Ehrenamtliche Lotsen weisen den Weg durchs Dunkel

17. Januar 2009

Minister Karl-Josef Laumann: „Ehrenamtliche Lotsen weisen den Weg durchs Dunkel“ / Beratungsnetz „Wir sehen weiter“ hilft Blinden und Sehbehinderten / rund 1,2 Millionen Euro Landesförderung

In Nordrhein-Westfalen wird ein flächendeckendes Beratungsnetz aufgebaut, das blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags helfen soll. In dem Projekt „Wir sehen weiter“ werden rund 100 ehrenamtliche Beraterinnen und Berater qualifiziert, um medizinische, rechtliche und wirtschaftliche Fragen beantworten und mit praktischen Tipps für den Alltag helfen zu können.

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales teilt mit:

In Nordrhein-Westfalen wird ein flächendeckendes Beratungsnetz aufgebaut, das blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags helfen soll. In dem Projekt „Wir sehen weiter“ werden rund 100 ehrenamtliche Beraterinnen und Berater qualifiziert, um medizinische, rechtliche und wirtschaftliche Fragen beantworten und mit praktischen Tipps für den Alltag helfen zu können.

„Wenn man erblindet, gerät der Alltag aus den Fugen. In dieser Situa­tion brauchen Betroffene und ihre Angehörigen einen persönlichen An­sprechpartner, der den Weg durch das Dunkel weist.“ Das sagte Sozialminister Karl-Josef Laumann am Samstag (17. Januar 2009) in Dortmund bei der Übergabe der Zertifikate an die ersten 44 Beraterinnen und Berater, die ihre Qualifizierung jetzt abgeschlossen haben.

Neben dem Aufbau eines Beratungsnetzwerks sieht das Projekt eine intensive Qualifizierung der ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater vor sowie die Verknüpfung mit vorhandenen Angeboten von Ärzten und Kliniken, Verwaltungsstellen und Anbietern spezieller Produkte und Dienstleistungen. Sozialminister Laumann: „Die ehrenamtlichen Berate­rinnen und Berater sollen keine professionellen Leistungen ersetzen, sondern verlässliche Ansprechpartner sein und Lotsen durch die vielfäl­tigen Angebote unseres Sozialstaates. Da sie überwiegend selbst seh­behindert oder blind sind, können sie sich besonders gut in die Lage der Ratsuchenden einfühlen.“

Das Projekt „Wir sehen weiter“ wendet sich vor allem an ältere Men­schen, die einen großen Teil ihres Sehvermögens verloren haben oder erblindet sind. Ihnen fällt es besonders schwer, sich auf die neue Situa­tion einzustellen und die damit verbundenen psychischen Probleme zu bewältigen. Das Projekt wird vom Blinden- und Sehbehindertenverein Westfalen gemeinsam mit anderen Blindenvereinen durchgeführt und vom nordrhein-westfälischen Sozialministerium mit insgesamt fast 1,2 Millionen Euro finanziert. Es ist auf drei Jahre angelegt. Das Projekt wurde in das behindertenpolitische Landesprogramm „Teilhabe für alle“ aufgenommen.

Erkrankungen, die zu Erblindung oder schwerer Sehbehinderung füh­ren, betreffen vorwiegend ältere Menschen. In Nordrhein-Westfalen erblinden jährlich etwa 6.000 Menschen. Rund 34.000 Personen bezie­hen derzeit in Nordrhein-Westfalen Blindengeld, davon sind fast drei Viertel älter als 60 Jahre. „Hilfen für hochgradig Sehbehinderte“ erhalten mehr als 11.000 Menschen, davon sind sogar mehr als 85 Prozent älter als 60 Jahre. Nach wissenschaftlichen Prognosen wird es im Jahr 2030 etwa ein Drittel mehr blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen als heute geben.

Weitere Informationen zum Projekt „Wir sehen weiter“ gibt es beim Blinden- und Sehbehindertenverein Westfalen e.V., Tel.: 0231 / 55 75 90–0, E-Mail: wir-sehen-weiter@bsvw.de

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