Abschlussbericht Landesinitiative ambulante Palliativversorgung

9. April 2010

Minister Karl-Josef Laumann: „Schwerstkranke Kinder sollen auch zuhause schmerzfrei und würdevoll leben können“ / Abschlussbericht Landesinitiative ambulante Palliativversorgung

Das Gesundheitsministerium hat eine bundes­weit einmalige Landesinitiative zur ambulanten Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen ins Leben gerufen. „Mit der erfolgreichen Umsetzung der Landesinitiative haben wir jetzt die Grundlage für die flächendeckende Weiterentwicklung der pädiatrischen Palliativversorgung in Nordrhein-Westfalen geschaffen“, sagte Minister Laumann.

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales teilt mit:

Rund 3.600 schwerstkranke Kinder und Jugendliche leben in Nordrhein-Westfalen – etwa 360 von ihnen sterben jedes Jahr. „Wir helfen den Kindern und ihren Angehörigen, damit sie in ihrer gewohnten, familiären Umgebung so lange wie möglich ein schmerzfreies und würdevolles Leben führen können“, erklärte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann heute (9. April 2010) in Düsseldorf.

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat eine bundes­weit einmalige Landesinitiative zur ambulanten Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen ins Leben gerufen. In einem Modellprojekt mit Kompetenzzentren in Bonn und Datteln ist es gelungen, schon während der Projektlaufzeit 170 Kinder und Jugendliche sowie deren Familien ambulant zu versorgen. „Ich gehe fest davon aus, dass schon bald deutlich mehr schwerstkranke Kinder und Jugendliche zuhause betreut werden können“, sagte Laumann. „Außerdem tragen wir auch den Bedürfnissen der betroffenen Angehörigen Rechnung – sie sind oftmals auch extremen Belastungen ausgesetzt“, sagte Laumann.

„Mit der erfolgreichen Umsetzung der Landesinitiative haben wir jetzt die Grundlage für die flächendeckende Weiterentwicklung der pädiatrischen Palliativversorgung in Nordrhein-Westfalen geschaffen“, so der Minister weiter.  In dem Modellprojekt hatten die beiden Kompetenzzentren ein landesweites Netzwerk der Kinderhospiz- und Kinderpalliativversorgung aufgebaut und dabei Beratung und Unterstützung für die örtlichen Ärzte und Pflegedienste geleistet. Sie übernahmen auch Aufgaben in der patientenbezogenen Versorgung und stellten bei Bedarf die hoch spezialisierte Versorgung durch eigene, multiprofessionelle Teams sicher. Die Begleitforschung übernahm die Klinik für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Aachen. „Wir haben betroffene Eltern und auch Experten befragt – die Ergebnisse zeigen, dass wir dringend mehr be­sonders geschultes Pflegepersonal brauchen und auch ein besseres Informationsangebot“, sagte der Minister.

„Mit dem Ausbau der dreistufigen flächendeckenden Versorgung ge­währleisten wir, dass jede betroffene Familie und jedes Kind, das eine hospizliche oder palliativmedizinische Versorgung benötigt, diese auch schnell bekommt“, sagte Laumann. „Das Modellprojekt hat gezeigt: Wir brauchen dieses dreistufige System, basierend auf Fortbildung und Beratung niedergelassener Kinder- und Jugendärzte“, so der Minister. Für schwierige und komplexe Situationen stehen künftig sechs bis acht spezialisierte Teams zur Verfügung (drei bis fünf in Nordrhein, drei in Westfalen). In Datteln und Bonn werden übergeordnete Exzellenz­zentren für spezielle Konsultation, Öffentlichkeitsarbeit, Ausbildung und Wissensmanagement verfügbar sein. Dabei sollen die spezialisierten Teams 30 bis 50 Kinder pro Quartal versorgen – der Einzugsbereich soll auf 120 Kilometer begrenzt sein. „Ich erwarte, dass die Landesinitiative jetzt zur Etablierung gut funktionierender Netzwerkstrukturen führt, die das Versorgungsangebot im ganzen Land verbessern“, sagte Laumann.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Telefon 0211 855-3118.

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