Klimawandel wird zu mehr Wetterextremen auch in NRW führen

12. März 2012

Minister Remmel: Klimawandel wird zu mehr Wetterextremen auch in NRW führen

Der Klimawandel hat immer sichtbarere Folgen für Nordrhein-Westfalen: Experten erwarten in der Zukunft mehr Wetterextreme und häufigere oder extremere Hochwasser an Bächen und Flüsse in NRW.

  • 13. Station der Klimaschutztour: Minister Remmel informiert sich über Hochwasserschutz in Köln
  • Extreme oder häufigere Hochwasser werden als Klimafolgen wahrscheinlicher


Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Der Klimawandel hat immer sichtbarere Folgen für Nordrhein-Westfalen: Experten erwarten in der Zukunft mehr Wetterextreme und häufigere oder extremere Hochwasser an Bächen und Flüsse in NRW. „Der Klimawandel hinterlässt auch in NRW immer sichtbarere Spuren. Diese Folgen sind nicht nur für die Umwelt verheerend, sondern auch ökonomisch schädlich. Deutschland und NRW können sich von den Wetterextremen nicht abkoppeln: Die Zahl der wetterbedingten Schadensereignisse hat sich nach Aussagen der Münchener Rückversicherungen in den letzten 40 Jahren in Deutschland bereits mehr als verdreifacht. Der Klimawandel ist daher kein abstraktes Gebilde. Er trifft uns alle – und das nicht nur in fernen Ländern, sondern auch hier bei uns vor der Haustür“, sagte der nordrhein-westfälische Klimaschutz- und Umweltminister Johannes Remmel.

Klimaschutzminister Johannes Remmel hat sich deshalb auf der 13. Station der NRW-Klimaschutztour über Anpassungsmaßnahmen und Hochwasserschutz in Köln informiert. Er besuchte den Rückhalteraum Köln-Porz-Langel. „Wir müssen uns auf die Folgen des Klimawandels einstellen. Dazu gehört zum Beispiel ein vorsorgender Schutz vor Hochwasser“, sagte Remmel. „Städte, Gemeinden, Wasserverbände und Deichverbände müssen Schadensrisiken durch Hochwasser identifizieren und hier vorsorgen. Das Land unterstützt sie dabei, zum Beispiel mit der Erstellung von Gefahren- und Risikokarten für Hochwasser.“

Nach einer Studie des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zeichnet sich bis zum Jahr 2100 eine deutliche Erhöhung der mittleren Hochwasserverhältnisse ab. Für den Rhein in Nordrhein-Westfalen erwartet die „Internationale Kommission für die Hydrologie des Rheingebietes“ ähnliche Tendenzen. Allerdings weisen die Modelle noch Unsicherheiten auf. Es lässt sich heute noch nicht abschließend vorhersagen, ob die Häufigkeit von Hochwasser zunimmt oder ob nur mit höheren Wasserständen bei extremen Ereignissen gerechnet werden muss. „Hochwasser und andere Folgen wie zum Beispiel Hitzeperioden können sich auf die Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen auswirken“, betonte Remmel. Auch heute können schon extreme Hochwasser, wie an Elbe und Oder sowie im Münsterland erlebt, auftreten. „Ein absoluter Schutz vor Hochwasser wird auch in Zukunft nicht möglich sein. Aber wir können uns vorbereiten und Risiken minimieren“, sagte der Minister.

Die Stadt Köln hat aufgrund ihrer exponierten Lage am Rhein mit ihrem Hochwasserschutzkonzept früh reagiert und ein Hochwasserrisikomanagement entwickelt, das viele Aspekte einer vorsorgenden Schadensminderung im Hochwasserfall integriert. Der erste steuerbare Rückhalteraum in Nordrhein-Westfalen wurde im Jahr 2009 in Betrieb genommen. Im Falle eines Rheinhochwassers werden bis zu fünf Millionen Kubikmeter auf eine etwa 160 Hektar große Fläche geleitet, der Pegel sinkt um bis zu fünf Zentimeter. Das Land hat die 18 Millionen Euro teure Baumaßnahme finanziert. Der Retentionsraum im Langeler Bogen dient einerseits unmittelbar dem Hochwasserschutz der Ortsteile Köln-Porz-Langel und der Niederkasseler Ortsteile Lülsdorf und Ranzel, andererseits aber auch als Ausgleichsmaßnahme für entfallende Retentionsflächen in Köln und Niederkassel. Schließlich trägt der gesteuerte Retentionsraum auch überregional zur Dämpfung großer Hochwasserspitzen und zur Verminderung der Ablaufgeschwindigkeit der Hochwasserwellen bei.

Otto Schaaf, Vorstand der Stadtentwässerungsbetriebe in Köln, sieht im Retentionsraum Langeler Bogen ein gutes Beispiel für eine notwendige Zusammenarbeit zwischen Ober- und Unterliegern. Denn der Hochwasserschutz in Köln sei auch abhängig davon, dass im Mittel- und Oberrheinbereich vorhandene Rückhaltepotenziale genutzt würden. Dies werde nur gelingen, wenn hochwasserbetroffene Städte wie Köln auch ihre Möglichkeiten nutzen.

„Klimaschutz bedeutet nicht nur Verringerung von CO2-Emissionen, so wie wir es in NRW planen. Klimaschutz bedeutet auch Schutz der Menschen vor den Folgen des Klimawandels. Wir müssen beides anpacken: Menschen und Klima schützen. Das ist Klimaschutz – made in NRW“, sagte Remmel. Die Landesregierung hat im Oktober 2011 den Entwurf für das erste deutsche Klimaschutzgesetz mit verbindlichen Minderungszielen auf den Weg gebracht. Damit wird ein wichtiges Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt. Die Gesamtsumme der Treibhausgasemissionen in Nordrhein-Westfalen soll bis zum Jahr 2020 um mindestens 25 Prozent und bis zum Jahr 2050 um mindestens 80 Prozent im Vergleich zu den Gesamtemissionen des Jahres 1990 verringert werden.

Köln ist die 13. Station der „NRW-Klimaschutztour“ von Minister Remmel. Ziel der Besuchsreihe ist es, das Augenmerk der Öffentlichkeit auf wichtige Zukunftstechnologien, Wachstumsmärkte und innovative Firmen im Bereich der Wirtschaft zu lenken, aber auch wichtige Projekte des Klimaschutzes, der Klimaanpassung und der beschleunigten Energiewende zu präsentieren. Der Auftakt der Tour war im Juli 2011. Im Fokus der Klimaschutztour 2012 von Minister Remmel steht im ersten Halbjahr der Klimawandel und wie die Folgen für NRW abgemildert werden können: Die Landwirtschaft muss sich auf veränderte Vegetationsperioden einstellen, Städte müssen ihre Bürgerinnen und Bürger vor den Folgen von Hitzeperioden in den Sommermonaten schützen, steigende Temperaturen von Flüssen stellen im Sommer Kraftwerksbetreiber vor Probleme und auch die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten verändert sich durch die Erwärmung. Das Umweltministerium lässt die Folgen des Klimawandels regelmäßig untersuchen und hat eine Vielzahl an Anpassungsmaßnahmen eingeleitet. Unter anderem zeigen die NRW-Klimakommunen Bocholt und Saerbeck beispielhaft Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen.

Die Folgen des Klimawandels weltweit:

Weltweit gab es 2010 und 2011 zahlreiche neue Wetter-Rekorde: Im Mai 2010 etwa in Pakistan mit 53,5 Grad die höchste jemals in Asien gemessene Temperatur, am 28. September 2010 mit 45 Grad einen neuen Temperaturrekord für Los Angeles und im Januar 2011 einen neuen Niederschlagsrekord im australischen Queensland. Zeitgleich erreichte die Wassertemperatur vor der Küste Ost-Australiens den höchsten jemals gemessenen Wert.

Weitere Informationen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Studie des LANUV sowie eine Übersicht über die Klimaschutztour: www.klimaschutztour.nrw.de

www.klimaschutz.nrw.de

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Telefon 0211 4566-748 (Stephan Malessa).

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