Minister Remmel: Mehr Schub für Öko-Landwirtschaft

9. August 2011

Minister Remmel: Mehr Schub für Öko-Landwirtschaft, um Bedarf an Biolebensmitteln in NRW zu decken / Minister Remmel und WLV-Präsident Möllers stellen Studie „Regionalvermarktung von Ökoprodukten“ vor

Das Marktpotential für Biolebensmittel wird in Nordrhein-Westfalen derzeit nicht ausgeschöpft. Das ist ein zentrales Ergebnis der Studie „Regionalvermarktung von Ökoprodukten“ des NRW-Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministeriums und des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV). Minister Remmel will der Öko-Landwirtschaft mehr Schub geben.

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz und der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband teilen mit:

Das Marktpotential für Biolebensmittel wird in Nordrhein-Westfalen derzeit nicht ausgeschöpft. Das ist ein zentrales Ergebnis der Studie „Regionalvermarktung von Ökoprodukten“ des NRW-Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministeriums und des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), die heute in Düsseldorf vorgestellt wurde. Aktuell werden 68.000 Hektar in NRW ökologisch bewirtschaftet, weitere 36.000 Hektar müssten umgestellt werden, um den nordrhein-westfälischen Bedarf mit regional erzeugten Biolebensmitteln zu decken. In den Bereichen biologisch erzeugtes Getreide, Gemüse und Obst sowie bei Öko-Schweinefleisch und bei Bio-Eiern gibt es erheb­lichen Nachholbedarf. Dementsprechend bestehen für nordrhein-westfälische Landwirte, die gerne auf ökologischen Anbau umstellen möchten, derzeit sehr gute Chancen sich am Markt zu etablieren und Verarbeitung und Handel mit Ökoprodukten aus regionaler Herkunft zu beliefern.

„Die Lebensmittelskandale der letzten Jahre haben viele Verbraucherin­nen und Verbraucher verunsichert. Unter anderem deshalb wird immer mehr Wert auf Lebensmittel aus der Region, auf transparente Produk­tionswege und lokale Vermarktung gelegt. Doch NRW ist derzeit nicht in der Lage, die starke Nachfrage aus eigener Produktion zu decken. Wir müssen Bioprodukte importieren. Und das wollen wir gemeinsam mit der Landwirtschaft ändern“, erläuterte Landwirtschafts- und Verbraucher­schutzminister Johannes Remmel. „Die vorliegende Studie zeigt uns Wege auf, wie regionale Vermarktung besser funktionieren kann und wie wir NRW-Lebensmittel mit positivem Image positionieren können. Es geht jetzt darum, die entsprechenden Strukturen weiterzuentwickeln. Dazu wird die gesamte Wertschöpfungskette benötigt, vom Landwirt bis zum Supermarkt, im fairen Zusammenspiel, damit die Produkte auch zu guten Preisen vermarktet werden können.“

WLV-Präsident Franz-Josef Möllers: „Wir begrüßen es ausdrücklich, wenn Landwirte ihre Chancen im Ökolandbau suchen. Die Impulse für einen weiteren Ausbau der ökologischen Erzeugung müssen vom Markt ausgehen und unterstützt werden. Voraussetzung dafür ist die dauer­hafte Erzielung eines ausreichenden Familieneinkommens. Regional­vermarktung ist dabei ein Instrument, um die heimische Wertschöpfung zu sichern.“

Ausgangspunkt der Studie waren verstärkte Importe und eine recht geringe Bereitschaft der nordrhein-westfälischen Landwirtschaft, auf ökologische Erzeugung umzustellen. Verstärkten Anreiz für den Umstieg von konventioneller Landwirtschaft auf Öko-Anbau bietet das NRW-Landwirtschaftsministerium bereits mit angehobenen Umstel­lungshilfen: bei Ackerflächen von 324 auf 400 Euro pro Hektar, bei Gemüsebauflächen von 900 auf 1.200 Euro pro Hektar und bei Dauer­kulturen von 1.404 Euro auf 1.800 Euro pro Hektar.

„Die Studie ist der Startpunkt für unsere gemeinsame Initiative, das Potential der heimischen Landwirtschaft zu nutzen, regionale Strukturen zu entwickeln und Konzepte für eine funktionierende Regionalver­marktung von Öko-Erzeugnissen in NRW zu entwickeln“, so Minister Remmel.

Auf der Grundlage der Studienergebnisse soll in der Region Ostwest­falen ein Pilotprojekt zum Anbau und zur regionalen Vermarktung von Bio-Gemüse gestartet werden. Verstärkt soll über den Ökolandbau informiert sowie mit Beratung und Vermarktungsförderung eine bessere Vernetzung der gesamten Wertschöpfungskette erreicht werden.

Die in der Studie aufgeführten Beispiele aus ganz NRW zeigen, dass in Nordrhein-Westfalen auf allen Ebenen bereits an der Entwicklung regionaler Strukturen gearbeitet wird. Insbesondere der Aufbau neuer Geschäftsbeziehungen und die Koordination der Warenströme bedeu­ten einen großen Aufwand für die Unternehmen und erschweren so oftmals die Bildung von Initiativen zur Regionalvermarktung. Um das bekundete Potenzial der Regionalvermarktung zu heben, ist es ange­bracht – im Rahmen bestehender rechtlicher und finanzieller Möglich­keiten – die Vernetzung und Koordination zu fördern.

Weitere Informationen zu den Themen regionale Vermarktung und Ökolandbau sowie die Marktstudie „Regionalvermarktung von Öko-Produkten“ sind zu finden unter www.umwelt.nrw.de und www.wlv.de. Die Studie kann in gedruckter Form im NRW-Landwirt­schaftsministerium unter der Telefonnummer 0211-4566-666, per Fax unter 0211-4566-388, per E-Mail unter infoservice@mkulnv.nrw.de sowie beim Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband unter Telefon 0251-4175-101 oder per E-Mail unter info@wlv.de angefordert werden.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Telefon 0211 4566-719 (Wilhelm Deitermann).

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