Umfassende Verbesserung der Gewässerqualität erreichen

6. Februar 2012

Minister Remmel: Wir wollen eine umfassende Verbesserung der Gewässerqualität erreichen

Umweltministerium legt Fortsetzungsbericht „Reine Ruhr“ vor – Maßnahmen gegen Mikroschadstoffe angekündigt. Die Landesregierung will noch in diesem Jahr einen Masterplan Wasser vorlegen und damit intensiver gegen Belastungen von Wasser mit Mikroschadstoffen vorgehen. „In den kommenden Jahren müssen wir unsere Anstrengungen in der Wasserwirtschaft weiter intensivieren. Hierzu zählt neben der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie auch die Erarbeitung eines ‚Masterplans Wasser’“, sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel. Eines der Ziele müsse es dabei sein, durch Beseitigung von Mikroschadstoffen eine umfassende Verbesserung der Gewässerqualität zu erreichen.

Umweltministerium legt Fortsetzungsbericht „Reine Ruhr“ vor – Maßnahmen gegen Mikroschadstoffe angekündigt

Die Landesregierung will noch in diesem Jahr einen Masterplan Wasser vorlegen und damit intensiver gegen Belastungen von Wasser mit Mikroschadstoffen vorgehen. „In den kommenden Jahren müssen wir unsere Anstrengungen in der Wasserwirtschaft weiter intensivieren. Hierzu zählt neben der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie auch die Erarbeitung eines ‚Masterplans Wasser’“, sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel. Eines der Ziele müsse es dabei sein, durch Beseitigung von Mikroschadstoffen eine umfassende Verbesserung der Gewässerqualität zu erreichen.

Gerade der Wasserqualität entlang der Ruhr kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Denn die Ruhr ist Grundlage der Wasserversorgung für etwa 5 Millionen Menschen in NRW. Zu diesem Zweck wurde jetzt der Fortsetzungsbericht „Reine Ruhr“ vorgelegt. Remmel: „Mit der Fortschreibung des Berichts wird die Datengrundlage für die notwendigen Maßnahmen im Vorgehen gegen Mikroschadstoffe gelegt und ein technologischer Standard für die Aufbereitung von Trinkwasser nachweisbar.“

Das Programm „Reine Ruhr" startete im Juni 2008. Der nun vorliegende Statusbericht des Programms „Reine Ruhr" beruht auf der gemeinsamen Arbeit der Expertenkommission „Reine Ruhr", des Umweltministeriums und des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV). Die Expertenkommission hat die Arbeiten zur Gestaltung und Umsetzung des Programms „Reine Ruhr" wissenschaftlich begleitet und die entwickelte Strategie sowie die getroffenen und zu treffenden Maßnahmen unabhängig beurteilt. Der Statusbericht baut auf den Ergebnissen, die im ersten Zwischenbericht „Reine Ruhr" (04/2009) enthalten sind, auf. Zielsetzung des Programms sind die Vermeidung und der weitgehende Rückhalt von Mikroschadstoffen. Die vorliegenden Erkenntnisse aus einer umfassenden Bestandsaufnahme und einer Reihe von durchgeführten wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass es eines Multi-Barrieren-Schutzes bedarf. Dazu gehören sowohl Maßnahmen zur Vermeidung und Maßnahmen zur Verminderung an der Quelle der Industrieeinleitung, zur Ertüchtigung kommunaler Kläranlagen sowie Maßnahmen bei der Trinkwasseraufbereitung. Auf der Basis der vorliegenden Erkenntnisse soll das Programm Reine Ruhr weiterentwickelt werden.

„Der Eintrag anthropogener Spurenstoffe in die Umwelt nimmt weiter zu“, stellte Minister Remmel fest. So steige beispielsweise der Arzneimittelkonsum, auch aufgrund einer älter werdenden Gesellschaft und des medizinischen Fortschritts kontinuierlich. Die teilweise allgegenwärtige Verwendung dieser Mikroschadstoffe führe so zu nachweisbaren Belastungen der Gewässer.

Anthropogene Spurenstoffe sind organische Schadstoffe wie Human- und Tierpharmaka, Industriechemikalien, Körperpflegemittel, Waschmittelinhaltsstoffe, Nahrungsmittelzusatzstoffe, Additive in der Abwasser- und Klärschlammbehandlung, Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel sowie Futterzusatzstoffe. Der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen hat rund 5.000 Substanzen als potenziell umweltrelevant eingestuft. Die europäische Chemikalienagentur hat 2010 den Nachweis über den Einsatz von mehr als 400 gesundheitsgefährdenden, krebserregenden Chemikalien in verschiedenen Produkten erbracht.

Wie das Expertengremium für den Bericht „Reine Ruhr“ bestätigte, gilt für die überwiegende Mehrzahl von Mikroschadstoffen, dass sie einer allgegenwärtigen Verwendung unterliegen und auch über kommunale Kläranlagen in die Gewässer eingetragen werden. Die Ertüchtigung der kommunalen Kläranlagen stellt deshalb eine effiziente Methode dar, die Verunreinigung von Gewässer mit  Mikroschadstoffen zu reduzieren. Erste Erfahrungen mit den beiden Eliminationstechnologien Aktivkohle und Ozonierung von auf freiwilliger Basis ertüchtigten Anlagen in NRW liegen vor. Anhand der Ergebnisse können nun Kosten- und Gebührenbelastungen abgeschätzt und die Verhältnismäßigkeit entsprechender Maßnahmen dokumentiert werden kann.

Zur Beseitigung von Mikroschadstoffen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland das Multi-Barrieren-System etabliert, bestehend aus dem vorrangigen Schutz der Ressource vor Verunreinigungen und der an die Rohwasserverhältnisse angepassten Trinkwasseraufbereitung bewährt. Das Ministerium wird daher in Kürze Gespräche mit Bezirksregierungen, Wasserversorgern und Kommunen starten.

Weitere Informationen zum Thema „Wasser und wassergefährdende Stoffe“ sowie der Bericht „Vom Programm ‚Reine Ruhr’ zur Strategie einer nachhaltigen Verbesserung der Gewässer- und Trinkwasserqualität in Nordrhein-Westfalen“ sind zu finden unter www.umwelt.nrw.de.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Telefon 0211 4566-719 (Wilhelm Deitermann).

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