalten bei bestandener Prüfung ein Zertifikat.

Seit dem Jahr 2008 fördert das Sozialministerium die Qualifizierung der Assistenten. Bisher wurden in drei Kursen 34 Betreuer ausgebildet. Trä­ger des Projekts ist wie bisher der „Förderverein für hör- und hörsehbe­hinderte Menschen im Vest Recklinghausen e.V.“. Parallel lässt das Ministerium ein Gutachten zur Analyse der Lebenssituation taubblinder und anderer hörgeschädigter Menschen erstellen.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales, Telefon 0211 855-3118.

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