Prof. Dr. Michael Walter ist erster NRW-Justizvollzugsbeauftragter

20. Dezember 2010

Minister Kutschaty ernennt Prof. Dr. Michael Walter zum ersten Justizvollzugsbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen

Justizminister Thomas Kutschaty hat Professor Dr. Michael Walter als ersten „Justizvollzugs­beauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen“ vorgestellt. Professor Dr. Walter wird ab dem 1. Januar 2011 das Justizministerium in grundsätzlichen Angelegenheiten des Justizvollzugs als unab­hängiger Berater unterstützen und die Aufgaben des bisherigen Ombudsmannes für den Justizvollzug übernehmen.

Das Justizministerium teilt mit:

Justizminister Thomas Kutschaty hat heute (20. Dezember 2010) in Düsseldorf Professor Dr. Michael Walter als ersten „Justizvollzugs­beauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen“ vorgestellt.
Professor Dr. Walter wird ab dem 1. Januar 2011 das Justizministerium in grundsätzlichen Angelegenheiten des Justizvollzugs als unab­hängiger Berater unterstützen und die Aufgaben des bisherigen Ombudsmannes für den Justizvollzug übernehmen. Dem bisherigen Ombudsmann Rolf Söhnchen sprach der Minister Anerkennung und Dank für seine geleistete Arbeit aus.

„Mit der Einrichtung eines unabhängigen Justizvollzugsbeauftragten leisten wir einen weiteren wesentlichen Schritt zur Optimierung des nordrhein-westfälischen Justizvollzugs“, betonte der Minister. Die im Jahr 2007 eingerichtete Institution des Ombudsmannes werde ent­scheidend weiterentwickelt. Während dem Ombudsmann bisher aus­schließlich die „Rolle eines Vermittlers in Einzelangelegenheiten“ zuerkannt worden sei, werde sich der Justizvollzugsbeauftragte künftig zwar auch Einzelfällen, darüber hinaus aber vorwiegend dem Justizvollzug in seiner Gesamtheit widmen.

Ganz in diesem Sinne, so Minister Kutschaty weiter, werde es zentrale Aufgabe des Beauftragten sein, kontinuierlich eine Analyse der organisatorisch-strukturellen Bedingungen des Justizvollzugs vorzunehmen und auf dieser Grundlage Empfehlungen zu erarbeiten. „Mit Professor Dr. Walter haben wir eine auf dem Gebiet des Strafvollzugs anerkannte Persönlichkeit gewinnen können, die in enger Zusammenarbeit mit dem Kriminologischen Dienst der Fortentwicklung des Justizvollzugs in unserem Land wichtige Impulse geben wird.“

Die Unabhängigkeit des Justizvollzugsbeauftragten und seine Befug­nisse seien in einem neuen Statut festgeschrieben. Der Beauftragte werde die Ergebnisse seiner Arbeit jährlich in einem Tätigkeitsbericht zusammenfassen. Dem Landtag versicherte Minister Kutschaty, der Bericht werde jeweils veröffentlicht und auch dem Rechtsausschuss zur Verfügung gestellt. Die Funktion und Stellung des Justizvollzugsbeauf­tragten sei damit im Sinne des Koalitionsvertrages der Landesregierung gegenüber der bisherigen Position des Ombudsmannes deutlich aufgewertet.

Hintergrund:
Vita von Prof. Dr. Michael Walter
Professor Dr. iur. Michael Walter wurde 1944 in Lübeck geboren. Er war von 1977 bis 1984 Professor an der Universität Hamburg und wirkte seit 1984 an der Universität zu Köln. Dort leitete er bis zu seiner Emeri­tierung im Juli 2009 den Lehrstuhl für Kriminologie und Strafrecht. Von 1971 bis 2009 bekleidete er verschiedene Ämter und Tätigkeiten bei der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen. Er arbeitete in mehreren Reformkommissionen mit und war von 2002 bis 2006 Vorsitzender des Landespräventionsrates von Nordrhein-West­falen. Er ist nach wie vor Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Beiräten.

Das neue Organisationsstatut des „Justizvollzugsbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen“ ist über den Internetauftritt des Justiz­ministeriums Nordrhein-Westfalen (www.justiz.nrw.de) abrufbar.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Justizministeriums, Telefon 0211 8792-255 oder -464.

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