Potenziale im wachsenden Öko-Markt durch bessere Förderung nutzen

18. Februar 2011

Minister Remmel: Potenziale im wachsenden Öko-Markt durch bessere Förderung nutzen – weitere Verluste von Marktanteilen vermeiden

Deutschland ist EU-weit der größte Absatzmarkt für Bioprodukte und deren Umsatz steigt stetig an. Allerdings halten die deutschen Erzeuger mit dieser Entwicklung nicht mit, so dass immer mehr Bioprodukte importiert werden müssen. „Die Umstellungsanreize reichen nicht aus. Um mehr Landwirte zu gewinnen, muss die ökologische Landwirtschaft aber auch politisch gewollt werden“, sagte Landwirtschaftsminister Johannes Remmel.

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Deutschland ist EU-weit der größte Absatzmarkt für Bioprodukte und deren Umsatz steigt stetig an. Allerdings halten die deutschen Erzeuger mit dieser Entwicklung nicht mit, so dass immer mehr Bioprodukte importiert werden müssen. „Die Umstellungsanreize reichen nicht aus. Um mehr Landwirte zu gewinnen, muss die ökologische Landwirtschaft aber auch politisch gewollt werden“, sagte der nordrhein-westfälische Landwirtschaftsminister Johannes Remmel heute bei seinem Besuch auf der BioFach Messe in Nürnberg. „Dieser Wille ist bei der Bundesregierung nicht zu erkennen. Ich bin tief enttäuscht, dass Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner sich bei der Verabschiedung des Bundeshaushalts nicht gegen die Angriffe auf das ‚Bundesprogramm Ökologischer Landbau’ zur Wehr gesetzt hat. Das Ergebnis: Die Mittel für das Bundesprogramm reichen schon heute nicht aus. Hinzu kommt, dass diese Mittel nicht mehr für wichtige und innovative Studien und Projekte zum ökologischen Landbau reserviert sind. Dabei muss doch unser gemeinsames Ziel sein, die Entwicklung des Öko-Landbaus auf allen Ebenen voranzutreiben.“

Laut einer Studie des Instituts für Organischen Landbau der Universität Bonn ist der Handelsumsatz in den Jahren 2000 bis 2009 um 180 Prozent gestiegen, die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland dagegen nur um 75 Prozent. Minister Remmel führt diese Entwicklung auf eine unzureichende Förderpolitik zurück: „Einige Nachbarn aus der EU machen es vor: Mit einer gezielten Förderpolitik wird der Ökolandbau ambitioniert vorangetrieben, um den deutschen Markt mit Bioprodukten zu beliefern. Deshalb benötigen wir in ganz Deutschland eine Förderung auf einem sehr viel höheren Niveau. Nur dann können wir das Potenzial des heimischen Biomarktes ausschöpfen“, so Remmel. Das Land Nordrhein-Westfalen will deshalb so bald wie möglich die Fördersätze für die Umstellungsphase auf ökologischen Anbau erhöhen:

  • bei Ackerflächen von 324 Euro auf 400 Euro pro Hektar,
  • bei Gemüsebau von 900 Euro auf 1.200 Euro pro Hektar und
  • bei Dauerkulturen von 1.404 Euro auf 1.800 Euro pro Hektar.

Die neuen Fördersätze sollen in Kürze bei der Europäischen Kommission zur Genehmigung eingereicht werden und bereits ab dem Förderjahr 2011/2012 gelten.

„Alleine mit höheren Fördersätzen ist es aber nicht getan“, ergänzt der Minister. „Wir müssen auch Strukturen entwickeln, die einen sicheren Absatz von Ökoprodukten auf regionaler Ebene ermöglichen. Die Landwirte benötigen verlässliche Partner und Sicherheiten, damit sie ihre Produkte auch zu guten Preisen vermarkten können. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem westfälisch-lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) eine Marktstudie in Auftrag gegeben, die uns Absatzchancen und ganz konkrete Möglichkeiten für eine regionale Vermarktung von Ökoprodukten aufzeigen soll.“

Auf der BioFach Messe in Nürnberg präsentiert sich das NRW-Landwirtschaftsministerium gemeinsam mit 32 nordrhein-westfälischen Unternehmen der Bio-Branche. Auf 860 Quadratmetern Fläche stellen die Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen eine breite Palette an Bioprodukten aus. Damit nimmt Nordrhein-Westfalen bei den Gemeinschaftsständen deutscher Bundesländer den Spitzenplatz ein.

In Nordrhein-Westfalen wirtschaften aktuell rund 1750 landwirtschaftliche Betriebe auf etwa 63.000 Hektar nach den gesetzlichen Vorschriften der „EG-Verordnung Ökologischer Landbau“. Das sind 4,2 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche und 3,7 Prozent aller NRW-Betriebe. Hinzu kommen rund 1250 Unternehmen, die Bio-Produkte verarbeiten.

Weitere Informationen zum Ökolandbau in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter www.umwelt.nrw.de.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Telefon 0211 4566-719 (Wilhelm Deitermann).

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