Minister Karl-Josef Laumann: „Der freiberufliche Arzt ist nur seinem Patienten verantwortlich!“

6. Juni 2009

Minister Karl-Josef Laumann: „Der freiberufliche Arzt ist nur seinem Patienten verantwortlich!“ / „Gesundheitsversorgung von morgen“ ist Thema beim Jahreskongress der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe

Minister Karl-Josef Laumann: „Der freiberufliche Arzt ist nur seinem Patienten verantwortlich!“ / „Gesundheitsversorgung von morgen“ ist Thema beim Jahreskongress der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales teilt mit:

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat sich für die Freiberuflichkeit der niedergelassenen Ärzte ausgesprochen und verlangt, dass der Arzt in seinen Entscheidungen allein dem Patienten verpflichtet sein müsse: „Ein Patient kann nur dann Vertrauen zu seinem Arzt haben, wenn er weiß, dass er unabhängig von Kapitalinteressen über die bestmögliche Behandlung beraten wird.“

Das sagte Gesundheitsminister Laumann am Samstag (6. Juni 2009) in Münster auf dem Jahreskongress der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, den diese unter das Motto „Zukunftssicherung der Gesundheitsversorgung in Westfalen-Lippe“ gestellt hatte.

Wenn ein Arzt sich aus Gründen seiner persönlichen Lebensplanung für eine Anstellung in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) entscheide, sei ihm das recht, – so der Minister weiter – solange das MVZ nicht von den Eigeninteressen eines Kapitalgebers abhängig sei, der die medizinische und therapeutische Entscheidung des behandeln-den Arztes beeinflussen könnte. Entscheidend sei, „dass der Arzt in sei-ner Behandlung unbeeinflusst bleibt!“

Gesundheitsminister Laumann wies auch Befürchtungen zurück, dass es politisches Ziel sei, die so genannte doppelte Facharztschiene aus-zutrocknen. Die Bürgerinnen und Bürger müssten vielmehr auch in Zukunft einen niedergelassenen Facharzt in zumutbarer Entfernung haben. Dazu sollten auch die neuen Möglichkeiten der flexiblen Berufsausübung (beispielsweise Zweigpraxen oder Teilzeittätigkeit im Krankenhaus und in der Praxis) genutzt werden.

In einem vom freiberuflich tätigen Arzt geprägten Gesundheitswesen – so Minister Laumann – könne niemand gezwungen werden, sich an einem bestimmten Ort niederzulassen. Deshalb wolle die Landesregierung mit gezielten Anreizen dafür sorgen, dass Ärzte sich dort nieder-lassen, wo sie gebraucht werden.

„Auch wenn es in Nordrhein-Westfalen keinen wirklichen Ärztemangel gibt, beobachten wir in Regionen wie dem Münsterland, dem Hochsauerlandkreis, der Eifel und dem Niederrhein, dass Ärzte sich lieber in den Ober- und Mittelzentren der Kreise niederlassen als in ländlichen Regionen“, so der Minister. Dies sei gerade für eine zunehmend ältere Bevölkerung, die insbesondere auf den niedergelassenen Hausarzt in der Nähe angewiesen sei, nicht hinnehmbar.

Mit dem Hausarztaktionsplan wird die Landesregierung deshalb Anreize schaffen, um mehr junge Menschen für den Beruf des Hausarztes zu begeistern und diesen auch in ländlichen Gebieten attraktiv zu machen.

  • Der Aktionsplan setzt bereits beim Studium an, wo zum Beispiel die Allgemeinmedizin zum Pflichtfach innerhalb des Praktischen Jahres werden soll.
  • Bei der Weiterbildung werden in 2009 erstmals Mittel des Landes bereitgestellt, um die Weiterbildung im ambulanten Bereich lukrativer zu machen und so mehr Ärzte aufs Land zu locken. Damit kann die Differenz zwischen dem Gehalt eines Krankenhausarztes und dem eines niedergelassenen Arztes in der Weiterbildungszeit ausgeglichen werden.
  • Um die Niederlassung auf dem Land attraktiver zu machen, wird beispielsweise über Niederlassungszuwendungen nachgedacht.

Weitere

Pressemitteilungen

Weitere

Informationen

Pressefotos

Download

Keine Ergebnistreffer

Kontakt

Pressestelle

Keine Ergebnistreffer

Verwandte

Meldungen

Verwandte

Themen

Information

Downloads

Keine Ergebnistreffer

Links

Zum Thema

Information

Karte

Abonnieren

Newsletter

Abonnieren Sie hier den Newsletter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen oder bestellen Sie ihn ab.