Minister Remmel: Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen verlässliche Orientierung im Siegel- und Labeldschungel

26. November 2014

Minister Remmel: Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen verlässliche Orientierung im Siegel- und Labeldschungel

Nordrhein-Westfalen will für Verbraucherinnen und Verbraucher mehr Klarheit in dem wild wuchernden und inzwischen unübersichtlichen Dschungel von über 1000 Gütesiegeln, Label, Prüf- und Zertifizierungszeichen. „Der Markt für Siegel hat in den letzten Jahrzehnten derart zugenommen, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher von den zahlreichen Siegeln regelrecht erschlagen werden. Eine Kaufentscheidung darf kein ‚Buch mit sieben Siegeln‘ sein. Wir brauchen verlässliche Siegel, die Orientierung geben und kein Blendwerk sind“, betonte Verbraucherschutzminister Johannes Remmel in seiner Eröffnungsrede zum Verbraucherpolitischen Kongress in Wuppertal, der unter dem Motto„ Ein Buch mit sieben Siegeln: Label, Zeichen, Bewertungsportale – Orientierung oder Blendwerk?“ steht.

NRW macht sich für Verbraucherrechte stark: Rund 200 Expertinnen und Experten diskutieren über verlässliche Verbraucherinformationen bei Siegeln und Labeln

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Nordrhein-Westfalen will für Verbraucherinnen und Verbraucher mehr Klarheit in dem wild wuchernden und inzwischen unübersichtlichen Dschungel von über 1000 Gütesiegeln, Label, Prüf- und Zertifizierungszeichen. „Der Markt für Siegel hat in den letzten Jahrzehnten derart zugenommen, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher von den zahlreichen Siegeln regelrecht erschlagen werden. Eine Kaufentscheidung darf kein ‚Buch mit sieben Siegeln‘ sein. Wir brauchen verlässliche Siegel, die Orientierung geben und kein Blendwerk sind“, betonte Verbraucherschutzminister Johannes Remmel in seiner Eröffnungsrede zum Verbraucherpolitischen Kongress in Wuppertal, der unter dem Motto„ Ein Buch mit sieben Siegeln: Label, Zeichen, Bewertungsportale – Orientierung oder Blendwerk?“ steht.

Wichtig ist dem Minister, verlässliche Standards für Siegel zu entwickeln: „Wir wollen Licht in den Dschungel der Siegel bringen und damit einen Vorteil für alle Beteiligten erzielen: zum einem bessere Orientierung und mehr Klarheit für Verbraucherinnen und Verbraucher und zum anderen für die Wirtschaft, weil wir durch gesetzliche Mindeststandards die Spreu vom Weizen trennen können. Schwarze Schafe müssen wir identifizieren“, so Minister Remmel. Deshalb forderte er die Bundesregierung auf, gesetzliche Mindestanforderungen zur Verwendung von Siegeln zu formulieren. Dazu würde dann zum Beispiel gehören, Prüfkriterien sowie Prüfergebnissen offenlegen zu müssen sowie Verfahren für eine unabhängige Kontrollen vor und nach der Zertifizierung zu entwickeln.

Nordrhein-Westfalen hatte im Mai dieses Jahres in einem gemeinsamen Antrag mit Baden-Württemberg und Hessen auf der Verbraucherschutzministerkonferenz in Rostock-Warnemünde gefordert, bundesweit einheitlich geltende Mindestkriterien für die Verwendung der zahlreichen Siegel einzuführen. Diese Vergabekriterien sollten bundesgesetzlich geregelt und für Verbraucherinnen und Verbraucher transparent gestaltet sein. NRW forderte die Bundesregierung deshalb im Mai auf, zu prüfen, welche gesetzlichen Vorgaben dazu möglich sind. Eine genaue Ausgestaltung der Regelungen soll gemeinsam mit den Ländern erarbeitet werden.

Beim Kongress in Wuppertal diskutieren rund 200 Expertinnen und Experten aus dem haupt- und ehrenamtlichen Verbraucherschutz, aus Unternehmen der Lebensmittel- und Ernährungsindustrie sowie aus Behörden über die Anforderungen für Siegel. Sie setzen sich mit dem Kaufverhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern auseinander und diskutieren darüber, welche Konsequenzen aus den Erkenntnissen des stets wachsenden Marktes für Siegel, Label und Bewertungsportale für die Durchsetzung von Verbraucherrechten zu ziehen sind.

Weitere Informationen zum wirtschaftlichen Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter www.umwelt.nrw.de.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Wilhelm Deitermann, Telefon 0211 4566-719.


Zum Hintergrund

Ein Buch mit sieben Siegeln: Irrgarten der Label

Label, Siegel und Gütezeichen prägen unsere Warenwelt. Von „Bio“ über „Fairtrade“, „CE-Zeichen“, „Blauer Engel“, „QS-Siegel“, „Ohne Gentechnik“, „Tierwohl“, „Nachhaltigkeit“ oder „Umweltfreundlichkeit“: Allein in Deutschland gibt es mehr als 1000 Label, Gütesiegel und Prüfzeichen, die auf der Grundlage sehr unterschiedlicher Bewertungskriterien vergeben werden und daher kaum miteinander vergleichbar sind. Hinzu kommen Online-Portale mit Bewertungen zu Produkten, Hotels oder Ärzten. Verbraucherinnen und Verbraucher sehen sich somit täglich mit einer Flut von Informationen und Labeln konfrontiert. Es stellt sich daher die Frage, welches Siegel seriös ist und hinter welchem nur leere Marketingversprechen stehen. Siegel und Label suggerieren Kontrolle, sie versprechen vermeintliche Qualität und Sicherheit für ein bestimmtes Produkt. Doch gesetzliche Vorgaben und einheitliche Standards für die Überprüfbarkeit von Siegeln fehlen. 

Wunsch nach Orientierungshilfe 

Dass Verbraucherinnen und Verbraucher sich diese Orientierungshilfe wünschen, zeigt eine Studie der Fachhochschule Münster. Bei der Erhebung aus dem Jahr 2010 zu „Akzeptanz und Nutzung von Güte- und Qualitätssiegeln auf Lebensmitteln“ gaben 77 Prozent der Befragten an, dass sie ganz bewusst zu dem zertifizierten Produkt greifen, wenn sie die Wahl zwischen einem Produkt mit oder ohne Label haben. Es zeigt sich aber, dass viele Unternehmen dazu tendieren, mit selbst verliehenen Labeln zu werben, die Begriffe wie „umweltfreundlich“ oder „kontrolliert“ beinhalten. Dies kann bei Verbraucherinnen und Verbrauchern Erwartungen wecken, die hinsichtlich der Qualität, der Sicherheit eines Produktes und dem Kontrollumfang nicht den Tatsachen entsprechen.

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