Minister Laumann: "Zeitarbeit­nehmer nicht entlassen, sondern weiter­qualifizieren"

1. Juli 2009

Minister Karl-Josef Laumann: "Zeitarbeit­nehmer nicht entlassen, sondern weiter­qualifizieren!" / Arbeitsminister beim Bundeskongress der Zeitarbeitsbranche

Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann hat die Zeitarbeitsbranche aufgerufen, ihre Beschäftigten in der Wirtschaftskrise nicht zu entlassen sondern vielmehr auf Kurzarbeit und Weiterbildung zu setzen.

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales teilt mit:

Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann hat die Zeitarbeitsbranche aufgerufen, ihre Beschäftigten in der Wirtschaftskrise nicht zu entlassen sondern vielmehr auf Kurzarbeit und Weiterbildung zu setzen.

„Zeitarbeitsfirmen haben wie jedes andere Unternehmen auch eine Ver­antwortung für ihre Beschäftigten. Sie können eine Menge für einen guten Ruf tun, wenn sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jetzt weiterqualifizieren, um dann gemeinsam mit ihnen im Aufschwung noch besser durchzustarten.“ Das sagte Minister Laumann heute (1. Juli 2009) in Berlin auf dem Bundeskongress des Interessenverbandes deutscher Zeitarbeitsunternehmen.

Der Minister erinnerte die Repräsentanten der Zeitarbeitsfirmen daran, dass die Kurzarbeit seit Januar 2009 auch in ihrer Branche eingesetzt werden kann. Bis Mai hätten davon bundesweit schon mehr als 3.200 Unternehmen mit fast 95.000 Zeitarbeitnehmerinnen und -arbeitneh­mern Gebrauch gemacht (in Nordrhein-Westfalen rund 840 Betriebe mit über 21.000 Zeitarbeitsbeschäftigten).

Nordrhein-Westfalen – so Laumann weiter – habe mit der Zeitarbeit auch sehr gute Erfahrungen gemacht: So sei es mit der „Start-Zeitarbeit GmbH“, bei der das Land Gesellschafter ist, gelungen, viele Menschen in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren (mehr als die Hälfte der Beschäftigten wird regelmäßig von den Entleihern in eine dauerhafte Anstellung übernommen).

„Was mich darüber hinaus besonders freut“, so der Minister: „’Start’ trotzt der Krise und setzt seit Jahresbeginn noch mehr auf die Qualifi­zierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mehr als jeder zweite pro­fitiert in diesem Jahr davon.“ Fast 500 Qualifizierungsmaßnahmen laufen über ein Programm der Agentur für Arbeit, 380 werden durch Start finanziert und fast 40 in Verbindung mit Kurzarbeit (Start Zeitarbeit hat zurzeit rund 1.700 Beschäftigte).

Minister Laumann: „Zukunft und der Erfolg der Zeitarbeit werden sich daran orientieren, ob es der Branche gelingt, eine hohe Dienstleistungs­qualität für die Unternehmen zu gewährleisten, ohne dabei die Arbeits­bedingungen und Entwicklungsperspektiven der Zeitarbeitnehmer zu vernachlässigen.“

Als Arbeitsminister von Nordrhein-Westfalen fühle er sich für alle Arbeit­nehmerinnen und Arbeitnehmer verantwortlich, also auch für die Be­schäftigten in der Zeitarbeit, so Laumann. Deshalb habe er nicht nur eine Reihe von Gesprächen mit den Branchenvertretern geführt, sondern auch eine Studie über die Zeitarbeit in Auftrag gegeben, „weil ich endlich wissen wollte, was in der Branche los ist. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Zeitarbeit Licht- und auch Schattenseiten hat.“ Deshalb habe er gemeinsam mit dem DGB-Bezirk Nordrhein-Westfalen eine Hotline eingerichtet, bei der Zeitarbeitsbeschäftigte zu allen Fragen rund um die Zeitarbeit kompetente Beratung finden.

Daten und Fakten zum Thema Zeitarbeit in Nordrhein-Westfalen:

  • Im Jahr 2000 wurden bundesweit rund 340.000 Zeitarbeitneh­merinnen und Zeitarbeitnehmer gezählt, Ende 2008 waren es mit fast 800.000 mehr als doppelt so viele (Nordrhein Westfalen: 94.000 in 2000 und rund 166.000 in 2008).
  • 58 Prozent der Zeitarbeitsbeschäftigten kommen aus der Arbeits­losigkeit. Etwa einem Drittel von ihnen gelingt der Übergang in eine Erwerbstätigkeit außerhalb der Zeitarbeit.
  • Zeitarbeit bietet vielfach keine sichere berufliche Perspektive. 58 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse dauern weniger als drei Monate.
  • Drei Prozent der Betriebe in Deutschland nutzen Zeitarbeit; lediglich ein Viertel von ihnen nutzt Zeitarbeit zur Substitution von Stamm­belegschaften.
  • Das durchschnittliche sozialversicherungspflichtige Monatsbrutto­einkommen von Zeitarbeitsbeschäftigten liegt zwischen 36 und 45 Prozent unter dem Monatsbrutto von Stammbeschäftigten der gleichen Berufsgruppe.
  • Nordrhein-Westfalen hat als ersten Bundesland gemeinsam mit dem DGB eine Hotline zum Thema eingerichtet: Die „Hotline Zeit­arbeit“ ist unter der Telefonnummer 01803-100 218 (9 ct / Minute) zu erreichen. Sie ist dienstags von 14.00 bis 18.00 Uhr, mittwochs von 16.00 bis 20.00 Uhr und donnerstags von 14.00 bis 18.00 Uhr besetzt.

Weitere Informationen und Download bzw. Bestellung der Studie zur Zeitarbeit auf den Internetseiten des nordrhein-westfälischen Arbeits­ministeriums: www.mags.nrw.de

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