Renaturierung der Lippe

13. April 2017

Minister Remmel: Längster Fluss in NRW soll natürlicher und wilder werden

Renaturierung der Lippe: Umweltministerium unterzeichnet Vereinbarung mit Lippeverband

Das Umweltministerium will dazu beitragen, dass die Gewässerstruktur der Lippe deutlich verbessert wird. Der längste Fluss Nordrhein-Westfalens soll in den kommenden Jahren wieder natürlicher – und dort, wo es geht, auch wilder werden. Auf der Grundlage der heute unterzeichneten Vereinbarung zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Lippeverband, der bereits seit mehreren Jahrzehnten die Lippe unterhält, soll neben der Gewässerunterhaltung auch der notwendige Gewässerausbau vorgenommen werden.

 
Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Das Umweltministerium will dazu beitragen, dass die Gewässerstruktur der Lippe deutlich verbessert wird. Der längste Fluss Nordrhein-Westfalens soll in den kommenden Jahren wieder natürlicher – und dort, wo es geht, auch wilder werden. Auf der Grundlage der heute unterzeichneten Vereinbarung zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Lippeverband, der bereits seit mehreren Jahrzehnten die Lippe unterhält, soll neben der Gewässerunterhaltung auch der notwendige Gewässerausbau vorgenommen werden. Nach aktueller Schätzung werden sich die Kosten für die Renaturierung der Lippe auf bis zu 300 Millionen Euro belaufen, die das Land NRW trägt. „Ich freue mich sehr, dass wir heute einen weiteren Schritt machen können, um die früher stark industriell geprägte Lippe jetzt weitgehend zu renaturieren“, sagte Umweltminister Johannes Remmel.
 
Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes, fügte hinzu: „Auf den ersten Blick erscheint die Lippe bereits heute recht idyllisch und naturnah. Das Schicksal der Emscher als kanalisierter Betonlauf, als sogenannte Köttelbecke, hat die Lippe glücklicherweise nie ereilt. Nach wie vor verfügt sie über viele Kurven und Mäander – doch es könnten eben auch noch etwas mehr sein, auch im Sinne einer artenreichen Lebensvielfalt und eines verbesserten Hochwasserschutzes. Dort, wo die Lippe begradigt ist, wollen wir sie künftig wieder freier fließen lassen. Mit der neuen Vereinbarung setzen wir die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Land NRW fort. Die durch das Land gesicherte Finanzierung schafft für uns eine neue Arbeitsgrundlage und dem bald schönsten Fluss des Landes eine Perspektive für die Zukunft.“
 
Die Lippe ist im rund 150 Kilometer langen Bereich zwischen ihrer Mündung in den Rhein bei Wesel und der Einmündung der Pader bei Lippborg ein sogenanntes Gewässer erster Ordnung. Für die Unterhaltung und den Ausbau dieses Teils der Lippe ist daher das Land NRW zuständig, die Aufgabe wurde jedoch an den Lippeverband übertragen. Trotz einer in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbesserten Wasserqualität sind weitere Verbesserungsmaßnahmen insbesondere bei der Gewässerstruktur erforderlich. Diese wurden in den vergangenen Jahren im Rahmen sogenannter Umsetzungsfahrpläne erarbeitet und zwischen dem Land, dem Lippeverband und den betroffenen regionalen und lokalen Akteuren abgestimmt.
 
Die engen Ufer der Lippe sollen natürlicher und so weit wie möglich entfesselt werden. Auen dürfen wieder unter Wasser stehen und an den Wehren werden Fischtreppen gebaut. Das natürliche Aussehen des Flusses wird wieder hergestellt, und dort, wo es möglich ist, wird die Entwicklung von Wildnis zugelassen.
 
„Das ist jetzt möglich, weil sich im Lippegebiet die historischen Nutzungen stark verändert haben. Einige sind in den vergangenen Jahren sogar fast vollständig verschwunden, wie zum Beispiel der Bergbau“, sagte Minister Remmel. Auch die Einstellung der Menschen habe sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Heute werde der Bedeutung einer intakten Natur und Umwelt wesentlich größere Bedeutung zugemessen als früher.
 
Die geplanten Maßnahmen dienen nicht nur der Verbesserung der Gewässerökologie, es werden auch zahlreiche neue Möglichkeiten zur Naherholung entstehen. Weil die Gewässerauen als natürliche Rückhalteflächen zusätzliche Wassermengen speichern können, wird auch gleichzeitig der Hochwasserschutz verbessert. Minister Remmel: „Die Menschen an der Lippe werden erkennen und erleben können, wie ein Gebiet, das früher durch eine sehr starke Industrialisierung mit Kohle und Kraftwerken geprägt war, sich nun auf ganz andere Stärken besinnt. Die Lippe wird in Zukunft noch viel mehr als in der Vergangenheit auch für Naturerlebnis und Erholung und damit für die hohe Lebensqualität in NRW stehen.“
 
Einige Maßnahmen des Lippeverbandes laufen bereits beziehungsweise sind schon fertig gestellt worden: Die Mündung der Lippe in den Rhein wurde bereits vor einigen Jahren neu gestaltet. Am Haus Vogelsang in Datteln hat der 1. Bauabschnitt zur Lippe-Renaturierung vor einem Jahr begonnen, der Start des 2. Bauabschnitts steht unmittelbar bevor. Ebenfalls begonnen wurde mit dem Neubau der Lippe-Deiche im Bereich Haltern und Marl. Damit einher geht auch die Schaffung einer neuen Lippe-Auenfläche. Weitere Maßnahmen sind unter anderem in Hamm, Lünen und Werne geplant.
 

Mehr Informationen zur Lippe

http://www.eglv.de/lippeverband/
 
https://www.umwelt.nrw.de/fileadmin/redaktion/Broschueren/auf_zu_neuen_alten_ufern_nrw_broschuere.pdf

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