Städte und Gemeinden profitieren von der beschleunigten Energiewende und vom Klimaschutz

4. Mai 2012

Minister Remmel: Städte und Gemeinden profitieren von der beschleunigten Energiewende und vom Klimaschutz – NRW braucht Investitionsschub

Klimaschutzminister Johannes Remmel hat anlässlich seiner Klimaschutztour gemeinsam mit seinem Staatssekretär Udo Paschedag und einer Delegation der EnergieAgentur.NRW den Schauplatz für eines der derzeit größten Wasserkraftprojekte Deutschlands besucht.

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel hat anlässlich seiner Klimaschutztour gemeinsam mit seinem Staatssekretär Udo Paschedag und einer Delegation der EnergieAgentur.NRW den Schauplatz für eines der derzeit größten Wasserkraftprojekte Deutschlands besucht. Bis 2019/2020 will die Trianel GmbH, ein Zusammenschluss von 51 Stadtwerken mit Hauptsitz in Aachen, auf dem Gebiet der Städte Höxter und Beverungen für rund 500 Millionen Euro ein Pumpspeicherkraftwerk entstehen lassen. Derzeit wird die Machbarkeit des Projektes geprüft, die Räte der betroffenen Städte haben sich bereits im Juli 2011 für die positive Begleitung ausgesprochen. „Nach neuen Speichertechnologien zu suchen, bedeutet nicht, dass wir künftig auf bewährte und gleichsam nachhaltige Energiespeicher wie die Pumpspeicherkraftwerke verzichten können. Wir müssen sämtliche Potenziale der Wasserkraft für die Energiewende nutzen“, erklärte Minister Johannes Remmel.

Minister Remmel sieht in einem ambitionierten Klimaschutz große Chancen für die heimischen Unternehmen sowie die Kommunen. „Klimaschutz ist nicht nur eine ökologische Herausforderung, sondern auch eine ökonomische Chance. Klimaschutz ist einer der wichtigsten Wachstumsmotoren der Zukunft“, sagte Minister Remmel in Höxter. „Klimaschutz ist Fortschrittsmotor für Wirtschaft und Umwelt. Zu den Profiteuren gehören auch Städte und Gemeinden, weil sich die Nutzung erneuerbarer Energien positiv auf die kommunale Wertschöpfung auswirkt. Wir wollen wirksamen Klimaschutz sicherstellen und zugleich die heimischen Standorte stärken. Der richtige Weg ist dafür, Ökologie und Ökonomie zusammenzuführen“, betonte der Minister. Die Landesregierung wolle dies aktiv unterstützen und forcieren.

Die Nettoleistung des Kraftwerkes Nethe soll 390 MW betragen, das Speichervolumen 4,2 Millionen Kubikmeter. Bei einer Fallhöhe von 223 Metern beträgt der Durchlauf 195 Kubikmeter pro Sekunde. Bei einem Dauervolllastbetrieb von sechs Stunden/Tag könnte das Pumpspeicherkraftwerk Nethe den Jahres-Strombedarf von rund 200.000 Vier-Personen-Haushalten decken. Die Planung sieht vor, das Pumpspeicherkraftwerk als so genanntes Schachtkraftwerk zu errichten. Bei einem Schachtkraftwerk wird durch Brunnenbautechnik ein 70 bis 100 Meter tiefer Schacht gegraben. Am Boden des Schachtes sitzt die Turbine, die über oberirdische Kranvorrichtungen in den Schacht hinab gelassen wird. „Pumpspeicherkraftwerke sind – verglichen mit anderen Speicherlösungen – eine etablierte Technik, verfügen über einen hohen Wirkungsgrad und eine perspektivische Wirtschaftlichkeit. Darüber hinaus sind sie technisch ausgereift und seit Jahrzehnten in der Praxis bewährt“, so Stefan Prott vom Büro für Wasserkraft der EnergieAgentur.NRW.

Pumpspeicherkraftwerken kommt bei der Integration von erneuerbaren Energien eine besondere Bedeutung zu. Kurzfristige Schwankungen können auftreten, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht. Durch Speichertechnologien können auch Lastspitzen aufgefangen werden. Die Leistung kann im Netz durch intelligent platzierte Wasserspeicher konstant gehalten werden.

„Der Standort im Kreis Höxter gehört nach unseren Untersuchungen zu den drei besten Standorten deutschlandweit“, so Dr. Markus Hakes, Projektleiter bei Trianel. Besonders wichtig: „Die Akzeptanz für das Pumpspeicherkraftwerk Nethe ist bei den Menschen in Beverungen und Höxter hoch“, ergänzt Hakes. Eine der größten Herausforderungen im Bereich des Unterbeckens ist der Hochwasserschutz der Stadtteile Amelunxen und Ottbergen. Trianel hat sich gegenüber den Kommunen verpflichtet, bei einer Realisierung des Projekts den Hochwasserschutz nicht nur auf dem derzeitigen Stand zu erhalten, sondern nach Möglichkeit zu verbessern. Zudem sollen auf Informationsveranstaltungen die Bürger zur Beteiligung angeregt werden.

„Allen Prognosen zum Trotz, die Potenziale der Wasserkraft seien in NRW ausgereizt, erleben wir gerade – motiviert durch die Energiewende – das genaue Gegenteil: Neue Projekte erschließen neue Potenziale. Und es ist kein Zufall, dass Stadtwerke dabei Initiative beweisen und eine herausgehobene Rolle spielen. Sie dokumentieren damit die Rekommunalisierung der Energieversorgung“, erklärte Staatssekretär Udo Paschedag. So werde zum Beispiel in Duisburg auch der Bau eines Laufwasserkraftwerkes an der Ruhr durch die dortigen Stadtwerke geprüft. Die Nutzung von Pumpspeichern auf Bergehalden ist das Thema einer Machbarkeitstudie, beauftragt von der RAG. Auch die Nutzung stillgelegter Bergwerke als Untertagespeicher wird derzeit von Wissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen untersucht.

Der Kreis Höxter ist die 19. Station der „NRW-Klimaschutztour“ von Minister Remmel. Ziel der Besuchsreihe ist es, das Augenmerk der Öffentlichkeit auf wichtige Zukunftstechnologien, Wachstumsmärkte und innovative Firmen im Bereich der Wirtschaft zu lenken, aber auch wichtige Projekte des Klimaschutzes, der Klimaanpassung und der beschleunigten Energiewende zu präsentieren sowie auf den fortschreitenden Klimawandel in NRW hinzuweisen. Der Auftakt der Tour war im Juli 2011. Im Fokus der Klimaschutztour 2012 von Minister Remmel steht im ersten Halbjahr der Klimawandel und wie die Folgen für NRW abgemildert werden können: Die Landwirtschaft muss sich auf veränderte Vegetationsperioden einstellen, Städte müssen ihre Bürgerinnen und Bürger vor den Folgen von Hitzeperioden in den Sommermonaten schützen, steigende Temperaturen von Flüssen stellen im Sommer Kraftwerksbetreiber vor Probleme und auch die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten verändert sich durch die Erwärmung. Das Umweltministerium lässt die Folgen des Klimawandels regelmäßig untersuchen und hat eine Vielzahl an Anpassungsmaßnahmen eingeleitet. Unter anderem zeigen die NRW-Klimakommunen Bocholt und Saerbeck beispielhaft Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen.

Weitere Informationen:
www.klimaschutztour.nrw.de
www.klimaschutz.nrw.de
www.EnergieAgentur.NRW.de

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz Telefon 0211 4566-748 (Stephan Malessa).

Weitere

Pressemitteilungen

Weitere

Informationen

Pressefotos

Download

Keine Ergebnistreffer

Kontakt

Pressestelle

Keine Ergebnistreffer

Verwandte

Meldungen

Verwandte

Themen

Information

Downloads

Keine Ergebnistreffer

Links

Zum Thema

Information

Karte

Abonnieren

Newsletter

Abonnieren Sie hier den Newsletter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen oder bestellen Sie ihn ab.