Remmel: InnovationCity Ruhr ist Vorbild für den Klimaschutz

10. Mai 2012

Minister Remmel: InnovationCity Ruhr ist Vorbild für den Klimaschutz und Aufbruchsignal für die beschleunigte Energiewende / - Energetische Sanierung ist eine wichtige Säule der beschleunigten Energiewende

Umweltminister Johannes Remmel sieht in einem ambitionierten Klima­schutz und der beschleunigter Energiewende großes Potenzial für die NRW-Wirtschaft und die heimischen Kommunen. „Klimaschutz und die Energiewende sind Fortschrittsmotoren für Wirtschaft und Umwelt. Zu den Profiteuren gehören auch Städte und Gemeinden, weil sich die Nut­zung erneuerbarer Energien positiv auf die kommunale Wertschöpfung auswirkt."

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Umweltminister Johannes Remmel sieht in einem ambitionierten Klima­schutz und der beschleunigter Energiewende großes Potenzial für die NRW-Wirtschaft und die heimischen Kommunen. „Klimaschutz und die Energiewende sind Fortschrittsmotoren für Wirtschaft und Umwelt. Zu den Profiteuren gehören auch Städte und Gemeinden, weil sich die Nut­zung erneuerbarer Energien positiv auf die kommunale Wertschöpfung auswirkt. Wir wollen wirksamen Klimaschutz sicherstellen und zugleich die heimischen Standorte stärken. Der richtige Weg ist dafür, Ökologie und Ökonomie zusammenzuführen“, betonte der Minister anlässlich sei­nes Besuchs der InnovationCity Ruhr in Bottrop. Die beschleunigte Energiewende öffnet den Kommunen finanzielle Spielräume, weil die Wertschöpfung vor Ort stattfindet. So betrug der Beitrag der Erneuerba­ren Energien zur kommunalen Wertschöpfung im Jahr 2010 laut einer Schätzung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung 10,5 Milli­arden Euro.

Minister Remmel informierte sich anlässlich der 20. Etappe der Klima­schutztour gemeinsam mit einer Delegation der EnergieAgentur.NRW über das Projekt. „InnovationCity ist ein Aufbruchsignal für die gesamte Region. Hier  wird ein ganzer Stadtteil in einer der stärksten Industrie- und Energieregionen Europas zur Modellstadt der beschleunigten Energiewende“, erklärte der Minister. „Innovation City ist zugleich ein Schaufenster für die Leistungsfähigkeit der heimischen Wirtschaft. Die Landesregierung wird dieses Vorhaben der NRW-Industrie unterstüt­zen.“

Im Süden der Stadt Bottrop entsteht auf einer Fläche von 2.500 Hektar das Modell für die energetische Modernisierung des gesamten Ruhrge­biets. Ziel ist es, den Energiebedarf der InnovationCity mit seinen 69.000 Einwohnern mit Hilfe von Klimaschutz- und Energieeffizienzpro­jekten um mehr als die Hälfte zu reduzieren. Dazu gehören Projekte für Mobilität, Gebäude und Energieeffizienz in der Industrie. Unlängst wurde dem Projekt der Immobilien-Award eines Immobilien-Fachmaga­zins verliehen.
Minister Remmel begrüßte den Modellcharakter der InnovationCity Ruhr: „In Nordrhein-Westfalen wurde von der EnergieAgentur.NRW be­reits mit den 50 Solarsiedlungen und dem Projekt 100 Klimaschutzsied­lungen Pionierarbeit geleistet. Mit InnovationCity sind wir ebenfalls auf einem guten Weg. Wenn wir nachweisen, dass die systematische ener­getische Sanierung in einem Umfeld gelingt, das stark durch die schwerindustrielle Vergangenheit geprägt ist, dann haben wir damit eine Blaupause für die Sanierung von Stadtquartieren weltweit geliefert.“
Gerade im Gebäudebestand gibt es noch große klimarelevante Potenziale. Altbauten gelten nicht erst seit Kurzem als Energiefresser. „Häuser aus den 50-er oder 60-er Jahren, deren energetischer Standard seitdem nie den technischen Möglichkeiten, den energetischen Notwen­digkeiten und den klimatischen Erfordernissen angepasst wurden, verbrauchen weit über 200 Kilowattstunden Heizenergie pro Quadrat­meter und Jahr. Richtig saniert lässt sich der Verbrauch deutlich unter 100 Kilowattstunden senken“, so der Minister.

Seit März läuft im Rahmen der InnovationCity ein Zukunftshauswettbe­werb, der Bestandsgebäude unterschiedlichen Typs (Ein- oder Zweifa­milienhaus, Mehrfamilienhaus, Wohn-Geschäftshaus) sucht, die als Musterhäuser zu Plus-Energie-Häusern umgewandelt werden sollen. Plus-Energie-Häuser produzieren mehr Energie, als sie verbrauchen. „Schon im Vorfeld ist die Resonanz in der Stadt sehr groß“, sagte Inno­vationCity Ruhr-Geschäftsführer Burkhard Drescher zum Wettbewerb. Drescher: „Er ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg, Bottrop zur Mo­dellstadt für Klimaschutz zu machen.“ Inzwischen haben sich rund 70 Hausbesitzer mit ihren Immobilien beworben.

„Wenn es gelingt, Häuser, die mehr Energie produzieren als sie verbrauchen, in den Markt einzuführen, wird dies in Zeiten der be­schleunigten Energiewende einen großen Schub für das klimagerechte Bauen geben“, prognostizierte Andreas Gries von der EnergieAgen­tur.NRW.

Die Energiewende sorgt aber nicht nur im privaten Wohnumfeld für Ver­änderungen. Das Unternehmen Technoboxx hat in jüngster Vergangen­heit seine Energiestruktur zur Versorgung hochenergetischer Produkti­onsprozesse, wie zum Beispiel Schweißen, Walzen oder Drehen auf der Basis von Erneuerbare-Energien-Technologien weiterentwickelt. Auf einer Dachfläche von 1.500 Quadratmetern erzeugen beispielsweise rund 300 Photovoltaik-Module eine Energiemenge von 150.000 Kilo­wattstunden im Jahr – dies ist mehr Strom als Technoboxx verbraucht. Zudem werden Pellet- und Scheitholzbrenner für die Warmwasserbe­reitung und die Versorgung der effizienten Fußbodenheizung genutzt.
„Innovation City“ ist ein weiteres Aushängeschild aus NRW für ambitio­nierten Klimaschutz und die beschleunigte Energiewende. Die Landes­regierung hat in den letzten 20 Monaten 8  zentrale Leitentscheidungen getroffen und Großprojekte aufgelegt, um die Energiewende in NRW weiter zu beschleunigen. Mit dem Entwurf für das erste deutsche Klima­schutzgesetz, dem KlimaschutzSTART-Programm und dem neuen Windenergie-Erlass haben wir zudem Planungssicherheit für die nächsten 30 bis 40 Jahre geschaffen. Remmel: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“

InnovationCity Ruhr ist die 20. Station der „NRW-Klimaschutztour“ von Minister Remmel. Ziel der Besuchsreihe ist es, das Augenmerk der Öf­fentlichkeit auf wichtige Zukunftstechnologien, Wachstumsmärkte und innovative Firmen im Bereich der Wirtschaft zu lenken, aber auch wich­tige Projekte des Klimaschutzes, der Klimaanpassung, der Energieeffi­zienz und der beschleunigten Energiewende zu präsentieren sowie auf den fortschreitenden Klimawandel in NRW hinzuweisen. Der Auftakt der Tour war im Juli 2011. Im Fokus der Klimaschutztour 2012 von Minister Remmel steht im ersten Halbjahr der Klimawandel und wie die Folgen für NRW abgemildert werden können: Die Landwirtschaft muss sich auf veränderte Vegetationsperioden einstellen, Städte müssen ihre Bürge­rinnen und Bürger vor den Folgen von Hitzeperioden in den Sommer­monaten schützen, steigende Temperaturen von Flüssen stellen im Sommer Kraftwerksbetreiber vor Probleme und auch die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten verändert sich durch die Erwärmung. Das Umweltministerium lässt die Folgen des Klimawandels regelmäßig untersu­chen und hat eine Vielzahl an Anpassungsmaßnahmen eingeleitet. Un­ter anderem zeigen die NRW-Klimakommunen Bocholt und Saerbeck beispielhaft Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen.

Weitere Informationen:
www.klimaschutztour.nrw.de
www.klimaschutz.nrw.de
www.EnergieAgentur.NRW.de

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Telefon 0211 4566-748 (Stephan Malessa).

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