Minister Remmel: Fläche ist ein nicht vermehrbares Gut

13. Februar 2014

Minister Remmel: Fläche ist ein nicht vermehrbares Gut / Dialog Landwirtschaft und Umwelt fordert nachhaltigere Flächennutzung

Der dauerhafte Verlust von wertvollen Acker- und Weideflächen ist weltweit und auch in NRW ein immer größeres Problem. Deshalb appelliert der NRW-Dialog Landwirtschaft und Umwelt für eine nachhaltigere Flächennutzung, um langfristig die Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln, Bioenergie und Nachwachsenden Rohstoffen sicherstellen zu können. „Fruchtbare Ackerböden sind weltweit knapp und werden angesichts des Klimawandels und des Wachstums der Weltbevölkerung noch knapper werden“, erklärte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Johannes Remmel.

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Der dauerhafte Verlust von wertvollen Acker- und Weideflächen ist weltweit und auch in NRW ein immer größeres Problem. Deshalb appelliert der NRW-Dialog Landwirtschaft und Umwelt für eine nachhaltigere Flächennutzung, um langfristig die Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln, Bioenergie und Nachwachsenden Rohstoffen sicherstellen zu können. „Fruchtbare Ackerböden sind weltweit knapp und werden angesichts des Klimawandels und des Wachstums der Weltbevölkerung noch knapper werden“, erklärte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Johannes Remmel. „Die Schonung der Flächen und der Schutz des Bodens muss deshalb Priorität haben. Wir brauchen eine nachhaltige Produktion und einen nachhaltigen Konsum, um die bevorstehenden Herausforderungen zu lösen.“

Der Dialog Landwirtschaft und Umwelt spricht sich dafür aus, dass langfristig nicht mehr landwirtschaftliche Fläche pro Person belegt werden darf als im weltweiten Durchschnitt zur Verfügung steht. Pro Bürger in der Europäischen Union werden heute rund 3.100 m² für den Verbrauch von Nahrungsmitteln, Rohstoffen und Bioenergie eingesetzt. Als dauerhaft verträglich gilt jedoch nur eine Flächeninanspruchnahme von 2.000 m² pro Person, um einer weiteren Zerstörung von wertvollen Ökosystemen und einer Reduzierung der Artenvielfalt vorzubeugen.

In Nordrhein-Westfalen stehen sogar nur 600 m² Anbauland pro Kopf und weitere 200 m² Grünland zur Verfügung. Nordrhein-Westfalen ist somit ein „Flächenimporteur“. Für die Versorgung der nordrhein-westfälischen Bürgerinnen und Bürger wird wesentlich mehr Anbaufläche belegt als innerhalb Nordrhein-Westfalens zur Verfügung steht.

Alleine in Nordrhein-Westfalen haben die Verkehrs- und Siedlungsflächen von 1992 bis 2012 um 15,7 Prozent zugenommen. Im Schnitt wurden in diesem Zeitraum 14,4 Hektar Fläche pro Tag verbraucht. Rund 7800 Quadratkilometer Landesfläche waren im Jahr 2012 durch Verkehrs- und Siedlungsflächen belegt, das entspricht in etwa einem Viertel (22,7 Prozent) der gesamten Landesfläche.

Remmel: „Unser Ziel ist, den Flächenverbrauch bis zum Jahr 2020 auf fünf Hektar pro Tag zu senken und langfristig auf Null. Einen weiteren Verlust an Flächen können wir uns angesichts des wachsenden Bedarfs an regionalen Lebensmitteln und des zunehmenden Bedarfs an nachwachsenden Rohstoffen nicht mehr leisten“, erläuterte Minister Remmel. „Wir brauchen ein neues Bewusstsein für den Wert der Natur in unserer Umgebung. Böden sind ein nicht vermehrbares Gut, der schonende Umgang ist eine Verpflichtung gegenüber den nachkommenden Generationen. Wir müssen die Stadtzentren für das Wohnen attraktiver machen – auch für ältere Menschen –, unser Straßennetz modernisieren, statt es auszubauen, und brachliegende Gewerbeflächen sanieren, damit sich Industrie und Gewerbe neu ansiedeln können“, so der Minister.

Zur Verringerung der Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Flächen hält der Dialog Landwirtschaft und Umwelt insbesondere die folgenden Ansätze für geeignet:

Verminderung der Nachfrage nach Flächen für Bioenergiepflanzen

Ausbauziele und Förderinstrumente für Bioenergie müssen die Auswirkungen auf die weltweite Ernährungssituation berücksichtigen und der Ernährung Priorität gewähren.

Reduzierung von Verlusten in der Lebensmittelkette

Lebensmittelabfälle sind aus ethischer, ökologischer, sozialer und ökonomischer Perspektive problematisch. Die Verminderung von Lebensmittelabfällen trägt auch zur Verminderung der Flächeninanspruchnahme bei.

Veränderung der Ernährungsgewohnheiten

Eine maßvolle, ausgewogene und weniger fleischlastige Ernährung, wie sie auch aus gesundheitlichen Gründen angezeigt ist, ist ein wichtiger Beitrag zur Verringerung der Flächeninanspruchnahme.

Flächenbelegung im Kontext einer nachhaltigen Flächennutzung

Die Begrenzung der Flächenbelegung für unseren Konsum ist ein wichtiger Aspekt einer nachhaltigen Flächennutzung, der jedoch nicht isoliert zu betrachten ist. Es bestehen vielfältige Querbezüge zu anderen Handlungsfeldern. Besonders zu nennen sind

  • der Erhalt landwirtschaftlicher Flächen,
  • der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit sowie
  • eine verbesserte Ressourceneffizienz der landwirtschaftlichen Erzeugung.

Erhalt landwirtschaftlicher Flächen

Die weitere Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Böden als Flächen für Siedlung, Gewerbe, Verkehr und Rohstoffabbau ist deutlich zurückzuführen. Langfristig sollte in Nordrhein-Westfalen ein Netto-Null-Flächenverbrauch erreicht werden.

Erhalt der Bodenfruchtbarkeit

Um die Fruchtbarkeit unserer Böden auf Dauer zu erhalten, sollten Erosion, Verdichtungen, Humusabbau und Schadstoffeinträge so weit wie möglich vermieden werden.

Verbesserte Ressourceneffizienz und nachhaltige Intensivierung der landwirtschaftlichen Erzeugung

Angesichts der Herausforderung, bei begrenzten Ressourcen eine wachsende Weltbevölkerung zu versorgen, sind eine verbesserte Ressourceneffizienz der landwirtschaftlichen Erzeugung sowie eine Ertragssteigerung, die sich am Prinzip der Nachhaltigkeit orientiert, erforderlich.

Der Dialog Landwirtschaft und Umwelt hat sich im Februar 2011 auf Initiative von Minister Remmel gegründet. Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind Repräsentanten und Repräsentantinnen von Verbänden und Institutionen aus Landwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz, Tierschutz und Verbraucherschutz sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Diskutiert wurden in bisher sieben Sitzungen Themen aus den Bereichen Agrarpolitik, Naturschutz und Gewässerschutz.

Das Thesenpapier zum Thema Flächenverbrauch des Dialogs Landwirtschaft und Umwelt ist zu finden unter www.umwelt.nrw.de.


Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Telefon: 0211 4566-719 (Wilhelm Deitermann).

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