Beschleunigte Energiewende braucht neue Speicherkapazitäten

1. Dezember 2011

Minister Remmel: Beschleunigte Energiewende braucht neue Speicherkapazitäten / Pumpspeicherkraftwerke bieten Lösungen

Moderne Speichertechnologien, die eine Ungleichzeitigkeit von Stromerzeugung und Stromnachfrage ausgleichen, sind der Schlüssel für die Ablösung fossiler Energieträger durch regenerative Energien. „Nach neuen Speichertechnologien zu suchen bedeutet aber nicht, dass wir künftig auf bewährte und gleichsam nachhaltige Energiespeicher wie die Pumpspeicherkraftwerke verzichten können.

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Moderne Speichertechnologien, die eine Ungleichzeitigkeit von Stromerzeugung und Stromnachfrage ausgleichen, sind der Schlüssel für die Ablösung fossiler Energieträger durch regenerative Energien. „Nach neuen Speichertechnologien zu suchen bedeutet aber nicht, dass wir künftig auf bewährte und gleichsam nachhaltige Energiespeicher wie die Pumpspeicherkraftwerke verzichten können. Zurzeit werden Studien zu Pumpspeicherkraftwerken auf Bergehalden durchgeführt, die Erge­bnisse werden mit Spannung erwartet. Wir müssen auch sämtliche Potentiale der Wasserkraft für die Energiewende nutzen.“, erklärte Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Die neunte Station seiner Klimaschutztour 2011 führte den NRW-Klima­schutzminister daher zu einem Pumpspeicherkraftwerk der Enervie Gruppe nach Finnentrop. Der Minister besuchte mit einer Delegation der EnergieAgentur.NRW das Pumpspeicherkraftwerk in Rönkhausen.

Ivo Grünhagen, Sprecher des Vorstands der Enervie: „Wir sind der Überzeugung, dass Pumpspeicherkraftwerken vor dem Hintergrund der eingeleiteten Energiewende eine noch größere Bedeutung zukommen werden“. Erik Höhne, Technischer Vorstand der Enervie, ergänzt: „„Ins­besondere der vermehrte Ausbau der regenerativen Energien und deren volatile Einspeisung ins Stromnetz erfordern entsprechende Speicher­kapazitäten, die durch Pumpspeicherkraftwerke abgedeckt werden kön­nen. Die langjährigen Erfahrungen hinsichtlich des Betriebes aus unse­rem Pumpspeicherkraftwerk bieten eine gute Grundlage für die Ent­wicklung neuer Projekte dieser Art.“

In den Jahren 1964 bis 1969 wurde auf dem Dahlberg bei Rönkhausen das Pumpspeicherkraftwerk errichtet. Das Oberbecken, von dessen Dammkrone man einen einzigartigen Ausblick über die Berge und Täler des Sauerlandes genießt, hat einen Gesamtinhalt von 1.034.000 m3. Das Unterbecken fasst 1.320,000 m3. Beide Becken sind durch einen 936 m langen Druckstollen mit einem Innendurchmesser von 3,60 m verbunden. Der Höhenunterschied beträgt 274 m. Das umweltfreundli­che 140-Megawatt-Kraftwerk im Glingetal bei Rönkhausen dient seit der Inbetriebnahme der Spitzenlastdeckung im ständig schwankenden Stromverbrauch.

In den ruhigen Stunden, zur so genannten Schwachlastzeit, wird mit den leistungsfähigen Pumpturbinen Wasser aus dem Unterbecken in das Oberbecken auf dem Dahlberg hinaufbefördert. Übrigens eine Bauart, die Ende der sechziger Jahre in Deutschland einmalig war. Wenn der Stromverbrauch Spitzenwerte erreicht, beispielsweise zur Mittagszeit, läuft der ganze Vorgang in umgekehrter Richtung. Die durch den Druckstollen zu Tal stürzenden Wassermassen bringen im Kraftwerk die Turbinen schnellstens auf Trab. Nach wenigen Sekunden haben die angekoppelten Generatoren ihre Höchstleistung erreicht.

Gesteuert wird das tägliche Wechselspiel zwischen Pumpen und Erzeu­gen von der zentralen Netzbetriebsführung der Enervie in Hagen-Ga­renfeld.

„Pumpspeicherkraftwerke sind – verglichen mit anderen Speicherlösun­gen – etablierte Technik, verfügen über einen hohen Wirkungsgrad und eine perspektivische Wirtschaftlichkeit. Darüber hinaus sind sie tech­nisch ausgereift und seit Jahrzehnten in der Praxis bewährt“, so Stefan Prott vom Büro für Wasserkraft der EnergieAgentur.NRW.

Betreiber des Pumpspeicherkraftwerkes, ist die Enervie Südwestfalen Energie und Wasser AG, der regionale Unternehmensverbund der Mark-E, der Stadtwerke Lüdenscheid und der Enervie Asset Network im südlichen Nordrhein-Westfalen mit rund 1.800 Mitarbeitern. Seit 2010 ergänzt zudem die bundesweit tätige lekker Energie das Angebot der Gruppe. Größte Aktionäre sind die Städte Hagen (42,66 Prozent) und Lüdenscheid (24,12 Prozent) sowie die RWE Deutschland AG (19,06 Prozent).

Die Gruppe versorgt bundesweit mehr als 700.000 Menschen mit Strom, Gas, Trinkwasser und energienahen Dienstleistungen. Rund ein Drittel der Energie, die über das rund 12.500 Kilometer lange Verteilernetz zu den Kunden gelangt, wird selbst erzeugt. So betreibt Mark-E eigene Kraftwerke zur Stromerzeugung aus Erdgas, Steinkohle, Biomasse, Sonnenenergie und Wasserkraft in Herdecke, Werdohl, Hagen-Kabel, an der Lenne und in Finnentrop-Rönkhausen. 2011 kamen die erste Windkraftanlage in der Eifel sowie ein 20-Megawatt-Windpark im Huns­rück hinzu.

Seit Juli 2011 kooperieren die Enervie Gruppe und die Stadtwerke Düs­seldorf bei der Projektentwicklung von Pumpspeicherkraftwerken. Ziel ist die Realisierung eines neuen Pumpspeicherkraftwerkes im Sauer­land. Vorstandssprecher Ivo Grünhagen: „Derzeit nehmen wir zusam­men mit den Düsseldorfer Stadtwerken eine Standortanalyse vor und erarbeiten ein technisches Konzept. Nach dem jetzigen Stand halten wir die Umsetzung einer Pumpspeicherkapazität mit einer Gesamtleistung von 200 bis 400 Megawatt für realistisch.“

Ziel der von der EnergieAgentur.NRW organisierten Klimaschutztour von Minister Remmel ist es, das Augenmerk der Öffentlichkeit auf wich­tige Zukunftstechnologien, Wachstumsmärkte und innovative Firmen im Bereich der Wirtschaft zu lenken, zudem aber auch wichtige Projekte des Klimaschutzes und der Klimaanpassung zu präsentieren.

Weitere Informationen, Fotos und Filmsequenzen zur Klimaschutztour:
www.EnergieAgentur.NRW.de
www.energieregion.nrw.de
www.klimaschutz.nrw.de

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Telefon 0211 4566-719 (Wilhelm Deitermann).

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