Bei der Bekämpfung von Kinderarmut auf dem richtigen Weg

18. März 2009

Minister Karl-Josef Laumann: „Bei der Bekämpfung von Kinderarmut sind wir auf dem richtigen Weg“ / Bericht zum Runden Tisch „Hilfe für Kinder in Not“

Die Zahl der Kinder aus einkommensarmen Familien ist von 815.000 im Jahr 2005 auf 776.000 im Jahr 2007 gesunken. Die Landesregierung werde nicht nachlassen, Kinderarmut zu bekämpfen und für Chancengerechtigkeit zu sorgen, betonte Sozialminister Karl-Josef Laumann heute vor dem Landtag. Hier stellte er den Bericht zum Runden Tisch „Hilfe für Kinder in Not“  vor. <p><a href="../archive/presse2009/03_2009/090318MAGS.php" title="Bei der Bekämpfung von Kinderarmut auf dem richtigen Weg">Pressemitteilung lesen</a><br /><a href="/mediadatabase/18_03_2009_Rede_Minister_Laumann_Runder_Tisch_Plenum__2.pdf" title="18_03_2009_Rede_Minister_Laumann_Runder_Tisch_Plenum__2">Rede des Ministers lesen</a></p>

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales teilt mit:

„Die Zahl der Kinder aus einkommensarmen Familien ist von 815.000 im Jahr 2005 auf 776.000 im Jahr 2007 gesunken. Aber dennoch leben 24,3 Prozent aller Kinder in Nordrhein-Westfalen in einkommensarmen Haushalten. Daher wird die Landesregierung nicht nachlassen, Kinder­armut zu bekämpfen und für Chancengerechtigkeit zu sorgen“, betonte Sozialminister Karl-Josef Laumann heute (18. März 2009) im Düssel­dorfer Landtag. Hier stellte Laumann den Bericht zum Runden Tisch „Hilfe für Kinder in Not“ sowie eine Fortsetzung der Sozialberichter­stattung des Landes zur „Prekären Lebenslage von Kindern und Ju­gendlichen in Nordrhein-Westfalen“ vor.

„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass wir bei der Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung nicht nachlassen dürfen. Sie zeigen aber auch, dass wir mit den bereits eingeleiteten Maßnahmen, wie zum Bei­spiel mit dem Ausbau der Ganztagseinrichtungen, der Sprachförderung und vor allem mit der Einrichtung des Runden Tisches auf dem richtigen Weg sind“, so Laumann.

Die Ziele des Runden Tisches sind unter anderem eine Verbesserung der Bildungschancen, unabhängig von der sozialen Herkunft, die Stär­kung gesundheitlicher Prävention, eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit. Am Runden Tisch, einem bundesweit bislang einmaligem Projekt, sind alle Ministerien der Landesregierung beteiligt. „Mit diesem Runden Tisch wollen wir für Kinder, die in einkommensarmen Familien aufwachsen, neue Perspektiven schaffen“, so Laumann.

So hat die Landesregierung dafür gesorgt, dass das Ganztagsangebot erweitert wird, um mehr Bildungsförderung und Chancengerechtigkeit sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen. „In den Grundschulen gibt es jetzt 184.000 Plätze im offenen Ganztag, zweieinhalb Mal so viele wie noch vor drei Jahren“, erklärte Laumann. Den Landesfonds „Kein Kind ohne Mahlzeit“ nehmen aktuell rund 70.000 Kinder in Anspruch. „Und noch ein Beispiel: 2009 werden insgesamt 86.000 Plätze für die Betreuung der Unterdreijährigen zur Verfügung stehen. Das bedeutet eine Versiebenfachung der U3-Plätze seit Regierungsantritt“, so der Minister.

„Wir dürfen aber im Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung nicht nachlassen. Der Vergleich zu 2005 zeigt, dass wir zwar schon besser geworden sind, aber dass die Bekämpfung von Armut nur langfristig erfolgreich sein kann“, betonte Laumann und nannte einige zentrale Er­gebnisse des Sozialberichtes „Prekäre Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen“:

  • Das Armutsrisiko steigt mit zunehmender Zahl der minderjährigen Kinder, die im Haushalt zu versorgen sind. Einzelkinder in Paar­haushalten sind zu 12,1 Prozent armutsgefährdet. Zwei Kinder in Paarhaushalten zu 16 Prozent, drei Kinder zu 33 Prozent, vier Kinder und mehr zu 59,3 Prozent.
  • Kinder von Alleinerziehenden sind überdurchschnittlich häufig von Einkommensarmut betroffen. 42,6 Prozent leben in einkommens­armen Haushalten. Bei 38,2 Prozent der Kinder von Alleinerziehen­den ist der alleinerziehende Elternteil nicht erwerbstätig und bei 36,8 Prozent teilzeiterwerbstätig.
  • Das durchschnittliche Armutsrisiko der 1,1 Millionen Kinder mit Zuwanderungsgeschichte hat sich von 42,9 Prozent im Jahr 2005 auf 41,4 Prozent reduziert.
  • Das Armutsrisiko hängt wesentlich von der Erwerbsbeteiligung der Eltern ab. Die Vollzeitbeschäftigung nur eines Elternteils reicht vor allem bei Geringqualifizierten häufig nicht aus, um die Familie vor Einkommensarmut zu bewahren. 73,6 Prozent aller von Einkom­mensarmut betroffenen Kinder lebt in Paarhaushalten.
  • 85,2 Prozent der insgesamt 3,19 Millionen Kinder leben bei Ehe­paaren oder in nichtehelichen Lebensgemeinschaften. 14,5 Prozent aller Kinder leben bei alleinerziehenden Elternteilen.

„Kinder dürfen kein Armutsrisiko mehr sein“, betonte Laumann. „Deshalb hat die Landesregierung klare Schwerpunkte bei der Förderung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Haushalten gesetzt, zum Beispiel durch eine bessere Förderung in der Schule, den Ausbau der Betreuungsplätze und der Sprachförderung, sowie den Ausbau sozialer Frühwarnsysteme und einen intensiveren Kinderschutz“, betonte Laumann.

Hintergrund: Als einkommensarm und damit armutsgefährdet gelten Personen, deren Pro-Kopf-Einkommen weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens der Gesamtbevölkerung in Nordrhein-West­falen beträgt. Dieses Einkommen betrug 2007 in Nordrhein-Westfalen 1.274 Euro. Demnach sind Personen in Einpersonenhaushalten armutsgefährdet, wenn ihr Einkommen weniger als 637 Euro beträgt. Dies traf 2007 auf 2,5 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen zu. Eine Alleinerziehende mit einem Kind (unter 14 Jahren) ist armuts­gefährdet, wenn sie ein Einkommen unter 956 Euro erhält. Für ein Ehe­paar mit zwei Kindern (unter 14 Jahren) liegt die Grenze bei 1.720 Euro.

Rede des Ministers lesen
Zwischenbericht der Landesregierung zur Arbeit des Runden Tisches
Sozialberichterstattung Nordrhein-Westfalen

 

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