Pflegenetz im Kreis Heinsberg

4. Juni 2009

Minister Karl-Josef Laumann: „Pflege und Betreuung sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben“ / Starke Partner – Pflegenetz im Kreis Heinsberg

Auf Einladung des Netzwerks karitativer Einrichtungen des Kreises Heinsberg besuchte der nordrhein-westfälische Sozialminister, Karl-Josef Laumann, am heutigen Donnerstag die Gangelter Einrichtung „Maria Hilf“ und sprach vor 200 Gästen über die aktuelle Pflegesituation und deren weitere Entwicklung.

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales teilt mit:

Auf Einladung des Netzwerks karitativer Einrichtungen des Kreises Heinsberg besuchte der nordrhein-westfälische Sozialminister, Karl-Josef Laumann, am heutigen Donnerstag (4. Juni 2009) die Gangelter Einrichtung „Maria Hilf“ und sprach vor 200 Gästen über die aktuelle Pflegesituation und deren weitere Entwicklung.

Pflege und Betreuung seien gesamtgesellschaftliche Aufgaben, deren erfolgreiche Wahrnehmung in einem Zeitraum bis 2050 nicht mehr allein in den Händen von Pflegefachkräften liegen könne. „Die Versorgung durch gut ausgebildete Fachleute wird sich künftig immer mehr auf Schwerstpflegebedürftige konzentrieren“, sagte Laumann. Ein funktionierender Verbund von Familie, bürgerschaftlichem Engagement und pflegenden Angehörigen oder Freunden werde in Zukunft immer wichtiger.

Dem gegenüber stünden allerdings auch eine Reihe von Entwicklungen, die bereits heute zu Problemen führten. So wohnten Kinder oftmals weit entfernt von pflegebedürftigen Eltern. Zudem sei die pflegefähige Generation häufig doppelt berufstätig und stehe deshalb für Pflegetätigkeit selbst nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. „Außerdem haben unverheiratete oder kinderlose Ehepaare erst gar keine Nachkommen, die Pflegeaufgaben übernehmen könnten“, so Laumann weiter.

Das Land müsse deshalb immer stärker seiner Verantwortung gerecht werden, beispielsweise in der Ausbildung von Pflegekräften oder den Ausbau weiterer, so genannter „niedrigschwelliger“ Angebote im Bereich der ehrenamtlichen Pflege und Betreuung.

„In 20 Jahren wird der gestiegene Versorgungsbedarf über professionelle Strukturen allein nicht mehr zu decken sein“, so der Minister. Ergänzend dazu müssten in Zukunft mehr Bürgerengagement und die Stabilisierung der Versorgung durch Angehörige und Ehrenamt unterstützt werden.

In den vergangenen fünf Jahren seien deshalb landesweit bereits rund 1000 ehrenamtliche Angebote aufgebaut worden. Ein Beispiel sei die Landesinitiative Demenz, die Angehörige im Umgang mit Demenzkranken fit machen solle.

Die Gesellschaft könne es sich aber nicht leisten, weiterhin gut ausgebildete Pflegekräfte an „angenehmere“ Berufe zu verlieren. „Der Weg steht jedem offen, man kann niemandem verbieten, sich leichtere und trotzdem gleich gut oder sogar besser bezahlte Arbeit zu suchen“, so Laumann. Marktwirtschaft bestimme nun mal Preis und Lohn – aber Mindestlohnregelungen könnten in diesem Bereich zumindest als Schutz gegen „Billiglösungen“ fungieren. „Ich bin ganz klar für eine leistungsgerechte Entlohnung. Aber Pflege muss auch bezahlbar bleiben!“, sagte Laumann. Wie überall müsse deshalb auch hier der Lohn davon abhängen, was die Marktteilnehmer zahlen könnten – oder bereit seien, zu zahlen.

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