Minister Remmel: Die EU darf die Fördergelder für den ländlichen Raum nicht kürzen

10. Mai 2013

Minister Remmel: Die EU darf die Fördergelder für den ländlichen Raum nicht kürzen / Start der Sommertour 2013 zum Thema „Ländlicher Raum“

NRW-Umweltminister Johannes Remmel setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes mit starken grünen Regionen ein und wird dies zu einem Schwerpunkt der Legislaturperiode machen. „Nordrhein-Westfalen ist mehr als Kohle und Stahl. NRW ist das bevölkerungsreichste Bundesland und gehört zu den großen Volkswirtschaften Europas. Es ist nicht nur ein bedeutender Industriestandort, sondern auch ein Land mit starken ländlichen Regionen“, sagte Minister Remmel vor Beginn seiner diesjährigen Sommertour Land.Leben.NRW. „Wir wollen eine nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes mit starken grünen Regionen und einer Landwirtschaft, die zum Erhalt und zur Entwicklung lebenswerter ländlicher Räume beiträgt.“ Drei Viertel der Landesfläche Nordrhein- Westfalens werden land- und forstwirtschaftlich genutzt. Ein Drittel der nordrhein- westfälischen Bevölkerung lebt in den ländlichen Räumen, die über eine große Wirtschaftskraft und über viele Entwicklungspotentiale verfügen.

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

NRW-Umweltminister Johannes Remmel setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes mit starken grünen Regionen ein und wird dies zu einem Schwerpunkt der Legislaturperiode machen. „Nordrhein-Westfalen ist mehr als Kohle und Stahl. NRW ist das bevölkerungsreichste Bundesland und gehört zu den großen Volkswirtschaften Europas. Es ist nicht nur ein bedeutender Industriestandort, sondern auch ein Land mit starken ländlichen Regionen“, sagte Minister Remmel vor Beginn seiner diesjährigen Sommertour Land.Leben.NRW. „Wir wollen eine nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes mit starken grünen Regionen und einer Landwirtschaft, die zum Erhalt und zur Entwicklung lebenswerter ländlicher Räume beiträgt.“

Dreiviertel der Landesfläche Nordrhein- Westfalens werden land- und forstwirtschaftlich genutzt. Ein Drittel der nordrhein- westfälischen Bevölkerung lebt in den ländlichen Räumen, die über eine große Wirtschaftskraft und über viele Entwicklungspotentiale verfügen. Die ländlichen Räume Nordrhein- Westfalens haben viele Gesichter. Sie sind Wohn- und Wirtschaftsraum, Natur- und Landschaftsfläche, Erholungsgebiet und Produktionsstandort für eine Land- und Forstwirtschaft, die gesunde Lebensmittel und nachwachsender Rohstoffe erzeugt. Die ländlichen Räume bieten ein hohes Maß an sozialen Netzen und Kultur. Sie existieren nicht für sich allein, sondern leben in der Verbindung mit den Ballungsräumen Nordrhein-Westfalens. In diesem Geflecht suchen die ländlichen Regionen nach eigenen Entwicklungsmöglichkeiten.

Remmel: „Die ländlichen Regionen bieten viele Chancen und Möglichkeit. Sie sind aber auch vielfältigen Herausforderungen und Problemen ausgesetzt.“ Dazu gehören die Bewältigung des demografischen Wandels und anderer Fragen der Infrastruktur und der Arbeitsplätze. Aber auch Fragen, wie der ländliche Raum den Klimawandel meistern kann, eine nachhaltige Landwirtschaft, der Erhalt der Artenvielfalt oder Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Vor allem aber die sozialen und ökonomischen Aspekte einer immer älter werdenden Gesellschaft stellen die Dörfer in NRW vor große Probleme. Nach der Aufgabe landwirtschaftlicher Betriebe und den damit verbundenen Verlust von Arbeitsplätzen und immer mehr leerstehenden Gebäuden, trifft es zunehmend Einrichtungen der sozialen und ökonomischen Infrastruktur: Kindergärten, Schulen, der Einzelhandel und andere wichtige Elemente eines lebendigen und aktiven Gemeinwesens ziehen sich aus der Fläche zurück.

Diesen Herausforderungen könne nach Ansicht von NRW-Landwirtschaftsminister Johannes Remmel nur mit einer gezielten EU-Förderpolitik für vitale ländliche Räume begegnet werden. „Ministerin Aigner muss sich in Brüssel dafür einsetzen, dass die EU die Fördergelder für die Entwicklung des ländlichen Raumes nicht wie vorgeschlagen kürzt, sondern diesen Bereich weiter ausbaut“, so der Minister. „Die Lebensqualität in unseren Dörfern zu verbessern, auf dem Land Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern erhält immer mehr Bedeutung. Das können wir aber nur schaffen, wenn genügend Mittel zum Erhalt der örtlichen Infrastruktur, für regionale Projekte und bürgerliches Engagement zur Verfügung stehen.“ Die Entwürfe für die EU-Förderperiode 2014 bis 2020 sehen eine strukturelle Kürzung des EU-Finanzrahmens für die Entwicklung des ländlichen Raumes vor. Derzeit stehen vor allem Mittel des Europäischen Fonds für ländliche Entwicklung (ELER) zur Verfügung, aus dem in NRW jährlich rund 70 Millionen Euro europäische Mittel für Umweltschutzmaßnahmen, Weiterentwicklung der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe sowie für Dorferneuerung und interkommunale Zusammenarbeit zur Verfügung stehen, die je nach Maßnahme in gleicher bis doppelter Höhe kofinanziert werden.

Förderprogramme wie LEADER und „Regionen Aktiv“ haben gezeigt, dass ländliche Regionen von den Ideen, der Tatkraft von Bürgerschaft und Wirtschaft profitieren. Eine erfolgreiche Entwicklung hängt nicht zuletzt auch vom Engagement der Menschen vor Ort ab. Die Bürgerinnen und Bürger sollen in den Regionen selbstbestimmt mitentscheiden, welche Entwicklungspfade sie für ihre Region beschreiten wollen. Dazu bedarf es eines effizienten Regionalmanagements. In diesem Zusammenhang soll mit einer „Regionalagentur Ländlicher Raum“, die sich an alle Akteurinnen und Akteure im ländlichen Raum richtet, den Ideenaustausch, die Fortbildung und Beratung für die Angelegenheiten des ländlichen Raums gefördert und intensiviert werden sowie die Kooperation der Leader-Regionen und der Naturparke gestärkt werden.

Das Leben, Arbeiten und Genießen auf dem Lande und der Umgang der Menschen mit den Folgen des ländlichen Strukturwandels hat Umweltminister Johannes Remmel deshalb zum Thema der Sommertour 2013 gemacht. Remmel: „Der ländliche Raum ist für ein Industrieland wie Nordrhein-Westfalen immens wichtig. Er ist Wohn- und Wirtschaftsraum für rund sechs Millionen Menschen, zudem wichtiger Freizeit-, Urlaubs- und Erholungsort. Er ist ein bedeutender Partner für den Naturschutz und leistet einen großen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. In den ländlichen Regionen werden gesunde Nahrungsmittel, aber auch Holz und nachwachsende Rohstoffe produziert. Auch in der Energiewende steckt enormes Potential für eine starke Zukunft: Fotovoltaik, Biogas, Wind oder Holz – die ländlichen Räume bilden die Grundlage für ein neues, regeneratives Energiezeitalter.“

Bis Anfang September werden Minister Remmel und sein parlamentarischer Staatssekretär Horst Becker rund 15 innovative Projekte und Unternehmen in ganz NRW besuchen, die die Zukunft des ländlichen Raumes mit innovativen Ideen gestalten. Zum Start wird der Minister am morgigen Samstag (11. Mai 2013) das erste DORV-Zentrum („Dienstleistung und Ortsnahe Rundum Versorgung“) Deutschlands in Jülich-Barmen besuchen. Nach der Aufgabe des letzten Supermarktes in Barmen entwickelten die Bewohner das Konzept eines eigenen Dorfladens mit Lebensmitteln für den täglichen Bedarfs, ergänzt mit Dienstleistungen und bürgernahen sozialen Bereichen. Das Konzept ist so erfolgreich, dass mittlerweile elf weitere DORV-Zentren in ganz Deutschland aufgebaut werden konnten.

Als zweite Station besucht Remmel am Montag, 13. Mai 2013, das „Haus der Zukunft“ in Salzkotten-Thüle zum Thema „Generationenübergreifendes Miteinander“. Weitere Themen auf der Sommertour werden unter anderem sein „Zukunftsenergien kommen vom Lande“, „Breitbandausbau“ oder „Hofcafés und Urlaub auf dem Bauernhof“.

„Gerade in den Dörfern wird Gemeinschaft großgeschrieben und aktiv gelebt, hier kümmern sich die Menschen mit vielen Ideen und ganz besonderem bürgerschaftlichem Engagement um ihr soziales und natürliches Umfeld“, erklärte der Minister. „Diese soziale und kulturelle Vielfalt macht die ländlichen Regionen in Nordrhein-Westfalen attraktiv und stark. Es ist daher von großer Bedeutung, die Kräfte in den Regionen zu bündeln und die ökonomischen, sozialen und ökologischen Ansätze zu vernetzen.“

Hintergrundinformationen:

Die ländlichen Regionen Nordrhein-Westfalens erstrecken sich über zwei Drittel der Landesfläche. Sie sind für ein Industrieland wie Nordrhein-Westfalen von großer Bedeutung als Wohn- und Wirtschaftsraum für rund sechs Millionen Menschen. Zudem sind sie wichtig als stadtnaher Freizeit- und Erholungsraum. Gleichzeitig befinden sich auf dem Land einzigartige Räume für den Natur- und Landschaftsschutz, die einen bedeutsamen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Zudem stellen die ländlichen Regionen einen wertvollen Produktionsstandort für die Land- und Forstwirtschaft dar, der die Grundvoraussetzung für die Erzeugung gesunder Nahrungsmittel und nachwachsender Rohstoffe ist, aber auch viele weltweit agierende Unternehmen aus dem Maschinenbau haben ihren Sitz in kleinen Gemeinden auf dem Lande. Nicht zuletzt bieten diese Regionen ein reichhaltiges kulturelles Leben und hohen sozialen Zusammenhalt.
Die Land- und Ernährungswirtschaft in NRW liefert etwa ein Fünftel des deutschen Gesamtumsatzes an Lebensmitteln. Landwirtschaft und Gartenbau produzieren in NRW praktisch alles, was man zum Leben braucht: Fleisch- und Wurstwaren, Brot und Backwaren, Milch und Milcherzeugnisse, Obst und Gemüse. Landwirtschaft und Gartenbau sind im Verbund mit den vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen (Zulieferer, Verarbeiter, Handel) eine tragende Säule der ländlichen Regionen in unserem Land.

Nach Bayern und Niedersachsen nimmt Nordrhein-Westfalen als Agrarstandort in Deutschland den dritten Platz ein. Rund die Hälfte der Fläche Nordrhein-Westfalens wird landwirtschaftlich genutzt. Über 35.000 landwirtschaftliche Betriebe und rund 4700 Gartenbaubetriebe bilden zusammen mit der Ernährungswirtschaft einen starken Verbund, der rund 400.000 Arbeitsplätze bietet. In keinem Bundesland ist die Ernährungswirtschaft so stark vertreten wie in Nordrhein-Westfalen. Die Land- und Ernährungswirtschaft in NRW liefert etwa ein Fünftel des deutschen Gesamtumsatzes an Lebensmitteln.

Weitere Informationen zur Sommertour 2013: www.landleben.nrw.de

Informationen zum Förderprogramm „Ländliche Entwicklung“: http://www.umwelt.nrw.de/landwirtschaft/laendliche_entwicklung/index.php

Broschüren zum Thema Ländliche Entwicklung können bestellt und heruntergeladen werden unter: http://www.umwelt.nrw.de/ministerium/service_kontakt/publikationen/index.php#landwirtschaft

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Telefon 0211 4566-589 (Nora Gerstenberg).

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