Minister Remmel: Technologie aus NRW für die beschleunigte Energiewende

2. Mai 2012

Minister Remmel: Technologie aus NRW für die beschleunigte Energiewende

Die heimische Industrie leistet mit innovativen Technologien einen wich­tigen Beitrag zur beschleunigten Energiewende im größten Bundesland. „Klimaschutz ist einer der wichtigsten Wachstumsmotoren der Zukunft. Und hier hat NRW seine Stärke.

  • 18. Etappe der NRW-Klimaschutztour von Johannes Remmel
  • Nexans SuperConductors stellt Supraleiter her


Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Die heimische Industrie leistet mit innovativen Technologien einen wich­tigen Beitrag zur beschleunigten Energiewende im größten Bundesland. „Klimaschutz ist einer der wichtigsten Wachstumsmotoren der Zukunft. Und hier hat NRW seine Stärken: Eine starke industrielle Basis und eine leistungsfähige Forschungslandschaft. Das sind beste Voraussetzun­gen, um Klimaschutz-Technologien und Verfahren zu entwickeln, die sich im weltweiten Wettbewerb durchsetzen können. ‚Klimaschutz – made in NRW’ kann zu einer starken Marke mit großen Wettbewerbs­vorteilen werden und das wirtschaftliche Wohl unseres Landes sichern. Die Landesregierung will dies aktiv unterstützen und forcieren“, sagte NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel auf der 18. Station seiner Klimaschutztour. Mit Vertretern der EnergieAgentur.NRW informierte er sich bei Nexans SuperConductors GmbH (NSC) in Hürth über Supra­leiter, die bei der Energieversorgung von morgen eine Schlüsselrolle einnehmen können. Supraleiter ermöglichen einen effizienteren und Klima schonenden Umgang mit elektrischer Energie. Bei Betriebstempe­raturen unter -180 °C übertragen sie verlustarm über hundertmal mehr Strom als konventionelle Kupferleiter – und gelten deshalb als Hoff­nungsträger für die Versorgungsnetze von morgen.

Unter Supraleitung wird das Phänomen verstanden, dass bestimmte Materialien bei Unterschreiten einer kritischen Temperatur zu idealen Leitern werden, also ihren elektrischen Widerstand verlieren. „Auf dem Gebiet der Supraleitung gehört Deutschland zu den führenden Natio­nen, sowohl bei Forschung und Entwicklung als auch beim Bau von Lö­sungen. Da die innovative Technologie einen Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz leisten kann, hat sie weltweit Akzeptanz und kann ähn­lich wie die Windkraft zu einem Exportschlager werden", erläuterte NSC-Geschäftsführer Frank Schmidt. Mit Entdeckung von Hochtemperatur-Supraleitern (HTS), die sich mit flüssigem Stickstoff kühlen lassen, wurde die Supraleitung für industrielle und energietechnische Anwen­dungen attraktiv. HTS bieten sich zum Beispiel als Hoch- und Mittel­spannungskabel an, da sie fünfmal mehr Strom transportieren als Kup­ferkabel – und dies bei geringen Verlusten. Dr. Stefan Rabe von der EnergieAgentur.NRW: „Supraleitungen sind eine wichtige Technologie, um die Herausforderungen der Energiewende zu meistern. Supraleiter können die Stromnetze in unseren Städten optimieren. Sie können au­ßerdem die zunehmende Einspeisung elektrischer Energie aus erneu­erbaren Quellen und dezentralen Erzeugungsanlagen vereinfachen oder erst möglich machen.“ Eines der wegweisenden aktuellen Nexans-Pro­jekte ist „AmpaCity“. Bei diesem mit Bundesmitteln geförderten Projekt wird im kommenden Jahr ein Hochspannungskabel zwischen zwei Um­spannstationen der Stadt Essen durch eine moderne Supraleiterlösung auf Mittelspannungsebene ersetzen. Eine solche Lösung benötigt deut­lich weniger Platz in der Innenstadt und ist effizienter als konventionelle Mittelspannungskabel. „Mit etwa einem Kilometer Länge wird es dann das weltweit längste Supraleiterkabel im Einsatz sein. Dass dies in NRW geschieht, ist Ausdruck für ein leistungsstarkes innovatives Milieu in un­serem Bundesland“, betonte Klimaschutzminister Remmel die Bedeu­tung des Projekts. Schmidt ergänzte: „Die Zahl an Supraleiter-Projekten in der Energietechnik hat soweit zugenommen, dass eine hohe Nach­frage nach Supraleiter-Drähten entstanden ist und Drahthersteller zum Ausbau der Produktionsanlagen motiviert werden. Es treten auch neue Drahtanbieter auf den Markt. Nun lautet das Ziel, Supraleiter-Drähte mit einer höheren Stromdichte zu niedrigeren Kosten herzustellen, um die technischen Vorteile des Materials noch besser ausschöpfen zu können und wirtschaftliche Systeme zu schaffen."

Neben den Supraleitern gehören die so genannten Strombegrenzer (Si­cherungen für Übertragungs- und Verteilernetze) zum Nexans-Portfolio. Strombegrenzer helfen Netzschäden zu vermeiden, indem sie bei Über­schreiten der kritischen Stromstärke – zum Beispiel durch Kurzschlüsse – den Strom binnen Millisekunden auf ganz bestimmte Werte begren­zen. Einspeisungen durch Windkraftanlagen oder Blockheizkraftwerke sind oft kompliziert, da die zulässigen Kurzschlussleistungen über­schritten werden. Supraleitende Strombegrenzer ermöglichen hohe Kurzschluss- und Anschlussleistungen ohne die Sicherheit von Netzen und Anlagen zu gefährden, erklärte der Minister.

Die Nexans SuperConductors GmbH wurde 1999 gegründet, sie ist eine Tochter der Nexans Deutschland GmbH, die  zum weltweit tätigen Nexans-Konzern – einem führenden Anbieter von Leitungen, Kabeln und Kabelsystemen – gehört. Mit seinen ca. 20 Mitarbeitern erarbeitet Nexans SuperConductors in Hürth zusammen mit etwa 20 weiteren Kollegen aus diversen Fachabteilungen an den Standorten Hannover, Halden (Norwegen) und Calais (Frankreich) innovative supraleitende Komponenten und Systeme. Zum Portfolio des Konzerns gehören Supraleiter-Massivteile, Supraleiter-Kabel sowie supraleitende Strom­begrenzer.

Hürth ist die 18. Station der „NRW-Klimaschutztour“ von Minister Remmel. Ziel der Besuchsreihe ist es, das Augenmerk der Öffentlichkeit auf wichtige Zukunftstechnologien, Wachstumsmärkte und innovative Firmen im Bereich der Wirtschaft zu lenken, aber auch wichtige Projekte des Klimaschutzes, der Klimaanpassung und der beschleunigten Ener­giewende zu präsentieren sowie auf den fortschreitenden Klimawandel in NRW hinzuweisen. Der Auftakt der Tour war im Juli 2011. Im Fokus der Klimaschutztour 2012 von Minister Remmel steht im ersten Halbjahr der Klimawandel und wie die Folgen für NRW abgemildert werden kön­nen: Die Landwirtschaft muss sich auf veränderte Vegetationsperioden einstellen, Städte müssen ihre Bürgerinnen und Bürger vor den Folgen von Hitzeperioden in den Sommermonaten schützen, steigende Tempe­raturen von Flüssen stellen im Sommer Kraftwerksbetreiber vor Prob­leme und auch die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten verändert sich durch die Erwärmung. Das Umweltministerium lässt die Folgen des Kli­mawandels regelmäßig untersuchen und hat eine Vielzahl an Anpas­sungsmaßnahmen eingeleitet. Unter anderem zeigen die NRW-Klima­kommunen Bocholt und Saerbeck beispielhaft Klimaschutz- und Anpas­sungsmaßnahmen.

Weitere Informationen:
www.klimaschutztour.nrw.de
www.klimaschutz.nrw.de
www.EnergieAgentur.NRW.de

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz Telefon 0211 4566-294.

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