Klimaschutztour: Minister besucht energieeffiziente Unternehmen

10. August 2011

Minister Remmel: Energieeffizienz bietet noch viel Potenzial / 4. Station der NRW-Klimaschutztour: Minister Remmel besucht energieeffiziente Unternehmen in Dormagen, Lüdenscheid und Meschede

NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel sieht in NRW großes Potenzial bei der Einsparung von Energie. „Die günstigste Kilowattstunde Energie ist die, die nicht verbraucht und produziert wird. Hier müssen wir ansetzen, denn das Potenzial der Einsparung ist gerade in einem Industrieland wie NRW enorm“, sagte Remmel.

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel sieht in NRW großes Potenzial bei der Einsparung von Energie. „Die günstigste Kilowattstunde Energie ist die, die nicht verbraucht und produziert wird. Hier müssen wir ansetzen, denn das Potenzial der Einsparung ist gerade in einem Industrieland wie NRW enorm“, sagte Remmel. Energieeinsparung und Energieeffizienz sind wichtige Faktoren für eine beschleunigte Energiewende. Remmel: „Einige Industrieunternehmen haben in den letzten Jahren enorme Einsparziele erreicht und dadurch auch ihre Kosten gesenkt. Diesen Weg wollen wir weitergehen und auch andere gesellschaftliche Bereiche mit einbinden, etwa den privaten Verbrauch.“

Klimaschutzminister Johannes Remmel hat auf der fünften Etappe seiner Klimaschutztour drei Unternehmen besucht, die besonders energieeffizient arbeiten. „Klimaschutz und wirtschaftliches Denken gehört zusammen. Wer Energie spart, entlastet seine Ausgabenseite. Klimaschutz ist somit keine Umwelt- und Naturromantik, sondern pure ökonomische Vernunft“, sagte Minister Remmel. Die Unternehmen Dralon (Dormagen), Busch-Jaeger Elektro  (Lüdenscheid) und die Brauerei C. & A. Veltins (Meschede)  nehmen am Projekt Mod.EEM (Modulares Energieeffizienzmodell) der EnergieAgentur.NRW teil. Bei diesem Pilotprojekt wird ein online-gestütztes Energiemanagementsystem entwickelt. Rund 100 Unternehmen aus NRW nehmen daran bereits teil.

Die Landesregierung hat sich ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt: Die Gesamtsumme der in Nordrhein-Westfalen emittierten Treibhausgase soll bis 2020 um mindestens 25 Prozent gegenüber 1990 und um mindestens 80 Prozent bis 2050 zu reduzieren. „Wir können diese Ziele nur erreichen, wenn wir konsequent Energie einsparen. Die Unternehmen, die an dem Pilotprojekt teilnehmen, haben sich diesem Ziel verschrieben – im Interesse der Umwelt, aber auch im eigenen.“

Die Unternehmen: Dralon GmbH in Dormagen

Die Dralon GmbH, die Minister Remmel in Dormagen besuchte, wurde 2001 aus der Bayer AG ausgegliedert. Sie produziert an zwei Standorten in Deutschland rund 180 000 Tonnen Acrylfasern pro Jahr für Spinnereien weltweit. Dralonfasern werden unter Verwendung eines Lösungsmittelspinnsystems hergestellt, wobei das Auswaschen und das spätere Recyclen des verwendeten Lösungsmittels energieintensive Prozesse sind, die die Dralon GmbH zum sparsamen Umgang bewegt hat. Durch ein neues Energiemanagementsystem soll der Umgang mit Energie besser koordiniert und effizienter gestaltet werden. Dies sieht die Dralon GmbH auch als Teil ihrer Unternehmenspolitik, die sich der Nachhaltigkeit verpflichtet hat. Zum Beispiel wurde ein Carbon-Foodprint, also die Gesamtsumme der CO2-Emmissionen für die in Dormagen produzierten Fasern erstellt, der im internationalen Vergleich deutliche Vorteile für den Standort Deutschland in Bezug auf die CO2-Emissionen zeigt. Zudem wurden mit den Spediteuren die Vertriebswege optimiert und damit negative Umwelteinwirkungen reduziert. Die Ergebnisse der Energieeinsparung können sich sehen lassen: Durch die technische Optimierung der Produktionsprozesse beim Spinnen der Fasern werden jährlich rund 6400 Megawatt Erdgas und 8900 Megawatt Dampf eingespart. Das bedeutet eine Reduzierung von fast 4,5 Millionen Kilogramm CO2 pro Jahr.

Busch-Jaeger

Busch-Jaeger, ein Unternehmen der ABB-Gruppe mit 1000 Mitarbeitern in Lüdenscheid und Aue (Bad Berleburg), nutzt viele Instrumente der Energieeffizienz: Hier nutzt man in der Haustechnik Kraft-Wärme-Kopplung und Wärmerückgewinnung, hat Gebäudehüllen energetisch saniert, steuert Beleuchtung, Heizung und Beschattung mit modernder Gebäude-Installationstechnik und setzt auf LED-Beleuchtung. Energieeffizienz spielte für Busch-Jaeger Elektro daher auch bei der 18-Millionen-Euro-Investition in ein hochmodernes Logistikzentrum, das 2007 in Lüdenscheid eingeweiht wurde, eine wesentliche Rolle. Aktuell führt Busch-Jaeger ein Energiemanagementsystem ein. Das Unternehmen kann damit seine energetische Leistung durch einen systematischen Ansatz verbessern.

Brauerei Veltins

Die Brauerei C.& A. Veltins GmbH & Co. KG im sauerländischen Meschede gehört zu den zehn größten deutschen Brauereien. Bereits 1966 entstand eine brauereieigene Kläranlage. Inzwischen setzt sich Veltins für Glas-Mehrweg-Verpackungen ein, 2005 hat die Brauerei 20 Millionen Euro in ein technologisch europaweit einmaliges Sortierzentrum für Mehrwegflaschen investiert. Als energetische Maßnahmen wurden in sämtlichen Lüftungsanlagen Abluftwärmetauscher eingebaut – die Wärmerückgewinnung pro Anlage liegt bei fast 1300 Megawatt pro Jahr. Der Gesamtwärmebedarf in der Brauerei reduzierte sich um 10 Prozent, das entspricht einer Einsparung von rund 370.000 Euro pro Jahr. Veltins plant zudem Investitionen in die Energieeffizienzsteigerung bei der Wärmeerzeugung und -versorgung bis Ende 2012 von rund 3,2 Millionen Euro.

Das Projekt Modulares Energieeffizienzmodell

Mit dem Projekt werden Potenziale für mehr Energieeffizienz ermittelt und dokumentiert, um Möglichkeiten zur Kostenoptimierung zu finden. „In der Industrie stecken erhebliche Effizienzpotenziale in Produktionsprozessen und Querschnittstechnologien, in der Verminderung des Energieeinsatzes durch Optimierung von Materialströmen, in der Umsetzung energieeffizienter Produktinnovationen und Dienstleistungen sowie in der Nutzung verhaltensbedingter Einsparpotentiale,“ erläuterte Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW.

Energiemanagement ist – zum Beispiel in Finnland, Österreich und der Schweiz – in Industrie- und Gewerbebetrieben ein bewährtes Instrument zur Verbesserung der Energieeffizienz und damit zur Senkung der CO2-Emissionen. „Die Erfahrungen in diesen europäischen Ländern zeigen, dass eine Vielzahl von Unternehmen bereits in den ersten Jahren durch ein systematisches und genormtes Energiemanagement-System meist mehr als zehn Prozent ihres Energiebedarfs reduzieren konnten. Und da wollen wir hin“, so Minister Remmel.

Der Besuch bei energieeffizienten Unternehmen ist die vierte Station der „Klimaschutztour 2011“ von Minister Remmel. Ziel der Besuchsreihe, die durch die EnergieAgentur.NRW organisiert wird, ist es, das Augenmerk der Öffentlichkeit auf wichtige Zukunftstechnologien, Wachstumsmärkte und innovative Firmen im Bereich der Wirtschaft zu lenken, zudem aber auch wichtige Projekte des Klimaschutzes und der Klimaanpassung zu präsentieren. Die nächste Station ist am 16. August das Unternehmen Hanning & Kahl in Oerlinghausen, ein Zulieferer für Windenergieanlagen.

Weitere Informationen:
www.modeem.dewww.energieagentur.nrw.de; www.umwelt.nrw.de

Rückfragen zum Projekt Mod.EEM: Gerald Orlik/Thomas Gentzow, EnergieAgentur.NRW; 01803/190000

Rückfragen der Redaktionen während der Reise: Oliver Weckbrodt; EnergieAgentur.NRW; 0151/15678845

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Frank Seidlitz, Telefon 0211 4566-294.

Weitere

Pressemitteilungen

Weitere

Informationen

Pressefotos

Download

Keine Ergebnistreffer

Kontakt

Pressestelle

Keine Ergebnistreffer

Verwandte

Meldungen

Verwandte

Themen

Information

Downloads

Keine Ergebnistreffer

Links

Zum Thema

Information

Karte

Abonnieren

Newsletter

Abonnieren Sie hier den Newsletter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen oder bestellen Sie ihn ab.