Alte Menschen vor schweren Verletzungen schützen

6. April 2009

Minister Karl-Josef Laumann: Alte Menschen vor schweren Verletzungen schützen!/ Sturzprävention in Seniorenheimen: Minister übergibt Gütesiegel

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat die ersten Senioren­einrichtungen mit dem Landesbutton „Sturzpräventive Einrichtung“ ausgezeichnet. „Mit unserem neuen Gütesiegel können Heime für ihre gute Arbeit werben und zeigen: Hier wird besonders viel für die Vorbeugung gegen Stürze getan."

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales teilt mit:

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat die ersten Senioreneinrichtungen mit dem Landesbutton „Sturzpräventive Einrichtung“ ausgezeichnet. „Mit unserem neuen Gütesiegel können Heime für ihre gute Arbeit werben und zeigen: Hier wird besonders viel für die Vorbeugung gegen Stürze getan. Diese ist ungeheuer wichtig, weil ein Sturz für alte Menschen schwerste Verletzungen und dauerhafte Pflegebedürftigkeit bedeuten kann.“ Das sagte der Minister heute (6. April 2009) in Düsseldorf zur Übergabe der Auszeichnungen.

Minister Laumann weiter: „Ich wünsche mir, dass noch viele Senioren­einrichtungen in unserem Land diesem Beispiel folgen werden. Mit unserer Initiative wollen wir erreichen, dass die Verletzungen und insbesondere die Anzahl der gebrochenen Hüften in den nächsten drei Jahren um mindestens zehn Prozent, besser noch um 20 Prozent zurückgehen.“

Das Gütesiegel erhalten Einrichtungen, die sichere Bewegung ihrer Bewohnerinnen und Bewohner fördern, beispielsweise durch regelmäßiges Kraft- und Balancetraining, durch die Beseitigung von Stolperfallen oder durch angemessene Beleuchtung. Wichtig sind auch Schulungen zum Umgang mit Hilfsmitteln wie dem Rollator und die richtige Einstellung von Medikamentengabe und Sehhilfen, da hier Ursachen für Schwindelgefühle, Bewegungsunsicherheiten und Stürze liegen können. Darüber hinaus müssen die Pflegefachkräfte regelmäßig in der Sturzprävention fortgebildet werden.

Der Startschuss für das bundesweit einmalige Gemeinschaftsprojekt der „Landesinitiative Sturzprävention“ war Ende letzten Jahres gefallen. Heime und Pflegeeinrichtungen erhalten den so genannten Landesbutton „Sturzpräventive Einrichtung“, wenn sie nach dem allgemein an­erkannten Nationalen Expertenstandard „Sturzprophylaxe in der Pflege“ arbeiten und sich dies von unabhängigen Experten haben bestätigen lassen.

Dr. Arnold Schüller, Ärztekammer Nordrhein: „Wir sehen in unserer ärztlichen Versorgung viele Patienten in Heimen, die an Sturzfolgen leiden. Daher unterstützen wir sturzvorbeugende Maßnahmen und die Landesinitiative unbedingt.“

Theo Giehler, Mitglied des Vorstandes des BKK Landesverbandes Nordrhein-Westfalen: „Die Verhinderung von Stürzen und damit die Förderung der Selbstständigkeit, Mobilität und Lebensqualität der Men­schen in den Pflegeeinrichtungen ist ein erklärtes Präventionsziel der Kranken- und Pflegekassen. Deshalb ist es folgerichtig, dass sich die Krankenkassen in NRW in dem Gemeinschaftsprojekt und der Landesinitiative engagieren.“

„150 Einrichtungen haben inzwischen die Ausschreibungsunterlagen angefordert, etliche weitere haben sie im Internet abgerufen. Auffällig ist, dass die Anfragen regional gehäuft eingehen. Daraus schließen wir, dass der Erwerb des Landesbuttons durchaus als Wettbewerbsfaktor gesehen wird und dass er ein wirkungsvoller Anreiz für die Pflegeein­richtungen ist, sich dem Thema Sturzprävention engagiert zu widmen“, so Michael Huneke, Geschäftsführer des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe Nordwest.

Das Projekt wird vom nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium und den Kranken- und Pflegekassen in Nordrhein-Westfalen finanziell gefördert und von der „Landesinitiative Sturzprävention“ getragen. Mit der Durchführung wurde der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe beauftragt. Fachliche Unterstützung leisten insbesondere das Kuratorium Deutsche Altershilfe und die Ärztekammer Nordrhein. Die Landesinitiative “Sturzprävention bei Seniorinnen und Senioren“ ist Teil des Landespräventionskonzepts Nordrhein-Westfalen. Dieses wird von der Landesgesundheitskonferenz getragen.

Etwa ein Drittel der über 65-Jährigen stürzt mindestens einmal im Jahr. In Altenheimen stürzt etwa jeder zweite Bewohner mindestens einmal im Jahr. Jeder 25. Bewohner eines Pflegeheims erleidet einmal im Jahr eine Hüftfraktur. Etwa die Hälfte der davon Betroffenen erlangen ihre Beweglichkeit nicht zurück, jeder Fünfte ist anschließend sogar dauer­haft pflegebedürftig. Die Operations- und Rehabilitationskosten bei einer gebrochenen Hüfte betragen pro Person weit über 10.000 Euro; bundesweit entstehen dadurch jährliche Behandlungskosten von fast drei Milliarden Euro.

Folgende Einrichtungen haben heute von Minister Laumann das Güte­siegel „Sturzpräventive Einrichtung in Nordrhein-Westfalen“ erhalten:

Düsseldorf, Leben im Alter-Zentrum, Tersteegen-Haus, Wichern-Haus für Kurzzeitpflege

Essen,  Kaiser-Otto-Residenz

Fröndenberg, Schmallenbach-Haus

Horn-Bad Meinberg, Seniorenzentrum Am Markt

Neuss, St. Hubertusstift

Unna, St. Bonifatius Alten- und Pflegezentrum

Xanten, St. Elisabeth-Haus

Weitere Informationen zum Landesbutton beim Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe, Tel. 0201 / 36557-0, E-Mail: essen@dbfk.de oder unter www.praeventionskonzept.nrw.de

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