39 Lebensretter mit Rettungsmedaille des Landes ausgezeichnet

2. Dezember 2011

Minister Jäger zeichnet 39 Lebensretter mit der Rettungsmedaille des Landes aus

Stellvertretend für Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat der Minister für Inneres und Kommunales, Ralf Jäger, 39 Personen mit der Ret­tungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet, zwei weitere erhielten eine Öffentliche Belobigung.

Rettungsmedaille für Jürgen Malm-Schedwill und Marco Krampe

Am 28. November 2009 warten die Taxifahrer Jürgen Malm-Schedwill und Marco Krampe am Bahnhof Dülmen auf Fahrgäste. Plötzlich hören sie einen lauten Knall. Rauch steigt aus einem Mehrfamilienhaus an der Bahnhofsstraße auf. Jürgen Malm-Schedwill greift sofort zu seinem Handy und versucht vergeblich, die Feuerwehr zu erreichen. Schließlich verständigt er die Polizei. Zusammen mit Marco Krampe läuft er dann zu dem Haus. Aus der Wohnung im Erdgeschoss schlagen Flammen. Sie drücken alle Klingeln, um die Bewohnerinnen und Bewohner zu warnen. Als ihnen daraufhin die Haustür aufgedrückt wird, eilen sie in das bereits stark verqualmte Treppenhaus. Sie laufen in alle Stockwerke und klin­geln an den Wohnungstüren. Türen, die nicht geöffnet werden, treten sie umgehend ein und wecken die Bewohner, damit diese sich in Si­cherheit bringen können. Der Rauch wird stärker und erschwert ihnen das Atmen. Im 4. Stock wird die Tür trotz Klingelns nicht geöffnet. Wie bereits zuvor, verschafft sich Jürgen Malm-Schedwill gewaltsam Zutritt.

Ein älterer, leicht verstörter Mann kommt ihm entgegen. Erst jetzt be­merkt er, dass es brennt. Jürgen Malm-Schedwill und Marco Krampe begleiten ihn nach unten. Die starke Rauchentwicklung im mittlerweile gänzlich verrauchten Treppenhaus erschwert ihnen den Rückweg. Marco Krampe hält sich seinen Pullover vor den Mund, um den Qualm abzuhalten. Inzwischen eingetroffene Feuerwehrleute kommen ihnen entgegen und helfen ihnen schließlich nach draußen.

Die beiden Retter und alle von ihnen gewarnten Hausbewohner werden mit Verdacht auf Rauchvergiftung zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert. Eine Bewohnerin erliegt später ihren Verletzungen.

Durch das mutige und entschlossene Eingreifen von Jürgen Malm-Schedwill und Marco Krampe wurden die Hausbewohner vor dem Flammentod gerettet.

Rettungsmedaille für Thomas Meier und Stefan Janus

Am Nachmittag des 1. Dezember 2009 will eine 77-jährige Frau in Riet­berg einen Parkplatz, der direkt an der Ems liegt, verlassen. Aufgrund eines Fahrfehlers durchbricht sie einen niedrigen Holzzaun und stürzt mit ihrem PKW die Böschung hinunter, in den Fluss. Der Wagen kommt in der Nähe des gegenüberliegenden Ufers zum Liegen, rutscht jedoch durch die Strömung des Wassers zurück Richtung Flussmitte. Dort ist der Fluss über 1,50 m tief.

Zufällig kommt zu diesem Zeitpunkt Thomas Meier auf seinem Fahrrad vorbei. Er sieht das Fahrzeug im Fluss, bemerkt, dass sich die Fahrerin noch im Wagen befindet und eilt sofort zur Hilfe.

Gleichzeitig nähert sich auch Stefan Janus, Rettungsassistent im Kreis Gütersloh. Dieser ist wegen eines anderen Einsatzes in der Nähe und wird von einer Passantin herbeigerufen.

Die beiden Retter springen ohne zu zögern in den eisigen Fluss, um die ältere Dame zu retten. Sie waten über den glitschigen Untergrund zum Wagen, dessen Innenraum sich schnell mit Wasser füllt. Sie befinden sich dabei hüfttief im 4 °C kalten Flusswasser. Ihre dicken Wintersachen saugen sich sofort voll Wasser und werden immer schwerer.

Als sie den Pkw erreichen, konnte die Frau bereits den Sicherheitsgurt lösen und das Wagenfenster herunterkurbeln. Das Öffnen der Fahrertür ist ihr aus eigener Kraft nicht mehr möglich, da das Auto immer tiefer in den Fluss rutscht. Mit Mühe gelingt es die Tür zu öffnen und die ver­ängstigte Frau aus dem Wagen und ans Ufer zu ziehen.

Durch das mutige Eingreifen der beiden Retter kommt die Dame mit einem Schrecken davon.

Rettungsmedaille für Horst Hoffmann

Am frühen Morgen des 5. Dezember 2009 fährt eine 26-jährige Dort­munderin mit ihrer 19-jährigen Bekannten nach einem Diskobesuch über die Autobahn A 40 nach Hause. Am Autobahnkreuz Dortmund-West verliert sie in einer Kurve die Gewalt über ihren Wagen und rast über den Grünstreifen gegen einen Baumstamm. Im Motorraum fängt es an zu brennen.

In diesem Augenblick fährt Horst Hoffmann an der Unfallstelle vorbei. Als er das brennende Fahrzeug sieht, hält er sofort auf dem Seiten­streifen an. Er klettert über die Leitplanke und durch die dahinter wach­senden Sträucher zur Unglücksstelle. Die Beifahrerin hat ihren Sicher­heitsgurt schon gelöst und ihre Tür geöffnet. Sie ist aber nicht in der Lage auszusteigen. Horst Hoffmann zieht sie aus dem Wagen und trägt sie zu einer sicheren Stelle. Nachdem er die Feuerwehr benachrichtigt hat, rennt er zurück zum Unfallfahrzeug und öffnet die Fahrertür. Die Fahrerin liegt mit dem Kopf auf dem Lenkrad. Die Stirnhaare brennen bereits. Horst Hoffmann löscht die Flammen mit bloßen Händen.

Der Geruch des auslaufenden Benzins wird immer stärker und das Feuer erfasst mehr und mehr den Frontbereich. Trotz aller Bemühungen schafft es Horst Hoffmann nicht, die Frau zu befreien. Sie ist zu fest ein­geklemmt. Erst jetzt wird Horst Hoffmann die eigene Lebensgefahr bewusst. Er muss die Rettungsaktion abbrechen.

Die herbeigerufenen Rettungskräfte können nur noch den Tod der jun­gen Fahrerin feststellen. Ihre Bekannte überlebt mit einem Schock und zahlreichen Verletzungen.

Rettungsmedaille für Peter Schwellenbach

Am 26. Februar 2010 zur Mittagszeit geht eine verwirrte Frau in Windeck-Rosbach auf dem überfluteten Radweg am Ufer der Sieg spazieren. Aufgrund des starken Hochwassers der Sieg gerät sie immer mehr in die Strömung und droht, fortgerissen zu werden. Zwei Passantinnen bemerken das drohende Unglück und rufen den Ret­tungsdienst an. Peter Schwellenbach, der zufällig vorbeikommt, steigt sofort ins Wasser und schwimmt zu der hilflosen Frau. Völlig unterkühlt und erschöpft hält sie sich an einem Brückengeländer fest. Peter Schwellenbach bekommt die Frau zu fassen und zieht sie ans Ufer. Der inzwischen eingetroffene Rettungsdienst versorgt die beiden erschöpf­ten Personen.

Rettungsmedaille für Matthias Warnecke und Ralf Josef Vadder

Am 21. März 2010 angelt Ralf Josef Vadder mit einem Bekannten am Ufer des Dortmund-Ems-Kanals in Münster. Plötzlich bekommt der Be­kannte einen Krampfanfall und fällt in das etwa 5°C kalte Wasser. Ohne zu bedenken, dass er einen Kälteschock erleiden könnte, springt Ralf Vadder in den Kanal, um seinen Angelpartner zu retten. Matthias Warnecke, der zufällig zur selben Zeit am Kanal vorbei joggt, sieht, wie Ralf Vadder vergeblich versucht, seinen inzwischen bewusstlosen An­gelfreund über Wasser zu halten. Er springt voll bekleidet in den Kanal und hält den Bewusstlosen gemeinsam mit Ralf Vadder über Wasser. Sie schaffen es nicht, ihn über die Kanalmauer ans Ufer zu heben. Gleichzeitig verständigt eine Spaziergängerin, die den Vorfall ebenfalls beo­bachtet hat, die Polizei. Die Männer halten sich jeweils mit einem Arm an einer eisernen Brüstung fest und mit dem anderen den bewusstlosen Angler über Wasser. Ralf Josef Vadder verlassen langsam die Kräfte und er droht zu ertrinken. Unmittelbar vor Eintreffen der Feuerwehr und der Polizei hält ihn ein unbekannt gebliebener Jogger für die letzten Sekunden über Wasser. Die verständigten Rettungskräfte ziehen die Männer schließlich aus dem Wasser und versorgen sie.

Ohne das mutige und schnelle Eingreifen von Ralf Lothar Vadder und Matthias Warnecke unter Einsatz ihres eigenen Lebens hätte das Leben des Anglers nicht gerettet werden können. Alle drei Männer wären er­trunken, wenn die Spaziergängerin nicht geistesgegenwärtig sofort die Rettungskräfte verständigt hätte. Ihr wurde eine Öffentliche Belobigung ausgesprochen. 

Rettungsmedaille für Polizeiobermeister Daniel Dissevelt

Am 1. Mai 2010 besucht Daniel Dissevelt das Pfarrfest der evangelischen Kirchengemeinde Waldbröl im Windecker Freizeitpark Dattenfeld. Plötz­lich hört er, wie sich Kinder über eine vermeintliche Puppe im nahen Teich unterhalten. Beim ersten Hinsehen ist sich Daniel Dissevelt nicht sicher, ob in der Mitte der ca. 1000 Quadratmeter großen Wasserfläche wirklich eine Puppe treibt. Um sich zu vergewissern, steigt er durch das scheinbar harmlose hüfttiefe ca. 8 Grad kalte Wasser. Dabei ist ihm nicht bewusst, dass er sich in dem ca. 100 Meter tiefen Gewässers nur flach schwimmend bewegen darf. Der lebensgefährliche Teichgrund besteht überwiegend aus einer so dicken und zähen Morastschicht, so dass derjenige, der einmal darin eingesunken ist, sich nicht mehr selbst befreien kann und möglicherweise ertrinkt.

Daniel Dissevelt hat Glück, dass ihm nichts passiert. Nach etwa 500 Metern erreicht er ein bewusstloses knapp zweijähriges Mädchen. Als er den kleinen Körper auf den Rücken dreht, sieht er in das bläulich ange­laufene Gesicht. Er bringt das Kind schnell ans Ufer und legt es auf den Rasen.

Unter den herbeieilenden Festgästen sind auch eine Krankenschwester und ein Krankenpfleger. Die Krankenschwester beginnt sofort mit der Wiederbelebung. Der Kollege kommt ihr zur Hilfe und löst sie bei ihren Bemühungen ab. Nach Herzdruckmassagen und Beatmung kommt das Kind wieder zu sich. Als die herbeigerufenen Rettungskräfte endlich eintreffen, hat sich der Zustand des stark unterkühlten Mädchens stabi­lisiert.

Ohne das beherzte und besonnene Eingreifen der drei Helfer hätte das Kind den Vorfall höchstwahrscheinlich nicht überlebt.

Die Krankenschwester und der Krankenpfleger werden mit einer Öffentlichen Belobigung geehrt.

Rettungsmedaille für Polizeihauptkommissar Jürgen Koch und Polizeikommissar Alexander Dovatov

Am 13. Mai 2010 gegen 5.00 Uhr morgens brennt es in einem 2 ½-ge­schossigen Mehrfamilienhaus in Delbrück. Die beiden Polizeibeamten Jürgen Koch und Alexander Dovatov sind zufällig in der Nähe und kurz nach Empfangen der Meldung vor Ort.

Über dem Dach steht bereits ein Rauchpilz und hinter einem der Fens­ter leuchtet ein Feuerschein. Die Bewohner haben noch nicht bemerkt, in welcher Gefahr sie schweben.

Die beiden Polizisten verständigen die Feuerwehr und versuchen die Bewohner durch Türklingeln und Rufen zu wecken. Einer der Hausbe­wohner wird aufmerksam und öffnet die Haustür. Jürgen Koch und Alexander Dovatov kommt starker Qualm entgegen.

Um auch die übrigen Bewohner zu alarmieren, begeben sie sich – trotz eigener Lebensgefahr – ins Haus. Auf dem Weg durch das völlig ver­rauchte Treppenhaus kommen ihnen zwei der Bewohner entgegen. In der Wohnungstür im 2. Obergeschoss, in der – wie sich später heraus­stellte – der Brand ausgebrochen war, steht eine weinende schwangere Frau. Sie ist geschockt; Jürgen Koch und Alexander Dovatov zerren sie die Treppe hinunter ins Freie.

Dann machen sie sich erneut auf den Weg in die 3. Etage. Sie tasten sich durch die offenstehende Wohnungstür und finden im Schlafzimmer die zwei fest schlafenden Bewohner. Sie wecken das Ehepaar und brin­gen es schnell ins Freie. Dann betreten sie das Haus zum dritten Mal. In der 2. Etage treten sie mit aller Kraft eine Wohnungstür ein. Die Woh­nung ist zum Glück schon leer. Auf dem Rückweg klingeln sie in der 1. Etage Sturm.

Die über 80-jährige schwerhörige Bewohnerin kommt ihnen schon ent­gegen und folgt ihnen nach draußen. Erst jetzt trifft die Feuerwehr ein.

Die beiden Beamten haben Dank ihres weit über die Obliegenheiten eines Polizeibeamten hinausgehenden Einsatzes die schlafenden Be­wohner des Mietshauses vor dem Tod bewahrt. 

Rettungsmedaille für Stabsunteroffizier Florian Machala, Stabsunteroffizier Martin Lobert, Oberstabsgefreiter Sebastian Jung und Fahnenjunker Oliver Ulke

Am 21. Juni 2010 gegen 12.00 Uhr fahren die Soldaten Martin Lobert, Florian Machala, Sebastian Jung und Oliver Ulke des „Feldjägerba­taillons 252 Hilden“ im Bundeswehr-LKW über die Autobahn A 565 nach Bonn. In einem Autobahnbereich ohne Standstreifen prallt der PKW vor ihnen plötzlich unkontrolliert erst links und dann rechts gegen die Leit­planke, ehe er auf der rechten Fahrspur zum Stehen kommt.

Der Fahrer des Bundeswehr-LKW hält sofort an, so dass sich der fol­gende Verkehr dahinter zunächst staut. Martin Lobert und Florian Machala eilen zum Unfallfahrzeug und ziehen den 54-jährigen be­wusstlosen Fahrer aus dem Wagen. Sie legen ihn auf der rechten Fahr­spur ab und beginnen mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Sebastian Jung und Oliver Ulke rufen derweil die Rettungskräfte, machen die Stelle mit einem Warndreieck kenntlich und versorgen ihre auf der Fahrbahn hockenden Kameraden mit Verbandskasten und Decke. Zwi­schenzeitlich löst sich der Stau auf und die Autofahrer rasen mit hoher Geschwindigkeit auf der Überholspur an der Unfallstelle vorbei. Weil die beiden Kameraden befürchten, dass es dadurch zu einem für sie alle lebensbedrohenden Folgeunfall kommen könnte, machen sie in ihren Warnwesten mit Handzeichen auf die Gefahr aufmerksam. Es dauert etwa 15 Minuten, bis der Rettungsdienst eintrifft. Bis dahin muss der verunglückte Mann mehrfach reanimiert werden.

Die vier jungen Männer schaffen es durch ihren auch für sie selbst le­bensgefährlichen Einsatz, den Mann aus seiner lebensgefährlichen Lage zu retten. Wie sich später herausstellt, hatte er während der Fahrt einen Herzinfarkt erlitten. Nach einem langen Krankenhausaufenthalt, bei dem er die ersten zehn Tagen ohne Bewusstsein war, geht es ihm heute den Umständen entsprechend gut.

Leider kann Herr Stabsunteroffizier Martin Lobert heute nicht anwesend sein.

Rettungsmedaille für Johannes Rheker

Am Morgen des 2. Oktober 2010, einem Samstag, sitzt Johannes Rheker mit seiner Frau in der Küche und liest Zeitung. Gegen kurz nach 8.00 Uhr hört er plötzlich von draußen einen ohrenbetäubenden Knall. Er eilt zum Fenster, um nachzuschauen, was passiert ist. Dort entdeckt er, dass einige Meter entfernt vom Dach eines Nachbarhauses Dach­ziegel herunter gefallen sind und Trümmerteile vor dem Haus liegen.

Er eilt mit seiner Frau nach draußen, vor das Nachbarhaus. Ein Anwoh­ner, der ebenfalls eingetroffen ist, meint, in dem Haus befänden sich noch Menschen. Erst jetzt sieht Johannes Rheker, dass mehrere Au­ßenmauern des Hauses durch eine – wie er später erfährt – Gasexplo­sion bereits vollständig eingestürzt sind.

Aus den Trümmern des Hauses hört er eine Stimme, die um Hilfe ruft. Obwohl er erkennt, dass das Dach des Hauses jederzeit herunterstür­zen könnte, beginnt Johannes Rheker, sich einen Weg in das Haus zu bahnen. Die Warnung seiner Frau und des Nachbarn und seine eigene Angst ignoriert er aus Sorge um die Nachbarn.

Er entdeckt in der vormaligen Küche die über 70-jährige Bewohnerin des Hauses, die in einer Ecke hockt. Sie kann zwar allein aufstehen, ist aber nicht in der Lage die Trümmer, die den Türbereich blockieren, zu überwinden. Johannes Rheker begibt sich trotz der großen Gefahr tiefer in das Haus und muss die Frau schließlich von außen durch eine Öff­nung im versperrten Türbereich heben. Dann kann er sie sicher aus dem Haus geleiten.

Die ältere Dame wird mit schweren Verbrennungen in eine Spezialklinik gebracht.

Auch ihr Ehemann, der sich zur Zeit der Explosion im Badezimmer des Hauses aufhielt, kann von den eintretenden Rettungskräften gerettet werden. 

Rettungsmedaille für Ute Eichmann und Lothar Peter Söder

Am Abend des 6. Oktober 2010 sitzen Lothar Söder und seine Frau bei einem gemütlichen Abend in ihrer Wohnung, als er das unruhige Ver­halten seiner Katzen bemerkt - etwas stimmt nicht im Haus. Er verlässt barfuss die Wohnung und hört Hilferufe der 93-jährigen Nachbarin aus dem Obergeschoss. Sofort läuft Lothar Söder hinauf. Vor der Wohnung trifft er die Nachbarin Ute Eichmann, die die Hilferufe auch gehört hat. Sie sehen leichten Rauch unter der Tür hervorquellen.

Lothar Söder zögert nicht und tritt die Tür zur Wohnung ein. Dichte Rauchschwaden kommen ihm entgegen. Auf Händen und Füssen kriecht er in das Zimmer, aus dem die Rufe kommen. Er zieht die alte Dame, die Hilfe rufend in einem Zimmer steht, zu sich auf den Boden und kriecht mit ihr zurück zum Hausflur. Dort übergibt er sie an Ute Eichmann, die sie nach draußen führt. Lothar Söder läuft durch das völ­lig verqualmte Treppenhaus zu seiner Frau. Bis zum Eintreffen der in­zwischen verständigten Feuerwehr bleiben sie in ihrer Wohnung. Der Rauch macht ihnen die Flucht unmöglich.

Die Feuerwehr baut unter dem Küchenfenster ein Sprungkissen auf. Endlich können sich Lothar Söder und seine Frau mit einem Sprung aus sechs Metern Höhe durchs Fenster auf das Luftkissen retten.

Alle Beteiligten werden wegen Verdachts auf eine Rauchvergiftung um­gehend in die Intensivstation eines Krankenhauses eingeliefert.

Ohne das schnelle und mutige Eingreifen von Lothar Söder und Ute Eichmann unter Einsatz ihres eigenen Lebens hätte das Leben der älte­ren Dame nicht gerettet werden können.

Rettungsmedaille für Bernd Scholz

Am 16. November 2010 gegen 19.00 Uhr fährt ein dreifacher Familien­vater zusammen mit einem Bekannten mit dem Auto Richtung Mon­heim. Es ist stockdunkel und sehr nebelig. Auf Grund mangelnder Orts­kenntnisse lassen sich die Männer von einem Navigationsgerät leiten. Wegen der schlechten Sichtverhältnisse bemerken sie zu spät, dass sie am Anleger der Hitdorfer-Fähre die Straße verlassen haben und in den Rhein fahren. Das Fahrzeug beginnt schnell im Fluss zu versinken, so dass nach kurzer Zeit nur noch die Heckleuchten im Dunkeln zu erken­nen sind. Beide Männer schaffen es mit letzter Kraft, sich auf das Auto­dach zu retten. Bernd Scholz beobachtet den Vorfall vom Ufer aus. Ob­wohl er sich der Gefahr für sein eigenes Leben bewusst ist, zögert er nur kurz. Er zieht Schuhe und Jacke aus, hält sich an der Rampe fest und lässt sich vorsichtig in das 11°C kalte Wasser gleiten. Zu seinem Erstaunen ist die Strömung an dieser Stelle nicht so stark wie zunächst angenommen und das Wasser geht ihm nur bis zum Bauch. Bernd Scholz watet in Richtung der Verunglückten und ermutigt diese dabei immer wieder, auf ihn zuzuschwimmen. Schließlich kommt ihm der Fah­rer des Autos entgegen und schwimmt ans Ufer. Der Beifahrer - ein Nichtschwimmer - befindet sich noch auf dem Autodach und ruft panisch vor Angst laut um Hilfe. Halb watend, halb schwimmend erreicht Bernd Scholz das sinkende Fahrzeug. Er zieht den Mann ins Wasser und hilft ihm sodann ans rettende Ufer. Als beide Männer am Ufer angekommen sind, ist von dem Auto nichts mehr zu sehen - es ist vollständig im Rhein versunken.

Aufgrund der starken und unberechenbaren Strömung treibt das Wrack ab; es wird erst einige Tage später in sechs Meter Tiefe und weit ent­fernt von der Unglücksstelle geborgen.

Durch sein mutiges Eingreifen rettet Bernd Scholz das Leben des Nicht­schwimmers.

Rettungsmedaille für Helena Driesel, Anna Aretz und Celina Kruysen

In der Nacht des 20. November 2010 sind die drei Schülerinnen Helena Driesel, Anna Aretz und Celina Kruysen aus Meerbusch auf dem Heim­weg, als sie das Piepsen eines Rauchmelders hören. Sie eilen zu dem Haus und bemerken jetzt auch Brandgeruch. Eines der Mädchen be­nachrichtigt sofort über Handy die Feuerwehr.

Die Mädchen klingeln Sturm an der Haustür. Als niemand öffnet, laufen sie in den Garten, klopfen heftig gegen die Scheiben des Hauses und rufen laut. Schließlich öffnet eine alte Frau die Tür. Sie ist verschlafen und völlig verwirrt.

Die Mädchen sagen ihr, dass es brennt und sie das Haus sofort verlas­sen muss.

Immer wieder will die Seniorin zurück ins verqualmte Haus, weil ihr Ehemann noch drinnen schläft. Helena Driesel hält die alte Dame zu­rück, während Anna Aretz und Celina Kruysen nun selbst versuchen, ins Innere vorzudringen.

Gegen den dichten Rauch im Flur und das Feuer im Wohnzimmer ha­ben sie jedoch keine Chance. Auch ein zweiter Versuch ins Haus zu gelangen scheitert. Die Mädchen holen einen Nachbarn zur Hilfe, der vergeblich versucht, den Brand mit einem Feuerlöscher einzudämmen. Ein paar Minuten später trifft die Feuerwehr ein und löscht den Brand. Der 78 Jahre alte Ehemann, der im Wohnzimmer schlief, kann nur noch tot geborgen werden.

Durch ihr mutiges Eingreifen retteten die drei Mädchen das Leben der 74jährigen Frau. Sie selbst standen unter Schock, blieben aber an­sonsten unverletzt. 

Rettungsmedaille für Dzhumber Kotchiyev

Am Mittag des 22. November 2010 kommt es in einem Seniorenheim in Krefeld zu einem Zimmerbrand. Eine defekte Heizdecke setzte das Bett einer Bewohnerin in Brand, die wegen einer Operation das Bett nicht ohne fremde Hilfe verlassen kann. In höchster Not betätigt sie die Klin­gel.

Als der alarmierte Altenpfleger Dzhumber Kotchiyev das Zimmer betritt, ist es bereits voll von dichtem, beißendem Rauch. Das Kopfteil des Bettes und ein Teil der Kleidung der hilflosen Seniorin haben bereits Feuer gefangen. Sofort hebt Dzhumber Kotchiyev die Frau aus dem Bett und trägt sie aus dem Zimmer. Dann holt er aus einem Nebenzim­mer eine Decke und versucht, das Feuer zu ersticken. Von der Decke fallender Putz verletzt ihn am Kopf. Da er mit der Decke das Feuer nicht löschen kann, läuft er in den Flur, um einen Feuerlöscher zu holen. Ein Handwerker aus dem Haus kommt ihm nun zu Hilfe. Gemeinsam lö­schen die beiden Männer das Feuer und werfen die verkohlte Matratze auf den Balkon.

Dann schließen sie die Zimmertür, damit sich das Rauchgas nicht weiter im Haus verteilen kann.

Die verletzte Seniorin wird von anderen Pflegemitarbeitern versorgt und sodann von einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Sie überlebt ihre Verletzungen zunächst, ist aber inzwischen verstorben.

Dzhumber Kotchiyev wird bei seiner mutigen und beherzten Rettungstat ebenfalls verletzt und kommt mit Verbrennungen und Schürfwunden am Kopf in ein Krankenhaus, wo er zwei Tage auf der Intensivstation blei­ben muss. 

Rettungsmedaille für Annabel und Naemi Abt

Am Nachmittag des 28. November 2010 treffen sich die Geschwister, die damals 11-jährige Annabel und die 8-jährige Naemi Abt, mit ihrer 6-jährigen Freundin im Botanischen Garten in Duisburg. Sie spielen an dem frei zugänglichen Teich, der an diesem Tag von einer dünnen Eis­schicht bedeckt ist. Die Kinder schlagen das Eis mit einem Stock auf und versuchen dann, die Eisschollen aus dem Wasser zu ziehen.

Um näher an das Eis heranzukommen, steigt die Sechsjährige auf die Steinplatten der Teichumrandung. Ohne zu bemerken, dass diese ver­eist und glitschig sind, rutscht sie ab und fällt ins etwa 0°C kalte Wasser. Ihre dicke Winterbekleidung saugt sich sofort voll. Dem Mädchen steht das bitterkalte Wasser bis zur Brust. Zwar kann es sich am Teichrand festhalten, schafft es aber nicht, aus dem Wasser auf den Beckenrand zu klettern.

Erwachsene, die die Geschwister Abt um Hilfe bitten könnten, sind nicht in Sicht. Annabel und Naemi Abt zögern nicht.

Trotz der Angst ebenfalls abzurutschen und in den Teich zu fallen, ziehen sie ihre völlig unterkühlte Freundin unter größter Anstren­gung aus dem Wasser. Annabel Abt nimmt das vor Kälte zitternde Mäd­chen kurzer Hand huckepack auf den Rücken und trägt es etwa einen Kilometer bis nach Hause. Naemi Abt bleibt unterdessen am Teich und passt auf die Spielsachen auf, bis ihre Schwester Annabel sie abholt.

Nur durch das beherzte und für ihr Alter sehr mutige Eingreifen von An­nabel und Naemi Abt unter Einsatz ihres eigenen Lebens wurde das Leben der sechsjährigen Freundin gerettet.

Rettungsmedaille für Klaus Tintrup

Am frühen Morgen des 19. Dezember 2010 werden Polizeihauptkom­missar Klaus Tintrup und sein Kollege zu einem Wohnungsbrand an der Hattinger Straße in Bochum gerufen. Einige Hausbewohner sind bereits auf der Straße und werden von schon anwesenden Kollegen betreut. Die alarmierte Feuerwehr ist noch nicht in Sicht. Dicker schwarzer Qualm quillt aus der offenen Haustür.

Klaus Tintrup verschafft sich einen Überblick. Ein Bewohner macht ihn darauf aufmerksam, dass noch der Mieter aus der brennenden Woh­nung im 1. Stock fehlt. Sofort läuft Klaus Tintrup durch den Hausflur zum 1. Stock. Schon auf dem Weg dorthin wird die Sicht immer schlechter; das Atmen fällt ihm schwerer. Klaus Tintrup legt sich in der 1. Etage auf den Boden und leuchtet mit einer Taschenlampe in den Hausflur. Im dicken Rauch sieht er am Ende des Flurs schemenhaft einen Mann, der vor seiner Wohnung auf dem Boden liegt. Klaus Tintrup hält den Atem an und kriecht zu dem bereits Bewusstlosen.

Nach mehrmaligen Versuchen schafft er es, den Mann über das Trep­penhaus nach Draußen zu ziehen. Dort übergibt er ihn an seine Kolle­gen. Bevor Klaus Tintrup selbst das Haus verlässt, ruft er noch mal ins Treppenhaus. Da hört er plötzlich Stimmen aus dem 2. Stock. Klaus Tintrup fordert diese Personen auf, den Atem anzuhalten, die Augen zu schließen und sich am Geländer voran zu tasten. Trotz des immer dichter werdenden Rauches geht er ihnen soweit entgegen, bis er die Nachzügler erfasst und nach draußen führen kann. Kurz darauf trifft endlich die Feuerwehr ein.

Klaus Tintrup und die Geretteten werden mit Verdacht auf Rauchvergif­tung zur 24-stündigen Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert.

Nur durch das über seine Dienstpflicht hinaus gehende mutige und schnelle Eingreifen von Polizeihauptkommissar Klaus Tintrup unter Ein­satz seines Lebens, wurde das Leben der Bewohner gerettet. 

Rettungsmedaille für Angelika und Jens Forster

Am frühen Morgen des 10. Januar 2011 wartet Jens Forster vor dem Haus Nr. 20 der Schiffstraße in St. Augustin auf seine Mutter Angelika Forster, die ihn mit dem Auto abholen will. Plötzlich kommt aus dem ge­genüberliegenden Haus eine aufgeregte Frau. Es ist die Betreuerin des 85-jährigen demenzkranken Mannes, der dort wohnt. Aus der offen ste­henden Haustür quillt starker Rauch. Die Frau schellt hektisch bei den Nachbarn.

Jens Forster läuft sofort mit der Betreuerin zurück zur brennenden Wohnung. Im Hausflur liegt der nur mit einem Schlafanzug bekleidete Mann. Ungeschützt läuft Jens Forster in das Haus, packt den verwirrten 85-Jährigen und zieht ihn zum Ausgang. Angelika Forster und eine un­bekannt gebliebene Passantin, die zufällig vorbeigeht, kommen ihm zur Hilfe und die Drei tragen den Mann gemeinsam nach draußen. Sie set­zen ihn in den Wagen von Angelika Forster und Jens Forster verständigt die Feuerwehr.

Bis zu deren Eintreffen kümmern sich Angelika und Jens Forster um den Geretteten und wärmen ihn mit ihren Jacken.

Durch das schnelle und mutige Eingreifen von Angelika und Jens Fors­ter wurde das Leben des 85-Jährigen gerettet.

Wie sich später herausstellte, hatte eine umgefallene Nachttischlampe im Schlafzimmer den Brand verursacht.

Rettungsmedaillen für die Polizeikommissare Tim Farwick, Sven Oblau und Benjamin Beckord

Gleich zweimal im Abstand von nur zwei Tagen retten Polizeibeamte das Leben einer lebensmüden Seniorin.

Am Morgen des 12. Januar 2011 fahren die Polizeikommissare Tim Farwick und Sven Oblau zu einem Einsatz an der Schlossbrücke nach Mülheim an der Ruhr. Im Fluss treibt eine leblose Frau. Wie sich später herausstellt, wollte die 76-jährige Frau ihrem Leben ein Ende bereiten.

Tim Farwick zieht sich sofort Jacke und Gürtel aus und watet der Frau entgegen. Das eiskalte Wasser ist an dieser Stelle nur etwa 1,20 Meter tief, aber der Boden ist steinig und die Strömung tückisch. Schließlich bekommt der Polizeibeamte die Frau zu fassen und zieht sie Richtung Ufer. Sven Oblau kommt seinem Kollegen mit einer Warnbarke entge­gen, die er zuvor von einer nahegelegenen Baustelle geholt hat. Die Seniorin fest im Griff, hält sich Tim Farwick mit der anderen Hand an der Stange fest, um nicht abgetrieben zu werden.

Gemeinsam schaffen es die beiden Männer, die Frau an Land zu bringen, wo sie vom Rettungsdienst versorgt wird.

Zwei Tage später, am 14. Januar 2011, wird die zuvor gerettete Seniorin von ihrem Ehemann als vermisst gemeldet. Zeitgleich wird in Mülheim an der Ruhr eine leblose Frau gesehen, die in der Ruhr in Richtung ei­nes Stauwehres treibt. Die Polizeikommissare Benjamin Beckord und Danny Bücking vermuten sofort, dass es sich um die Frau handelt, die ihre Kollegen zwei Tage zuvor gerettet haben.

Am Unglücksort legt Benjamin Beckord sofort seine Uniform ab und gelangt über eine Trittleiter in die Ruhr. Geistesgegenwärtig hat Harald Baumann, ein Mitarbeiter des Wasserwerks, die Turbinenleistung bereits auf ein Minimum abgesenkt; die Unterströmung bleibt trotzdem stark und unberechenbar. Kurz vor dem Wehr besteht auch für gute Schwimmer akute Lebensgefahr.

Benjamin Beckord schwimmt der Frau entgegen und kann sie schließ­lich greifen. Mit einem Rettungsgriff will er die Frau ans Ufer ziehen. Sie wehrt sich jedoch heftig und muss immer wieder beruhigt werden. Kurz bevor beide gegen das Wehr getrieben werden, erreichen sie mit letzter Kraft das Ufer. Danny Bücking und Harald Baumann helfen den beiden Erschöpften und Unterkühlten aus dem Wasser, wo die Frau medizi­nisch versorgt wird.

Alle beteiligten Polizeibeamten überstehen die dramatischen Ereignisse ohne bleibende Gesundheitsschäden. Danny Bücking und Harald Baumann erhalten eine Öffentliche Belobigung.

Rettungsmedaille für Polizeikommissar Björn Perder

Am 30. Januar 2011 kurz vor Mitternacht fährt Polizeikommissar Björn Perder zusammen mit einem Kollegen zu einem brennenden Einfamili­enhaus in Overath. Aus dem Haus dringt schwarzer Qualm, neben der Haustür ist offenes Feuer zu erkennen. An einem Fenster im ersten Stockwerk steht ein Mann, der sich nicht mehr traut, die Treppe hinun­terzugehen und laut um Hilfe ruft. Das Feuer breitet sich rasant aus.

Während der Kollege in der Nachbarschaft nach einer Leiter sucht, öff­net Björn Perder gewaltsam die Haustür. Das Treppenhaus ist - mit Ausnahme des Bodenbereichs - stark verqualmt. Björn Perder kriecht zum Treppenabsatz, um dem hilflosen Mann mit der Taschenlampe den Fluchtweg zu zeigen. Der Mann wagt jedoch nicht, die obere Etage zu verlassen. Kurz entschlossen robbt Björn Perder unter dem Rauch hin­durch über die Treppenstufen nach oben, bekommt den verängstigten Mann zu fassen und zieht ihn die Treppe runter. Mit letzter Kraft gelangen beide durch den Hausflur nach draußen.

Kurz danach - noch vor Eintreffen der Feuerwehr - steht der gesamte Eingangsbereich in Flammen.

Durch sein mutiges und beherztes Eingreifen rettete Björn Perder das Leben des Mannes. 

Rettungsmedaille für Maurice Matuszak

Als Zivildienstleistender im Hausnotruf bestätigt Maurice Matuszak sonst üblicherweise Fehlalarme. Die Leute, die den roten Knopf drücken, trifft er dann beim Essen oder vor dem Fernseher an. Am 24. Februar 2011 gegen 2.00 Uhr nachts schläft der Zivildienstleistende als wieder so ein vermeintlicher Fehlalarm bei ihm eingeht. Der 18-Jährige erwacht augenblicklich, setzt sich in das Auto und fährt los. Beim Aufschließen der Haustür der 62-jährigen Dame, die den Hausnot­ruf ausgelöst hatte, angekommen, hört Maurice Matuszak Hilferufe.

Er nimmt Brandgeruch wahr, eilt in Richtung Wohnungstür, schließt auf und steht in dichtem Qualm. Maurice Matuszak reagiert umgehend, geht auf die Knie und folgt, durch die Wohnung kriechend, den Rufen der pflegebedürftigen Dame ins Wohn­zimmer. Er zieht die am Boden liegende und um Hilfe schreiende Frau nach draußen, versorgt sie mit einer Wärmedecke, warnt die anderen Hausbewohner vor den Flammen und ruft die Feuerwehr.

Der 18-jährige Maurice Matuszak hat lebensgefährliche Verletzungen in Kauf genommen – er hätte sich an den durch einen Schwelbrand der Matratze ausgelösten Rauchgasen vergiften können – als er das Leben der 62-jährigen Frau rettete. 

Rettungsmedaille für Heinz-Jürgen Schröer und Sven Moser

Gegen 18.15 Uhr des 9. März 2011 erleidet der Eigner auf seinem Güter-Motorschiff „Silvinia“ im Hafen Bottrop einen Schwächeanfall und fällt über Bord in den Rhein-Herne-Kanal.

Das Geschehen wird zufällig vom Kranführer Heinz-Jürgen Schröer, der die „Silvinia“ gerade belädt, beobachtet. Er steigt sofort von seinem Kran, setzt per Funk einen Notruf ab und wirft dem in Not Geratenen einen Rettungsring zu.

Da der im Wasser Treibende nicht reagiert, vielmehr dessen Kopf be­reits unter Wasser gerät, zieht Heinz-Jürgen Schröer Schuhe und Pullo­ver aus und springt in den Rhein-Herne-Kanal. Bei einer Außentempe­ratur von 9 °C zieht er den Betroffenen ungefähr fünf Meter durch das eiskalte Wasser. Der Lokführer Sven Moser, der den Notruf in seinem Führerhaus mithört, rennt sofort zu dem Schiff. Er überlegt nicht lange, als er sieht, wie Heinz-Jürgen Schröer den Verunglückten an der Schiffswand hochdrückt. Er greift nach dem Mann und zieht ihn unter enormer Kraftanstrengung an Deck. Als Polizei und Feuerwehr eintreffen, ist der Gerettete bereits wieder ansprechbar. Der Rettungsdienst bringt den Schiffsführer zum Klinikum Essen, wo eine Verengung der Haupt­schlagader der linken Herzkammer als Ursache des Schwächeanfalls festgestellt wird.

Durch den Sprung in das eiskalte Wasser und die Bergung des Geret­teten unter höchster Anstrengung nahm Heinz-Jürgen Schröer eine Gefahr für sein Leben in Kauf, um das Leben eines anderen Menschen zu retten.

Ohne das beherzte und entschlossene Handeln des Retters wäre der im Wasser treibende Mann aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse ver­mutlich kurz darauf untergegangen und hätte den Vorfall höchstwahr­scheinlich nicht überlebt. Auch für Sven Moser bestand Lebensgefahr. Durch das Gewicht des Schiffseigners, den er auf das Deck hochzog, hätte er in das eiskalte Wasser hinuntergerissen werden können. 

Rettungsmedaille für Guido und Tobias Wirtz

Am frühen Abend des 5. April 2011 werden Guido Wirtz und sein Sohn Tobias von einer aufgeregten Nachbarin der Heinrich-Lersch-Straße in Jüchen darauf aufmerksam gemacht, dass es nebenan im Mehrparteienhaus brennt. Als Guido und Tobias Wirtz zum Unglücksort kommen, quillt beißender Rauch aus einer der Erdgeschosswohnungen. Eine Menschentraube steht vor dem Haus und beobachtet den 73-jährigen Bewohner, der von lodernden Flammen umzingelt am Küchenfenster steht. Die verständigte Feuerwehr ist nicht in Sicht.

Guido Wirtz versucht zunächst vergeblich durch die lichterloh bren­nende Eingangstür in die Wohnung des Mannes zu kommen. Er kehrt zum Küchenfenster zurück. Einer der Nachbarn hat eine Leiter an das Fenster gestellt. Der verängstigte Mann schafft es aber nicht, aus dem Fenster zu steigen und sich über die Leiter in Sicherheit zu bringen. Seine brennenden Kleider hat er sich bereits vom Leib gerissen.

Trotz des beißenden schwarzen Qualms klettert Guido Wirtz über die Leiter auf die Fensterbank des Küchenfensters. Flammen und eine enorme Hitze schlagen ihm entgegen. Dennoch beugt er sich soweit in die Wohnung, dass er den Mann packen kann, zieht ihn auf die Leiter und klettert mit ihm nach unten in Sicherheit. Währenddessen klettert Tobias Wirtz über das angrenzende Garagendach auf einen Balkon der ersten Etage und warnt einen weiteren Bewohner, der allein einen Fluchtweg findet. Kurz danach trifft die Feuerwehr ein und löscht das Haus.

Durch das mutige und entschlossene Eingreifen von Guido und Tobias Wirtz konnten die Männer gerettet werden.

Rettungsmedaille für Elisabeth Sistig aus Duisburg

Am Nachmittag des 8. Juli 2011 trifft sich eine Siebenjährige mit ihrem Spielkameraden auf dem Spielplatz vor ihrem Elternhaus in Duisburg-Buchholz. Elisabeth Sistig, die auch dort wohnt, ist gerade auf dem Heimweg. Kurz vor ihrer Haustür wird sie von einem ihr unbekannten jungen Mann überholt. Er grüßt sie und wendet sich dann den beiden spielenden Kindern zu. Als Elisabeth Sistig wieder in ihrer Wohnung im ersten Stock ist, sieht sie bei einem Blick aus dem Fenster, wie der Spielkamerad des Mädchens mit seinem Roller davonfährt. Der Mann spricht jetzt allein mit dem Mädchen.

Elisabeth Sistig hat ein ungutes Gefühl, als sie das sieht. Ein so ungutes Gefühl, dass sie beunruhigt mit ihrem Schlüsselbund in der Hand nach unten läuft. Dort beobachtet sie, wie der Mann dem Kind etwas zu zei­gen scheint und dessen Hand ergreift. Es scheint so, als ob der Mann das Mädchen in das nahe Gebüsch ziehen will. Couragiert ruft sie ihm deshalb zu, er solle das Kind in Ruhe lassen.

Darauf gibt der – wie sich später herausstellt – alkoholisierte Mann die Hand des Kindes frei und wendet sich stattdessen Elisabeth Sistig zu. Unvermutet trifft sie sein Schlag ins Gesicht. Als der Mann ihr Schlüs­seletui sieht, will er es ihr entwenden. Dabei verdreht er den Arm von Elisabeth Sistig und bricht ihr dabei Elle und Speiche des Unterarms. Als der Mann feststellt, dass seine Beute kein Portemonnaie ist, wirft er das Etui fort und flüchtet. Er wird kurz danach von der herbeigerufenen Polizei festgenommen.

Elisabeth Sistig brachte sich in Lebensgefahr, als sie das kleine Mäd­chen mutig und ohne auf ihre eigene körperliche Unversehrtheit zu achten vor einem möglichen Übergriff des Fremden rettete. Der junge, kräftige Mann war durch seine Alkoholisierung so enthemmt, dass sein gewalttätiger Angriff der Seniorin auch das Leben hätte kosten können.

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