Gesundheitsprojekt in Ghana

Franz-Josef Lersch-Mense
21. Mai 2016

Minister Lersch-Mense informiert sich im NRW-Partnerland Ghana über ein Gesundheitsprojekt auf der Elektroschrotthalde Agbogbloshie

Zum Abschluss seiner Reise in das NRW-Partnerland Ghana hat sich Europaminister Franz-Josef Lersch-Mense über ein besonders beein-druckendes Gesundheitsprojekt auf der Elektroschrotthalde Agbogbloshie informiert.

 
Der Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien und Chef der Staatskanzlei teilt mit:

Zum Abschluss seiner Reise in das NRW-Partnerland Ghana hat sich Europaminister Franz-Josef Lersch-Mense über ein besonders beeindruckendes Gesundheitsprojekt auf der Elektroschrotthalde Agbogbloshie informiert. Agbogbloshie ist eine Müllhalde in Ghanas Hauptstadt Accra, hier lagern auch ausgediente Elektrogeräte aus Europa und den USA. Die Halde gilt als größte der Welt und zählt zu den zehn am meisten verseuchten Orten der Erde. Ungelernte Arbeiter zerlegen hier mit bloßen Händen auf gesundheitsschädliche und oft lebensgefährliche Weise die Geräte auf der Suche nach verwertbaren Rohstoffen, beim Verbrennen entstehen zudem giftige Gase. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen fördert in Agbogbloshie eine Gesundheitsstation und ein Biomonitoringprojekt, das in Kooperation zwischen der University of Ghana (Accra) und der RWTH Aachen entstanden ist.
 
Minister Lersch-Mense: „Mit Projekten wie diesem stellen wir uns der Verantwortung für eine sachgerechte Entsorgung unseres Wohlstandsmülls. Hier gilt, wie auch für andere Projekte in Ghana: Wir wollen die Menschen vor Ort in die Lage versetzen, selbst aktiv werden zu können und unabhängig von ausländischer Hilfe zu werden.“
 
Bei dem Biomonitoringprojekt geht es darum, zum ersten Mal die tatsächlichen Gesundheitsbelastungen für Arbeiter und Anwohner wissenschaftlich nachzuweisen, um auf dieser Basis zukünftig Arbeitsschutzmaßnahmen ergreifen zu können. Dazu gibt es eine enge Kooperation zwischen dem Universitätsklinikum der RWTH Aachen und der School of Medicine an der University of Ghana. Die Untersuchungen von ersten Blut- und Urinproben unter anderem auf Schwermetalle wie Arsen, Nickel und Blei sowie PCB fanden im letzten Jahr in Aachen statt, da es in Accra kein entsprechend  ausgestattetes Labor gibt. Die Uni in Accra soll nun durch den Austausch von Know-how und den Ausbau eines entsprechenden Labors in die Lage versetzt werden, selbst ein großflächiges Gesundheitsmonitoring vor Ort durchführen zu können.
 
Als weitere Maßnahme fördert das Land NRW den Bau einer Gesundheitsstation, die zur Erstversorgung von Unfällen und Krankheiten sowie für die Arbeitsschutz-Beratung auf Agbogbloshie errichtet werden wird. Die Station soll unter anderem durch Studierende der Universität Accra betreut werden und auch Teams der RWTH Aachen als Anlaufstation dienen. Die Stadtverwaltung Accra übernimmt als weiterer Partner die laufenden Betriebskosten.
 
Minister Lersch-Mense: „An diesem Projekt auf Agbogbloshie sind unterschiedlichste Institutionen beteiligt, wodurch besonders wirksame und nachhaltige Effekte entstehen. Neben den Universitäten und der Stadtverwaltung bezieht die Zusammenarbeit ausdrücklich auch die Interessenvertretung der betroffenen Arbeiter mit ein, damit sie von Anfang an das Projekt aktiv mitgestalten können. Ich habe bei den Gesprächen vor Ort erfahren, dass durch diesen Ansatz ein wichtiger und hilfreicher Dialog zwischen Behörden und Betroffenen entstanden ist, der sicherlich auch über das konkrete Projekt hinaus Wirkung haben wird.“
 
Das Projekt hat im März dieses Jahres begonnen und läuft bis Februar 2018. Es wird im Rahmen des Bund-Länder-Programms umgesetzt, bei dem das  Bundesentwicklungsministerium 60 Prozent der Kosten von Entwicklungsvorhaben der Länder trägt. Insgesamt stellt das Land NRW rund 230.000 Euro zur Verfügung, der Bund rund 610.000 Euro. Umgesetzt wird das Projekt von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).
 
Fotos vom Besuch in Agbogbloshie finden Sie im Laufe des Tages unter www.mbem.nrw und www.mbem.nrw/de/ghanareise-von-minister-franz-josef-lersch-mense

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