30. Jahrestag der Sandozkatastrophe

Porträtfoto von Minister Johannes Remmel während einer Landespressekonferenz
13. Oktober 2016

Minister Remmel: Wir müssen den Rhein als Trinkwasserspender und Lebensader weiterhin schützen

30 Jahre nach der Sandozkatastrophe hat sich die Wasserqualität des Rheins deutlich verbessert

Anlässlich des 30. Jahrestags der Sandozkatastrophe fordert NRW-Umweltminister Johannes Remmel einen stärkeren Schutz des Rheins. Der Unfall in dem Schweizer Chemie-Unternehmen war aufgrund seiner verheerenden Folgen für Umwelt und Natur, die sich bis nach NRW und die Niederlande auswirkten, ein Weckruf für die Rheinanliegerstaaten.

 
Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Anlässlich des 30. Jahrestags der Sandozkatastrophe fordert NRW-Umweltminister Johannes Remmel einen stärkeren Schutz des Rheins. Der Unfall in dem Schweizer Chemie-Unternehmen war aufgrund seiner verheerenden Folgen für Umwelt und Natur, die sich bis nach NRW und die Niederlande auswirkten, ein Weckruf für die Rheinanliegerstaaten. In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden zahlreiche Maßnahmen zum Schutz des Rheins getroffen und seine Wasserqualität deutlich verbessert. „Aber wir haben das Ziel noch nicht erreicht und müssen uns weiterhin zahlreichen Herausforderungen stellen“, sagte Minister Remmel. Der Klimawandel, Starkregen, Mikroverunreinigungen durch Arzneimittel, Hormone und Pflanzenschutzmittel oder die Gewässerbelastung durch Einträge von Mikroplastik erfordern auch in Zukunft abgestimmte Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässergüte, bei der Ökologie des Rheins und beim Hochwasserschutz. Minister Remmel: „Der Rhein ist als Trinkwasserspender und Lebensader so wichtig, dass wir unsere Anstrengungen im Gewässerschutz fortsetzen müssen und werden.“

Vor 30 Jahren, am 1. November 1986, ist es bei der Firma Sandoz in Basel zu einem der größten von Menschen verursachten Chemie-Katastrophen in Europa gekommen. Ein Lagerraum mit 1200 Tonnen Pestiziden, Lösemitteln und anderen giftigen Stoffen brannte. Große Mengen mit hochtoxischen Chemikalien verunreinigten Löschwassers liefen direkt in den Rhein. Die Folge: Auf 400 Kilometer Länge - von Basel bis zur Loreley – wurden große Teile des Fischbestands ausgelöscht, besonders Aale waren betroffen. Die Trinkwasserentnahme aus dem Rhein wurde eingestellt.

Die Reaktion der Rheinanliegerstaaten auf diesen katastrophalen Brandunfall folgte prompt. Bereits Mitte November 1986 trafen sich die Umweltminister der Rheinanliegerstaaten und bereiteten das im Jahr 1987 in Kraft getretene „Aktionsprogramm Rhein“ mit dem Ziel der deutlichen Verbesserung der Gewässerqualität des Rheins vor. „Der Brand bei der Firma Sandoz vor 30 Jahren hat viele Menschen wachgerüttelt. Die damalige Art der Gewässerbenutzungen und vor allem der Gewässerverschmutzungen konnte so nicht weitergehen“, sagte Minister Remmel. „Immerhin leben im Rheineinzugsgebiet fast 60 Millionen Menschen, 36 Millionen allein in Deutschland und davon etwa 13 Millionen in Nordrhein-Westfalen. Viele Bereiche sind stark industrialisiert, gleichzeitig liefert der Rhein Trinkwasser für etwa 30 Millionen Menschen.“

In der Folge des Unfalls bei Sandoz haben die betroffenen Länder und Staaten die Anforderungen an den Gewässerschutz deutlich erhöht und ihre Anstrengungen zum Schutz des Rheins, zum Schutz der Trinkwasserversorgung und zum Schutz des Ökosystems deutlich gesteigert. Maßnahmen zur Lagerung gefährlicher Stoffe, zur Löschwasserrückhaltung und nicht zuletzt zu Warn- und Alarmeinrichtungen wurden getroffen. Gesetzliche Anforderungen, zum Beispiel für Gewässereinleitungen, wurden verschärft. Kläranlagen für die Einwohner und die Industrie wurden errichtet. „Heute sind 96 Prozent der Einwohner am Rhein an öffentliche Kläranlagen angeschlossen und Industriekläranlagen an den Stand der Technik angepasst“, sagte Minister Remmel und verwies auf den NRW-Teil des Rheinzuggebietes. „Dort gibt es inzwischen mehr als 400 öffentliche und knapp 350 industrielle Kläranlagen“, so der Minister.

Die deutliche Verbesserung der Wasserqualität des Rheins ist das Ergebnis der guten grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen den Anliegern. „Neben der internationalen Ebene der Zusammenarbeit in der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins gibt es auch eine Abstimmung auf nationaler Ebene zwischen den deutschen Bundesländern und dem Bund“, sagte Minister Remmel „Die Zusammenarbeit in der Flussgebietsgemeinschaft Rhein ist inzwischen erprobt und hat sich bewährt, zum Beispiel im abgestimmten Vorgehen der Bundesländer bei der Gewässerüberwachung am Rhein.“ Die Überwachung der Wasserqualität im Rheingebiet wird an 56 Messstellen kontrolliert, davon 39 in Deutschland und alleine neun in NRW. Mit dieser Überwachung wird sichergestellt, dass im Falle von Schadensereignissen die Wasserversorger alarmiert werden und so in der Lage sind, schnell zu reagieren. Minister Remmel: „Mit dieser Überwachung schützen wir unmittelbar die Gesundheit der 30 Millionen Einwohnern entlang des Rheins, die mit Trinkwasser aus dem Rhein versorgt werden.“

Die Wasserqualität des Rheins und vieler seiner Nebengewässer hat sich in den vergangenen 30 Jahren aufgrund dieser zahlreichen national und international abgestimmten Maßnahmen deutlich verbessert. Die Belastung mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen im Rhein hat deutlich abgenommen. Der Sauerstoffgehalt des Rheinwassers und die Artenzahl der Kleintiere am Rheinboden sind wieder angestiegen. Davon profitieren auch die großen Tiere wie der Maifisch oder der Lachs, die langsam wieder in das Rheineinzugsgebiet zurückkehren.

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