Erstes geplantes Nationales Naturmonument in NRW

14. August 2015

Minister Remmel: Bruchhauser Steine sind ein Naturschatz ersten Ranges

Umweltminister informiert sich vor Ort über erstes geplantes Nationales Naturmonument in NRW – Land will Naturschätze erlebbar machen und ländliche Räume stärken

Die Landesregierung will die Bruchhauser Steine als erstes Nationales Naturmonument in Nordrhein-Westfalen ausweisen. „Die Bruchhauser Steine sind ein Naturschatz erstes Ranges in NRW. Die mächtigen Felsen prägen den Landschaftsraum und sind Zeitzeugen einer bewegten Vergangenheit.

 
Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Die Landesregierung will die Bruchhauser Steine als erstes Nationales Naturmonument in Nordrhein-Westfalen ausweisen. „Die Bruchhauser Steine sind ein Naturschatz erstes Ranges in NRW. Die mächtigen Felsen prägen den Landschaftsraum und sind Zeitzeugen einer bewegten Vergangenheit. Hier können wir Millionen von Jahren Geschichte atmen und einen faszinierenden Naturschatz direkt vor unsere Haustüre entdecken“, sagte Umweltminister Johannes Remmel bei seinem Informationsbesuch in Olsberg. „Deshalb wollen wir die Felsformation als erstes Nationales Naturmonument in Nordrhein-Westfalen ausweisen, sobald der Landtag mit dem neuen Landes-Naturschutzgesetz den Weg dafür frei gemacht hat“, kündigte der Minister an. Fachliche Prüfungen haben bestätigt, dass die Bruchhauser Steine bezüglich der Seltenheit, der auf den Felsen vorkommenden Pflanzen, Flechten und Moose und wegen ihrer naturgeschichtlichen und kulturhistorischen Bedeutung auch im Verhältnis zu ähnlichen Felsformationen in Deutschland, die Voraussetzung als Nationales Naturmonument erfüllen.
 
Bei den Bruchhauser Steinen handelt es sich um eine bedeutende Felsformation mit vier Hauptfelsen auf dem 728 Meter hohen Istenberg im Rothaargebirge im Hochsauerlandkreis, dessen Grundgebirge aus marinen Ablagerungen im Erdzeitalter des Devon vor etwa 370 Millionen Jahren gebildet wurde. Das Vulkangestein hat der Verwitterung weitgehend Stand gehalten. Sie sind heute als Zeugen vulkanischer Tätigkeit aus der Vorzeit des Sauerlandes noch erhalten und sichtbar. Die Bruchhauser Steine umfassen die vier Felsen Bornstein (92 Meter hoch), Ravenstein (72 m), Goldstein (60 m) und Feldstein (45 m). Besondere botanische Bedeutung erlangt das Gebiet durch die dort vorkommende Alpen-Gänsekresse, die als Eiszeitrelikt gilt und hier ein Vorkommen weit außerhalb der Hauptverbreitung hat. Erst im Schwarzwald gibt es die nächsten Vorkommen. Weitere Besonderheiten sind das Lotwurzblättrige Habichtskraut und das Blasse Habichtskraut sowie seltene Moose und Flechten. Auch für die Vogelwelt bieten die Felsen wertvollen Lebensraum. Hierzu gehören beispielsweise Uhu und Wanderfalke, dessen erfolgreiche Wiederansiedlung in NRW von den Bruchhauser Steinen ausging.
 
Natur ist Heimat
„Unsere Gebirge, unsere Wälder, die vielen Flüsse und Seen: Sie verbinden Städte und Dörfer, prägen das Landschaftsbild, sind Erlebnisräume und bedeutende Lebensadern für Menschen und die Tier- und Pflanzenwelt. Diese wertvolle Natur ist ein Stück Heimat. Und dieses Stück Heimat wollen wir erhalten, schützen und erlebbar machen -  und damit auch die ländlichen Räume lebenswerter, vielfältiger und attraktiver", sagte Minister Remmel.  Das neue Landes-Naturschutzgesetz eröffnet die Möglichkeit, Naturmonumente von nationaler Bedeutung auszuweisen. Durch die Ausweisung solcher Monumente soll nun auch das Interesse für besondere Naturschätze der Erdgeschichte von nationaler Bedeutung geschaffen und für die Menschen auch erlebbar gemacht werden.
 
Natur-Tourismus stärken
Das Ministerium will sich nun auch dafür einsetzen, dass die Bruchhauser Steine in die Liste der touristischen Natur-Höhepunkte unter der Marke „Dein NRW.Natur“ aufgenommen werden. Erst im vorletzten Jahr hatte das Umweltministerium zusammen mit dem Wirtschaftsministerium und Tourismus NRW die neue Produktmarke ins Leben gerufen, mit der für die Naturschätze in unserem Bundesland geworben wird. Im vergangenen Jahr wurde unter dem neuen Produktnamen im Internet die Präsentation von 33 Natur-Höhepunkten aus den Regionen Nordrhein-Westfalens gestartet. Mit ihr soll verstärkt um Gäste für die Naturschätze in unserem Bundesland geworben werden. „Wir wollen mit der neuen Offensive die Menschen auf die faszinierende Natur in NRW hinweisen und neugierig auf einen Besuch in unserem Bundesland machen“, sagte Minister Remmel.
 
Neuausrichtung der Naturschutzpolitik
Mit dem Landes-Naturschutzgesetz setzt die Landesregierung die Neuausrichtung der NRW-Naturschutzpolitik fort. Bereits Ende Januar hat die Landesregierung die Biodiversitätsstrategie NRW beschlossen, die eine Standortbestimmung der nordrhein-westfälischen Naturschutzpolitik ist und ihre Ausrichtung für die kommenden 10 bis 15 Jahre festlegt.
 
Ende Juni 2015 hat das Kabinett die Eckpunkte des neuen Landes-Naturschutzgesetzes verabschiedet und damit den Weg für die Verbändeanhörung frei gemacht. „NRW hat eine faszinierende Artenvielfalt und wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Aber dieses wilde NRW ist bedroht: Fast die Hälfte der Arten stehen inzwischen auf der Roten Liste. Mit dem neuen Landes-Naturschutzgesetz wollen wir dem entgegenwirken und das wilde NRW langfristig bewahren und schützen“, sagte Umweltminister  Johannes Remmel. Durch das neue Landes-Naturschutzgesetz sollen konkrete Maßnahmen für einen ambitionierten Natur- und Artenschutz und den besonderen Schutz wertvoller Lebensräume für Tiere und Pflanzen festgelegt werden. „Das zentrale Ziel unserer Naturschutzpolitik ist es, in den nächsten Jahren den weiter fortschreitenden Artenverlust zu stoppen und die biologische Vielfalt wieder zu erhöhen“, betonte der Minister. „Unsere Natur ist ein wertvoller Schatz direkt vor unserer Tür: Und sie ist ein Schatz, den es für die nächsten Generationen zu bewahren gilt. Mit dem neuen Naturschutzgesetz setzen wir hier an.“
 


 

Lebensräume in keinem guten Erhaltungszustand

Viele Lebensräume für wild lebende Tier- und Pflanzenarten in NRW sind weiterhin nicht in einem guten ökologischen Zustand. Darauf weist das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) hin. Die Situation im Flachland ist dabei kritischer als im Bergland. Nach Untersuchungen des LANUV sind rund 77 Prozent der Lebensräume im Flachland in einem unzureichenden oder schlechten Erhaltungszustand. Das betrifft allen voran nährstoffarme Gewässer, Moore, Wiesen, Weiden und Hartholz-Auenwälder. Im Bergland sind es nur 32 Prozent. Den Buchenmischwald-Lebensräumen geht es hingegen vergleichsweise gut.
 
„Unsere Sorgenkinder sind die Wiesen und Weiden im Flachland. Ihre Fläche schrumpfte in den letzten Jahren zunehmend. So verschwanden im Regierungsbezirk Münster allein von 1999 bis 2013 rund 24.000 Hektar Flachland-Grünland, das entspricht knapp einem Drittel“, sagte der Präsident des LANUV, Dr. Thomas Delschen.
 
Besonders besorgniserregend ist die negative Entwicklung bei den kräuterreichen und daher besonders artenreichen, bunt blühenden Wiesen, die nur zweimal pro Jahr gemäht werden. „Buntblühende Wiesen mit klassischen Wiesenblumen wie Margerite, mit Schmetterlingen, singenden Feldgrillen und Feldlerchen, die viele Menschen hier in NRW in ihrer Kindheit noch als alltäglich erlebt haben, sind heute kaum noch vorhanden. Unsere heutigen Kinder kennen den Sommergesang der Grillen und Lerchen bestenfalls noch aus dem Urlaub am Mittelmeer“, so Delschen.
 
Wiesen und Weiden gehen nicht nur in der Fläche zurück. Auch ihre Qualität sinkt, denn in den heute noch verbliebenen Wiesen und Weiden nimmt die Artenzahl seit Jahren ab. Seit Jahrzehnten nimmt die Zahl der dort lebenden Arten kontinuierlich ab. Nach Auswertungen des LANUV werden heute etwa 77 Prozent des Grünlandes in NRW intensiv genutzt, was einer der Hauptursachen für die Abnahme der Artenzahl ist.
 
Weitere Informationen zum Thema: www.lanuv.nrw.de

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