Wildschädenfonds eingerichtet – Lenkungsmaßnahmen verabredet

Porträtfoto von Minister Johannes Remmel
27. März 2015

Minister Remmel: „Vereinbarung sichert Wisentprojekt“ Wildschädenfonds eingerichtet – Lenkungsmaßnahmen verabredet

Wildschäden durch Wisente können ab sofort ausgeglichen werden. 50.000 Euro stehen pro Jahr dafür zur Verfügung, unabhängig davon, ob die Tier als herrenlos eingestuft werden oder nicht.

 
Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Wildschäden durch Wisente können  ab sofort ausgeglichen werden. 50.000 Euro stehen pro Jahr dafür zur Verfügung, unabhängig davon, ob die Tier als herrenlos eingestuft werden oder nicht. „Wir haben eine Lösung gefunden, die das Wisent-Projekt auf eine sichere und zukunftsfähige Grundlage stellt“, erklärte Umweltminister Johannes Remmel. „Artenschutz und Artenvielfalt sind hohe Güter, die es zu schützen gilt. Wenn Schäden entstehen, in diesem Fall durch Wisente, ist nun auch eine Entschädigung sichergestellt.“ So werden mögliche Wildschäden wie geschälte Bäume in den privaten Wäldern des Streifgebietes der Wisente künftig vom Trägerverein Wisent-Welt-Wittgenstein, der Wittgenstein-Berleburg`sche Rentkammer, des Kreis Siegen-Wittgenstein, des WWF und  dem Land gemeinsam getragen. In drei Jahren soll überprüft werden, ob der Betrag für den Ausgleich von möglichen Schäden ausreichend ist. Derzeit wird davon ausgegangen, dass jährlich etwa 10.000 Euro an Schäden pro Jahr anfallen könnten.
 
„Artenschutz und die Wiederansiedlung auch von großen Tieren ist machbar. Wir brauchen nur den Mut und ein Stück Pioniergeist, um der Natur nicht nur zu nehmen, sondern auch zurückzugeben“, sagte Minister Remmel. „Die heimische Artenvielfalt, der Schatz vor unserer Tür ist bedroht, das gilt auch immer noch für das Wisent. Wir sind dabei, die Festplatte unserer Natur unwiederbringlich zu löschen und müssen gegensteuern. Etwa 45 Prozent der untersuchten Tier- und Pflanzenarten sind gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben.“
 
Weiterhin untersucht die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung bis zum Herbst die Möglichkeiten zur Verbesserung der Nahrungssituation   der Wisente. Mit einer Verbesserung des natürlichen Futterangebotes  soll erreicht werden, dass die Wisente stärker den südlichen Teils des Rothaargebirges als Streifgebiet nutzen. Außerdem wird ein Konzept für mögliche Absperrmaßnahmen entwickelt, um die Tiere von dem Aufsuchen privater Wälder zurückzuhalten. Der angrenzende Landeswald hingegen zählt zum Projektgebiet. Er wird künftig in die wissenschaftlichen Untersuchungen der Wisente einbezogen. Erforscht werden soll zudem mit botanischen Erhebungen, wie sich die Artenvielfalt durch die Anwesenheit und die Rückeroberung eines Lebensraums durch die Wisente entwickelt.

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