NRW kann Integration

Rainer Schmeltzer
14. März 2017

Minister Schmeltzer: NRW kann Integration

Landesaktion „NRW. Das machen WIR!“ / Mehr als 100 Projekte für geflüchtete Menschen in 53 Städten und Gemeinden

Arbeits- und Integrationsminister Rainer Schmeltzer hat das überwältigende Engagement der Bürgerinnen und Bürger in NRW für geflüchtete Menschen gewürdigt. NRW kann Integration“, sagte Schmeltzer bei einer Zwischenbilanz zur Landesaktion „NRW. Das machen WIR!“ in Düsseldorf.

 
Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales teilt mit:

Arbeits- und Integrationsminister Rainer Schmeltzer hat das überwältigende Engagement der Bürgerinnen und Bürger in NRW für geflüchtete Menschen gewürdigt. „NRW kann Integration“, sagte Schmeltzer bei einer Zwischenbilanz zur Landesaktion „NRW. Das machen WIR!“ in Düsseldorf. „Überall in unserem Land gibt es Projekte, die Mut machen. Menschen, die Geflüchtete willkommen heißen, die ihnen helfen, hier Fuß zu fassen und die sich für eine gemeinsame Zukunft und ein friedliches Miteinander einsetzen.“
 
Vor einem halben Jahr hatte Schmeltzer die Landesaktion „NRW. Das machen WIR! Integration von Geflüchteten in Arbeit und Ausbildung“ gestartet. Auf einer eigens eingerichteten Website entstand eine interaktive „Landkarte der guten Ideen“, die mittlerweile mehr als 100 Projekte in allen Teilen des Landes portraitiert. Und bei elf Regionalveranstaltungen hat der Minister die Aktiven aus den Projekten sowie geflüchtete Menschen eingeladen, von ihren Erfahrungen zu berichten und Andere zur Nachahmung anzuregen.
 
Bei der Zwischenbilanz stellte er einige der Highlights unter diesen Aktionen und Projekten vor, die zeigen, wie die Integration in Arbeit und Ausbildung gelingen kann. Zum Beispiel das mit dem „Deutschen Lesepreis“ ausgezeichnete Zeitungsprojekt „Neu in Deutschland. Zeitung über Flucht, Liebe und das Leben“ in Bochum. Begleitet von der Publizistin Dorte Huneke-Nollmann erzählen geflüchtete Frauen und Männer darin von ihren Erfahrungen, ihren Hoffnungen und von ihren Schritten zur Integration in Deutschland. Durch die gemeinsame Arbeit an der Zeitung stärken sie ihre sprachlichen und kulturellen Kompetenzen und können Netzwerke aufbauen. „Neu in Deutschland“ erscheint online (www.nid-zeitung.de) und viermal jährlich auch gedruckt.
 
Oder das Patenprojekt in Havixbeck (Münsterland). Ehrenamtliche Patinnen und Paten begleiten dort Einzelpersonen oder Familien: Von Willkommensbesuchen, monatlichen Café-Treffs, über Basis-Sprachkurse, Begleitung zu Behörden bis hin zur Einmündung in eine Ausbildung. Unterstützt wird die Arbeit der Ehrenamtlichen durch das Familienbüro der Gemeinde Havixbeck. Das Patenprojekt hat bereits einige Erfolge aufzuweisen: So konnte ein 21-jähriger Syrer von der Wohnungssuche über einen Sprachkurs, einen Jugendintegrationskurs bis hin zu einem Betriebspraktikum und Einstiegs-Qualifizierungsjahr begleitet werden. Jetzt winkt ihm eine reguläre Berufsausbildung bei einem Betrieb in Münster.
 
Und ein Fußballprojekt in Wuppertal. Das Jobcenter und die GESA, ein Diakonisches Sozialunternehmen, setzen hier auf die gesellschaftliche und berufliche Integration durch Sport: Aus Syrien geflüchtete junge Männer werden von einem ehemaligen Fußballtrainer des Wuppertaler SV trainiert und vom Jobcenter für die Jobsuche gecoacht. Das alles natürlich in deutscher Sprache. Bei einem Turnier spielten sie gegen Wuppertaler Unternehmens-Mannschaften – und verteilten dabei „Autogrammkarten“ mit ihren Bildungsabschlüssen, Berufserfahrungen und Wunschberufen.
 
Einen kulturellen Akzent auf der Düsseldorfer Veranstaltung setzte das Theater Dortmund mit dem Stück „Say it loud – Stories from the brave new world“. Es erzählt von Menschen, die vor dem Krieg geflüchtet sind und ihre Familien zurücklassen mussten. Neun junge Menschen aus vier Ländern arbeiten seit August 2015 daran, ihre Geschichten auf die Bühne zu bringen.
 
Organisiert wurde die Landesaktion „NRW. Das machen WIR! Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Arbeit“ von der G.I.B. (Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung) in Zusammenarbeit mit den Regionalagenturen. Das Internetportal www.das-machen-wir.nrw zeigt in Videoclips, Fotos und Texten viele praktische und kreative Beispiele. Minister Schmeltzer: „Hier haben wir eine Landkarte der 100 guten Ideen, die Gesichter zeigt, Integrationsgeschichten erzählt und Profis, Ehrenamtliche und geflüchtete Menschen zu Wort kommen lässt.“ Die „Landkarte der guten Ideen“ enthält bereits mehr als 100 Projekte in 53 Städten und Gemeinden: Aachen, Ahaus, Arnsberg, Beckum, Bergisch Gladbach, Bergkamen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Brakel, Bönen, Detmold, Dinslaken, Dorsten, Dortmund, Duisburg, Düren, Düsseldorf, Emmerich, Emsdetten, Erkelenz, Essen, Geldern, Gelsenkirchen, Hagen, Hattingen, Havixbeck, Herne, Herten, Ibbenbüren, Iserlohn, Kerpen, Krefeld, Köln, Lengerich, Lindlar-Frielingsdorf, Lübbecke, Lünen, Moers, Münster, Mönchengladbach, Neuss, Oberhausen, Overath, Paderborn, Remscheid, Schwerte, Siegen, Soest, Solingen, Warendorf, Witten und Wuppertal.
 
Hinweis an die Redaktionen
Unter www.das-machen-wir.nrw finden Sie Anknüpfungspunkte für lokale Recherchen zu interessanten Projekten in Ihrer Region: Neben Projektbeschreibungen und teilweise einem kurzen Film über das Projekt enthält die „Landkarte der guten Ideen“ auch die Kontaktdaten von Ansprechpersonen.

Weitere Projekte von der Düsseldorfer Veranstaltung:

Aachen: Sanaz Zaresani/Sasan Azodi (Mah-e Manouche)
Das Duo „Mah-e Manouche“ besteht aus Sasan Azodi (diverse Saiteninstrumente) und Sanaz Zaresani (Gesang). Begleitet werden sie von Flüchtlingskindern, die sie mit der arabischen Trommel Darbuka und beim Gesang unterstützen. Zaresani und Azodi arbeiten seit etwa einem Jahr mit Flüchtlingskindern aus verschiedenen Nationen zusammen. sasan.azodi@gmail.com
 
Bielefeld: Bielefeld United e.V.
Bielefeld United hat im sogenannten Willkommensbündnis mit dem DSC Arminia Bielefeld und dem Fan-Projekt ein Konzept entwickelt, das bei erfolgreicher Teilnahme in einen Ausbildungsplatz mündet. Über Teamtraining (bei dem soziale Kompetenzen vermittelt werden) und begleitende Deutschkurse soll in Praktika vermittelt werden, wo erste berufliche Erfahrungen gesammelt werden. Ziel ist anschließend die Integration in Ausbildung. Und natürlich auch der Eintritt in einen regulären Fußballverein. www.bielefeld-united.de
 
Detmold: Netzwerk Lippe gGmbH
Im Juli 2016 wurde in Detmold bereits zum 7. Mal der Toleranz-Cup ausgespielt. 16 Betriebs-, Hobby- und Migrantenmannschaften verbanden fußballerischen Ehrgeiz mit konkreten Begegnungen und persönlichem Austausch. Seinerzeit vom Netzwerk Lippe im Rahmen eines EU-geförderten Projekts ausgelobt, hat sich das Kleinfeld-Turnier zu einem jährlich stattfindenden Ereignis für ganz OWL und darüber hinaus entwickelt. Im Jahr 2016 stand vor allem die Teilhabe von geflüchteten Menschen im Mittelpunkt. Gleich vier Mannschaften, die sich hauptsächlich aus Menschen mit Fluchtgeschichte zusammensetzten, nahmen an dem Turnier teil.
 
Dortmund: Dortmunder Forum Frau und Wirtschaft (dffw) e.V.
Das Projekt möchte die Chancen gut qualifizierter geflüchteter Frauen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Dazu sollen sie für etwa sechs Monate in Dortmunder Unternehmen und Organisationen hospitieren und dabei von Mentorinnen und Mentoren aus diesen Betrieben begleitet werden. So lernen sie die deutsche Betriebs- und Arbeitswelt kennen und können erproben, wie sie ihre im Herkunftsland erworbenen Qualifikationen in hiesigen Betrieben einsetzen können. Darüber hinaus erhalten sie die Gelegenheit, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und die Fachsprache in ihrem Gebiet zu erlernen.
 
Düsseldorf: Georg Eickholt GmbH
„Chance Handwerk“ ist eine im April 2016 gestartete Vermittlungsmaßnahme der Kreishandwerkerschaft Düsseldorf, für Menschen mit einem Fluchthintergrund. Ziel ist die Integration in eine Ausbildung oder die Vermittlung in eine sozialversicherungspflichte Beschäftigung in Handwerksberufen. Die Georg Eickholt GmbH bietet im Rahmen des Projektes Praktikumsstellen an und hat bereits eine geflüchtete Person in Ausbildung.
 
Lindlar (Oberbergischer Kreis): ONI Wärmetrafo
Das Unternehmen zeigt ein hohes soziales Engagement. Unter anderem befinden sich zehn geflüchtete Personen bei ONI in der Ausbildung. ONI hat diesbezüglich gute Erfahrungen gemacht. Darüber hinaus finanziert ONI 50 Geflüchteten einen Sprachkurs, mit dem Ziel, auch aus diesem Kreis weitere Auszubildende zu rekrutieren.
 
Lünen: Treffpunkt Neuland
Der Treffpunkt Neuland ist ein Ort, an dem Einheimische und Geflüchtete zusammensitzen können. Neben einem Begegnungscafé gibt es täglich einen gut besuchten, von einem jungen Syrer geleiteten Alphabetisierungskurs, offene Sprachkurse durch Ehrenamtliche, eine Schwangerenberatung, eine Elternberatung und ein Nähcafé. Der Arbeitskreis Flüchtlinge bietet Beratungen zu Beruf und Ausbildung an, ein Sozialarbeiter der Stadt zu den Themen Soziales und Wohnen. Zahlreiche in Lünen lebende Geflüchtete engagieren sich auch selbst. So übernimmt ein rund 20-köpfiges ehrenamtliches Team, das zu gleichen Teilen aus Lüner „Altbürgern“ und Geflüchteten besteht, die Bewirtung der Gäste.
 
 

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