Beratungsnetz „Wir sehen weiter“ hilft Blinden und Sehbehinderten

16. Januar 2010

Minister Karl-Josef Laumann: „Hilfe auf dem Weg durchs Dunkel dank gut ausgebildeten Beratern“ / Beratungsnetz „Wir sehen weiter“ hilft Blinden und Sehbehinderten / rund 1,2 Millionen Euro Landesförderung

Der Aufbau eines flächendeckenden Beratungsnetzes in Nordrhein-Westfalen, das blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags helfen soll, ist abgeschlossen. „Wenn man erblindet, werden gewohnte Alltagsabläufe zu unüberwindbaren Hürden. In dieser Situation brauchen Betroffene und Angehörige einen kompetenten Ansprechpartner, der den Weg durch das Dunkel weist“, sagte Sozialminister Karl-Josef Laumann.

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales teilt mit:

Der Aufbau eines flächendeckenden Beratungsnetzes in Nordrhein-Westfalen, das blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags helfen soll, ist abgeschlossen. In dem Projekt „Wir sehen weiter“ wurden in den vergangenen zwei Jahren rund 100 ehrenamtliche Berater in mehr als 250 Unterrichtsstunden qualifiziert, um medizinische, rechtliche und wirtschaftliche Fragen beantworten und mit praktischen Tipps für den Alltag helfen zu können.

„Wenn man erblindet, werden gewohnte Alltagsabläufe zu unüberwindbaren Hürden. In dieser Situation brauchen Betroffene und Angehörige einen kompetenten Ansprechpartner, der den Weg durch das Dunkel weist“, sagte Sozialminister Karl-Josef Laumann am Samstag (16. Januar 2010) in Dortmund bei der Übergabe der Zertifikate an die zweite Gruppe der Berater, die ihre Qualifizierung jetzt beendet haben.  Die erste Hälfte der Berater hat im vergangenen Jahr ihre Ausbildung abgeschlossen und arbeitet bereits aktiv am Aufbau der Beratungsstellen.

Neben dem Aufbau eines Beratungsnetzwerks sieht das Projekt eine intensive Qualifizierung der ehrenamtlichen Berater vor sowie die Verknüpfung mit vorhandenen Angeboten von Ärzten und Kliniken, Verwaltungsstellen und Anbietern spezieller Produkte und Dienstleistungen. Sozialminister Laumann: „Die ehrenamtlichen Berater sollen keine professionellen Leistungen ersetzen, sondern verlässliche Ansprechpartner sein und Lotsen durch die vielfältigen Angebote unseres Sozialstaates. Da sie überwiegend selbst sehbehindert oder blind sind, können sie sich besonders gut in die Lage der Ratsuchenden einfühlen.“

Das Projekt, das sich vor allem an ältere Betroffene wendet, wird vom Blinden- und Sehbehindertenverein Westfalen gemeinsam mit anderen Blindenvereinen durchgeführt und vom nordrhein-westfälischen Sozialministerium zwischen 2007 und 2010 mit insgesamt fast 1,2 Millionen Euro finanziert. Das Projekt wurde in das behindertenpolitische Landesprogramm „Teilhabe für alle“ aufgenommen.

Erkrankungen, die zu Erblindung oder schwerer Sehbehinderung führen, treffen vorwiegend ältere Menschen. In Nordrhein-Westfalen erblinden jährlich etwa 6.000 Menschen. Rund 34.000 Personen beziehen derzeit in Nordrhein-Westfalen Blindengeld, fast drei Viertel von ihnen sind älter als 60 Jahre. Die so genannten „Hilfen für hochgradig Sehbehinderte“ erhalten mehr als 11.000 Menschen, davon sind sogar mehr als 85 Prozent älter als 60 Jahre. Nach wissenschaftlichen Prognosen wird es im Jahr 2030 etwa ein Drittel mehr blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen als heute geben.

Weitere Informationen zum Projekt „Wir sehen weiter“ gibt es beim Blinden- und Sehbehindertenverein Westfalen e.V., Telefon 0231 / 55 75 90 – 0, E-Mail: wir-sehen-weiter@bsvw.de.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Telefon 0211 855 3118.

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