Minister Jäger zeichnet 30 Lebensretter mit der Rettungsmedaille des Landes aus

13. Dezember 2013

Minister Jäger zeichnet 30 Lebensretter mit der Rettungsmedaille des Landes aus

Innenminister Ralf Jäger hat in Vertretung für Ministerpräsidentin Hannelore Kraft 30 Retterinnen und Retter mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Zwei Personen erhielten eine Öffentliche Belobigung. In einer Feierstunde in Köln dankte der Minister den Retterinnen und Rettern für ihren selbstlosen Einsatz: Die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen wird seit 1951 für Taten verliehen, bei denen Retterinnen und Retter die Gefahr für das eigene Leben nicht scheuten, um einen anderen Menschen aus einer lebensbedrohlichen Notlage zu befreien. In diesen 62 Jahren wurde die aus massivem Silber gefertigte Rettungsmedaille nur etwas mehr als 1000 mal verliehen und zählt damit zu den am seltensten vergebenen staatlichen Ehrungen.

Rettungsmedaille für Polizeioberkommissar Uwe Capitanio aus Troisdorf

Es ist Ostermontag, der 2. April 2012, kurz nach vier Uhr morgens: Mehrere Autofahrer melden über den Notruf der Verkehrspolizei in Köln eine ältere Person, die mit einem Rollator auf dem Seitenstreifen der Bundesautobahn A 565 unterwegs ist.

Polizeioberkommissar Uwe Capitanio und Polizeikommissar Jan Schumacher übernehmen den Einsatz. Als sie mit ihrem Funkstreifenwagen an der Anschlussstelle Bonn-Beuel auf die Autobahn fahren, kommt ihnen die Seniorin bereits auf dem Überholstreifen entgegen.

Jan Schumacher hat den Streifenwagen auf dem Seitenstreifen kaum angehalten, da springt Uwe Capitanio schon aus dem Wagen und rennt zwischen dem laufenden Verkehr hindurch über die Fahrbahn zu der hilfsbedürftigen Seniorin.

Trotz der frühen Morgenstunde herrscht reger Verkehr, der nicht so schnell zu stoppen ist. Uwe Capitanio umfasst die Frau und wirft sich mit ihr vor die begrünte Schrammbordwand in der Autobahnmitte. Schon wenige Sekunden später rasen ein PKW und ein LKW mit hoher Geschwindigkeit dicht an den beiden vorbei.

In der Zwischenzeit  kann Jan Schumacher den Streifenwagen mit eingeschaltetem Blaulicht schräg zur Fahrbahn stellen und stoppt damit den nachfolgenden Verkehr. Jetzt kann Uwe Capitanio die verwirrte ältere Dame sicher über die Fahrbahn zum Streifenwagen und dann zurück zu ihrer Familie bringen.

Der Sohn der alten Dame nimmt seine Mutter überglücklich in Empfang. Er berichtet den Beamten, sie leide unter einer seltenen Form der Parkinsonkrankheit, diese führe zu Verwirrungszuständen.

Uwe Capitanio hat unter Einsatz seines eigenen Lebens das Leben der Seniorin gerettet.

Rettungsmedaille für Tom Sinke aus Emmerich am Rhein

Am 24. April 2012 ist Tom Sinke auf dem Schulweg und schon in Gedanken bei seiner Abiturarbeit. Als er an einem Einfamilienhaus in unmittelbarer Nähe seiner Schule in Emmerich vorbei geht, fallen ihm zwei stark hustende Personen vor dem Haus auf, denen er aber zunächst keine Beachtung schenkt.

Erst als er das Schulgebäude betreten will, wird ihm bewusst, dass es nach Rauch riecht. Also geht er die wenigen Schritte zurück und sieht nun, dass helle Rauchschwaden aus der geöffneten Haustür des Einfamilienhauses quellen. Der ältere Mann, der gemeinsam mit der Haushaltshilfe vor dem Haus steht, macht auf Tom Sinke einen hilflosen und verwirrten Eindruck.

Der Mann erklärt ihm, dass der Fernseher im Wohnzimmer qualme und die Feuerwehr alarmiert werden müsse. Sofort übernimmt Tom Sinke die notwendigen Schritte und setzt den Notruf ab.

Zu seinem Entsetzen sieht er, wie sich die gehbehinderte Ehefrau des Senioren - statt ganz aus dem Haus herauszutreten - mit ihrem Rollator an der Türschwelle umdreht und wieder in das Haus zurückgeht. Unter der Flurdecke hat sich inzwischen eine dicke schwarze Rauchwolke gesammelt, so dass Tom Sinke der Frau nur in gebückter Haltung folgen kann.

Glücklicherweise besinnt sich die alte Dame, dreht sich im Schlafzimmer um und kommt ihm entgegen. Er greift ihre Arme und zieht sie schnell nach draußen. Allein hätte sie es höchstwahrscheinlich nicht mehr zum rettenden Bürgersteig geschafft.

Beide sind kaum in Sicherheit, da steht das Haus komplett in Flammen und die ersten Fensterscheiben platzen durch die enorme Hitze.

Tom Sinke hat der alten Dame unter Einsatz seines eigenen Lebens das Leben gerettet. Die beiden Hausbewohner und ihre Haushaltshilfe haben einen Schock und werden mit einer leichten Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht.

Tom Sinke, der unverletzt bleibt, schafft es sogar noch, seine Abiturarbeit zu schreiben.

Rettungsmedaille für die Krankenschwestern Jasmin Aschoff aus Dortmund und Mukaddes Kaya aus Waltrop sowie für die Pfleger Martin Banna, Tobias Bornstein, Sebastian Fuchs und Benjamin Stradtmann, aus Lünen

Am 27. April 2012 versieht Schwester Mukaddes Kaya den Nachtdienst auf der Intensivstation der Klinik am Park in Lünen-Brambauer.

Gegen Mitternacht wird die Stille auf der Station jäh durch den schrillen Ton eines Brandmelders unterbrochen. Augenblicklich macht sich Mukaddes Kaya auf die Suche nach dem Brandherd und trifft dabei auf Schwester Jasmin Aschoff und Pfleger Tobias Bornstein von der Nachbarstation, die sich bereits mit Feuerlöschern ausgerüstet hatten.

Unter der Tür eines Einzelzimmers quillt Rauch hervor. Der Patient in diesem Zimmer wird auf einer Luftstrommatratze gelagert und seine Atmung mit Sauerstoff unterstützt.

Pfleger Tobias Bornstein öffnet die Tür und unternimmt in dem völlig verrauchten Raum sofort erste Löschversuche. Auch die Intensivpfleger Martin Banna, Sebastian Fuchs und Benjamin Stradtmann haben die Sirene gehört und kommen mit Feuerlöschern angerannt.

Doch Feuer und Qualm haben sich im Zimmer bereits so weit ausgebreitet, dass ein Betreten oder gar Löschen unmöglich geworden ist. Durch den Luftstrom der Matratze und durch den Sauerstoff erreicht das Feuer sehr hohe Temperaturen. Schnell greifen die Flammen auch auf die benachbarten Mehrbettzimmer über.

Die Schwestern und Pfleger brechen ihren Rettungsversuch am Brandherd ab und kümmern sich um die anderen Patienten. Nur notdürftig mit feuchten Tüchern gegen das hochgiftige Rauchgas geschützt, evakuieren die Pflegekräfte mehr als 20 Patienten aus den nun ebenfalls brennenden Nachbarzimmern, versorgen sie und bringen sie auf anderen Stationen in Sicherheit.

Bei fünf weiteren, hilflosen Patienten haben sich die Flammen inzwischen so weit genähert, dass sie sich in unmittelbarer Lebensgefahr befinden. Den beherzten Helfern gelingt es, auch sie zu retten. Den Patienten, in dessen Zimmer das Feuer ausgebrochen war, kann die mittlerweile eingetroffene Feuerwehr nur noch tot bergen.

Wie sich später herausstellt, hatte der Mann eine Zigarette geraucht.

Nach ihrem mutigen, lebensgefährlichen Einsatz mussten die Pflegekräfte mit Verdacht auf eine Rauchvergiftung ärztlich behandelt werden. Sie haben ihren Patienten das Leben gerettet.

Rettungsmedaille für Polizeikommissar Sebastian Notthoff aus Olfen

Am Sonntag, den 8. Juli 2012, bricht gegen 12 Uhr mittags im Keller eines viergeschossigen Mehrfamilienwohnhauses in Datteln ein Feuer aus.

Als ein Bewohner des Erdgeschosses den Rauchgeruch bemerkt, informiert er die Feuerwehr und die Polizei. Polizeikommissar Sebastian Notthoff übernimmt gemeinsam mit seiner Kollegin den Einsatz und beide treffen etwa vier Minuten vor der Feuerwehr ein.

Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die meisten der 50 Hausbewohner bereits in panischer Flucht im Treppenhaus. PK Sebastian Notthoff erkennt sofort die Panik und Orientierungslosigkeit der Bewohner und fordert diese deshalb durch laute und klare Verhaltensmaßregeln auf, das Haus umgehend zu verlassen.

Während seine Kollegin an der Eingangstür des Wohnhauses die fliehenden Personen in Sicherheit bringt, steigt Sebastian Notthoff durch das zunächst noch wenig verrauchte Treppenhaus in die einzelnen Etagen, um weitere Mieter zu warnen.

Doch bereits auf der 2. Etage wird der Rauch immer stärker. Dennoch entschließt sich Sebastian Notthoff, die möglichen restlichen Bewohner zumindest auf den Brand aufmerksam zu machen. Jedoch stellt er bereits nach wenigen Metern fest, dass der von unten aufsteigende Rauch plötzlich schwarz wird.

Die Sicht ist komplett eingeschränkt und wie aus dem Nichts steht plötzlich ein Mann vor ihm. Beide versuchen nun gemeinsam, die Treppe hinunter zu gehen. Doch ist eine Orientierung unmöglich, Sicht und Atmung sind sehr stark behindert.

Deshalb entschließen sich beide, wieder hinauf zu gehen, um weiter oben in einer Wohnung Schutz zu suchen. In der 3. Etage angekommen, versuchen sie abwechselnd, eine verschlossene Tür aufzutreten.

In diesem Moment öffnet eine Bewohnerin der angrenzenden Wohnung ihre Tür und lässt die zwei Männer hinein. Auf ihrem Balkon hat sich bereits ein weiterer Bewohner in Sicherheit gebracht und hofft mit den beiden Neuankömmlingen auf die Rettung durch die Feuerwehr.

Nachdem Sebastian Notthoff per Handy die Einsatzleitung über ihre missliche Lage informiert hat, werden sie mit Hilfe einer Drehleiter geborgen. Sebastian Notthoff und die mit ihm geretteten Bewohner werden mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht, können dieses aber nach einer ambulanten Behandlung am selben Tag wieder verlassen.

Sebastian Notthoff hat ohne Rücksicht auf seine eigene Gesundheit und dank seines umsichtigen Einschreitens, das weit über seine dienstlichen Pflichten hinausging, dafür Sorge getragen, dass der Großteil der Bewohner das Haus ohne gesundheitliche Schäden verlassen konnte.

Durch das Einatmen der giftigen Rauchgase befand er sich dabei selbst in Lebensgefahr.

Rettungsmedaille für Bernd van Rennings aus Münster

Im Sommer 2012 reist Bernd van Rennings mit seinem Cousin und Freund Bastian van Rennings als Rucksacktourist durch Afrika.

Es ist der 18. Juli 2012, als die beiden Reisenden beschließen, von Dar-es-Salam mit einer Fähre nach Sansibar überzusetzen. An der Anlegestelle stellen sie fest, dass das Schiff nach Sansibar neben einer Vielzahl von Passagieren auch alle möglichen Güter zur Insel bringen soll und überladen zu sein scheint. Die beiden beschleicht ein ungutes Gefühl. Trotzdem besteigen sie das Schiff.

Während der Überfahrt frischt der Wind auf. Die schlimmsten Befürchtungen der jungen Männer sind mit einem Mal Realität: die Fähre kentert im hohen Wellengang.

Einige hundert Schiffbrüchige versuchen, sich auf irgendetwas Schwimmendes zu retten. Bernd van Rennings gehört zu den Glücklichen, denen es gelingt, auf ein Rettungsfloß zu klettern. Vom Floß aus, auf das sich mittlerweile 40 bis 50 Menschen retten konnten, sieht Bernd van Rennings zwei junge Mädchen zwischen schwimmenden Gegenständen treiben. Nur eines von ihnen hat den Kopf über Wasser, das andere ist bewusstlos.

Bernd van Rennings bittet einen jungen Mann, ihn im Auge zu behalten und springt ins Wasser. Als er die Mädchen erreicht, versucht er, das bewusstlose Mädchen zur Rettungsinsel zu ziehen.

Doch das andere Mädchen hält ihre Freundin fest umklammert und reagiert nicht auf seine Bitte, sie loszulassen. Schnell merkt Bernd van Rennings, wie seine Kräfte nachlassen. Er hält beide Mädchen fest und lässt sich erst mal mit ihnen treiben.

Der junge Mann auf dem Floß bemerkt Bernd van Rennings Not und wirft ihm eine Leine zu, die van Rennings ergreifen kann. Zusammen mit den beiden Mädchen lässt er sich zum Floß ziehen.

Zurück auf dem Floß gelingt es Bernd van Rennings, das bewusstlose Mädchen wiederzubeleben. Inzwischen eilen auch andere Schiffe zu Hilfe. Erst dort findet Bernd van Rennings seinen bereits tot geglaubten Cousin wieder.

Gesund, aber nur noch mit den Sachen, die sie am Leibe tragen, erreichen die beiden Reisenden den Hafen von Stonetown. Die deutsche Botschaft hilft ihnen bei ihrer Weiterreise. Später sehen die beiden Freunde im Fernsehen, dass nur wenige Menschen das Unglück überlebt haben.

Ohne den Einsatz von Bernd van Rennings wären auch die beiden Mädchen - Touristinnen aus Israel - ertrunken.

Der Vater eines der Mädchen bedankte sich in ihrem Namen bei Bernd van Rennings für seinen selbstlosen, lebensrettenden Einsatz. Bis heute stehen sie in Kontakt.

Rettungsmedaille für Adem Detlef Fischer und Kevin Fischer aus Schwerte

Öffentliche Belobigung für Alexandra Warmuth aus Schwerte

In der Nacht des 3. September 2012 gegen 1.30 Uhr bemerkt Kevin Fischer bei offenem Fenster Rauchgeruch.

Als er bei einem Blick nach draußen den Ursprung sucht, sieht er Qualm aus einem der Fenster des gegenüberliegenden mehrgeschossigen Hauses. Sofort läuft er mit seiner Verlobten Alexandra Warmuth zum Nachbarhaus. Nachdem er „Sturm“ geklingelt und eine Bewohnerin die Haustür geöffnet hat, rennen er und seine Freundin durch das Haus, um durch lautes Rufen die Bewohner zu warnen.

Gleichzeitig alarmiert Alexandra Warmuth die Feuerwehr. 15 Personen verlassen daraufhin durch den noch rauchfreien Hausflur fluchtartig das Gebäude. Als der zwischenzeitlich auch auf den Brand aufmerksam gewordene Vater von Kevin Fischer, Adem Detlef Fischer, eintrifft, hat sein Sohn bereits die Wohnungstür der im 1. Stock liegenden Brandwohnung eingetreten.

Beißender schwarzer Qualm kommt ihnen entgegen. Adem Detlef Fischer kniet sich und sucht auf dem Boden kriechend nach den Bewohnern. Kevin Fischer will ihm zur Hilfe kommen, muss aber gleich aufgeben, weil er keine Luft bekommt. Als erstes findet Adem Detlef Fischer zwei Katzen, die schnell das Weite suchen.

Dann entdeckt er in den Schwaden von Qualm eine Hand. Sie gehört dem kräftigen Mieter, der bereits bewusstlos im Wohnungsflur liegt. Adem Detlef Fischer zieht den Mann allein aus der Wohnung ins rettende Treppenhaus. Sein Sohn transportiert den Mann mit Hilfe einer ihm entgegen kommenden Polizistin aus dem Haus. Dort wird der Bewusstlose von den Rettungskräften übernommen.

Adem Detlef Fischer, Kevin Fischer und Alexandra Warmuth haben ihren Nachbarn das Leben gerettet. Für Adem Detlef Fischer und Kevin Fischer war der Einsatz lebensgefährlich, denn beide waren bei der Rettung des bewusstlosen Mannes gezwungen, die giftigen Rauchgase einzuatmen.
Kevin Fischer kam mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus, konnte dieses aber bald wieder verlassen.

Ohne die mutige Unterstützung von Alexandra Warmuth hätten sich die 15 übrigen Hausbewohner nicht so schnell in Sicherheit bringen können. Da sie sich hierfür glücklicherweise nicht in Lebensgefahr bringen musste, wird ihr eine öffentliche Belobigung ausgesprochen.

Rettungsmedaille für Rafael Rudtka aus Lünen

Am späten Abend des 3. Oktober 2012 kündigt eine 25-jährige Frau in der Leitstelle des Polizeipräsidiums Dortmund telefonisch ihren Selbstmord an.

Die polizeilichen Ermittlungen laufen augenblicklich auf Hochtouren und die Ortung ihres Mobiltelefons ergibt, dass sich die junge Frau wahrscheinlich im Dortmunder Industriehafen aufhalten muss. Weitere Prüfungen ergeben, dass dies nicht der erste Suizidversuch dieser Frau ist – sie hatte schon einmal versucht, sich durch Ertrinken das Leben zu nehmen.

Auf der Stelle werden Streifenwagen, Hubschrauber und Feuerwehr in den Hafen beordert.
Der damalige Kommissaranwärter Rafael Rudtka und ein Kollege (der auf eine namentliche Erwähnung und auf eine Ehrung verzichtet hat), sind mit die ersten, die die junge Frau mitten im Becken des Industriehafens entdecken. Sie versucht zwar immer wieder unterzutauchen, wirkt dabei aber völlig entkräftet.

Da sie sich bereits eine Weile im Wasser befindet und aufgrund der niedrigen Wassertemperatur von ca. 15 Grad schwebte die junge Frau akut in Lebensgefahr. Deshalb entschließen sich Herr Rudtka und sein Kollege nicht erst auf das Eintreffen des Feuerwehr-Löschbootes zu warten, sondern springen – trotz der kalten Witterung von elf Grad – ins Wasser.

Nach ca. 100 Metern können sie die junge Frau ergreifen. Regen und Dunkelheit erschweren die Orientierung – dennoch gelingt es den beiden, die unterkühlte und total erschöpfte Frau über Wasser zu halten. Das inzwischen eingetroffene Löschboot hat aufgrund der Dunkelheit große Schwierigkeiten, einen Zusammenstoß mit den sich im Wasser befindlichen Personen zu vermeiden. Nur sehr langsam und vorsichtig nähert es sich und erst, als der Hubschrauber eintrifft und die Gefahrenstelle ausleuchtet, gelingt die Bergung der jungen Frau und der zwei Beamten.

Ohne das beherzte Eingreifen der beiden Polizeibeamten wäre die junge Frau bis zum Eintreffen des Löschbootes ertrunken.

Rafael Rudtka und sein Kollege befanden sich ebenfalls in Lebensgefahr: auch sie selbst hätten einen Kälteschock erleiden und ertrinken können. Sie haben bei ihrer Rettungsaktion das Maß der ihnen obliegenden dienstlichen Pflichten erheblich überschritten.

Rettungsmedaille für Polizeikommissar Niklas Flore aus Paderborn

Am späten Abend des 27. November 2012, Polizeikommissar Niklas Flore und seine Ehefrau schlafen bereits, wird das Ehepaar durch Klingeln und lautes Klopfen an ihrer Wohnungstür in der oberen Etage des Dreifamilienhauses in Paderborn geweckt.

Eine Nachbarin ruft ihnen zu, dass es in der Erdgeschosswohnung des 80-jährigen Nachbarn brenne und die Feuerwehr bereits von ihrem Mann verständigt worden sei. Die Eheleute werfen sich in der Eile nur einen Bademantel über.

Beim Verlassen der Wohnung greift Niklas Flore schnell nach seinen Dienstschuhen, die ihm später noch gute Dienste erweisen werden.

Unter der Wohnungstür des Nachbarn quillt bereits Rauch hervor. Nachdem der alte Herr auf das laute Rufen und Klopfen von Niklas Flore nicht reagiert, läuft dieser vor das Haus und schiebt die Rollläden des Küchenfensters hoch.

Durch die Scheibe kann er einen Feuerschein und auch den Nachbarn erkennen und er läuft schnell wieder zurück zur Wohnungstür. Doch auch wiederholtes eindringliches Rufen und Klopfen führen zu nichts.

Also tritt Niklas Flore kurz entschlossen mit seinen schweren Schuhen die Wohnungstür ein. Dicker schwarzer Rauch quillt ihm durch den unbeleuchteten Flur entgegen. Niklas Flore holt noch einmal tief Luft, ehe er den Wohnungsflur betritt und zieht den sich weigernden und verwirrten Nachbarn aus seiner Wohnung.

Er übergibt ihn zur weiteren Betreuung an seine Frau und seine Nachbarin. Niklas Flore vermutet noch die Ehefrau des geretteten Nachbarn in der brennenden Wohnung – deshalb geht er nochmals zurück. Der starke Rauch nimmt ihm jedoch die Sicht und so bleibt seine Suche erfolglos. Was er nicht wissen konnte ist, dass sich die Ehefrau des alten Herrn zu der Zeit im Krankenhaus befand.

Inzwischen ist auch die Feuerwehr eingetroffen. Mit Atemschutzgeräten ausgestattet finden sie kurz darauf die bereits bewusstlose Haushaltshilfe des alten Ehepaares, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks zu Besuch bei dem Senior befand.

Sowohl der Senior als auch seine Haushaltshilfe werden mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht, das sie nach einigen Tagen wieder verlassen können.

Niklas Flore hat den beiden ohne Rücksicht auf seine eigene Gesundheit das Leben gerettet. Glücklicherweise trug er selbst keinen Schaden davon.

Rettungsmedaille für Gabriele Ehwald und Markus Blume aus

Am späten Abend des 7. Januar 2013 ertönt im Wohnbereich des Caritas-Seniorenzentrums in Arnsberg plötzlich Feueralarm.

Da die Notrufanlagen an den Betten der einzelnen Zimmer mit Brandmeldern gekoppelt sind, wird der Feueralarm sofort an die Leitstelle der Feuerwehr und über Handy an die Pflegekräfte weiter geleitet.

Der Pfleger Markus Blume schreibt gerade im Bereitschaftszimmer einen Bericht, als der Alarm ihn aufschreckt. Auf dem Weg zu dem brennenden Zimmer, das von zwei 74 und 78 Jahre alten Seniorinnen bewohnt wird, kommt ihm seine Kollegin Gabriele Ehwald entgegen und läuft mit ihm zum Unglücksort. Im Flur bemerken sie starken Brandgeruch.

Beim Öffnen der Zimmertür quillt den beiden Pflegekräften dicker schwarzer Rauch entgegen und nimmt ihnen fast vollständig die Sicht. Auf den ersten Blick können die beiden nur die Flammen auf einem der beiden Betten sehen.

Glücklicherweise ist der Fußboden noch rauchfrei, sodass sie den Standort der alten Damen an ihren Füßen ausmachen können. Die beiden Seniorinnen verharren völlig hilflos und starr vor Schreck in dem drohenden Inferno.

Gabriele Ehwald geht sofort in das Zimmer und führt eine nach der anderen hinaus in Sicherheit. Markus Blume bleibt trotz der giftigen Gase, die von jedem Brand ausgehen, im Zimmer und versucht mit einem Feuerlöscher, die Flammen wenigsten in Schach zu halten. Erst der wenig später eintreffenden Feuerwehr gelingt es, das Feuer endgültig zu löschen.

Gabriele Ehwald und Markus Blume haben den beiden Seniorinnen unter eigener Lebensgefahr das Leben gerettet. Ohne ihr schnelles beherztes Eingreifen, das vom Einsatzleiter der Feuerwehr als vorbildlich und professionell gelobt wurde, wären die beiden Seniorinnen womöglich in ihrem Zimmer verbrannt oder erstickt.

Gabriele Ehwald, Markus Blume und die beiden Seniorinnen werden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht, das sie aber glücklicherweise bald wieder verlassen können.

Rettungsmedaille für Felix Mensing aus Teltow

Im Februar 2013 verbringt der 13-jährige Felix Mensing die Berliner Schneeferien bei seinen Großeltern.

Am 5. Februar steht der Besuch des Freizeitbads AquaFun in Soest auf dem Programm. Beim Betreten des Badebereichs fällt Felix Mensing gleich eine Familie mit einem kleinen Kind auf, das im Wellenbecken spielt. In einem unbeobachteten Augenblick wird der dreijährige Junge vom Strömungskanal des Strömungsbeckens erfasst, verliert die Orientierung und das Bewusstsein.

Felix Mensing ist sofort klar, dass das hilflos treibende Kind in Gefahr ist. Er ruft laut seine Mutter zur Hilfe und versucht gleichzeitig, den Kleinen zu greifen. Selbst er hat große Schwierigkeiten, sich mit dem leblosen Kind über Wasser zu halten.

Die Strömung ist so stark, dass er durch das Gewicht des Kindes nach unten gezogen wird. Dennoch schafft er es, den kleinen Jungen zum Beckenrand zu bringen und seiner Mutter zu überlassen. Sie gibt das zu diesem Zeitpunkt leblose Kind an den Schwimmmeister, der sofort Rettungsmaßnahmen einleitet, die schnell Wirkung zeigen.

Der kleine Junge wird ins Klinikum der Stadt Soest gebracht, kann das Krankenhaus aber bereits am folgenden Tag gesund verlassen.

Felix Mensing hat dem Kind das Leben gerettet. Er selbst hat zwar keine körperlichen Verletzungen davon getragen, sein Einsatz wird aber aufgrund der relativ starken Strömung als selbstgefährdend eingeschätzt.

Rettungsmedaille für Yilmaz Acer (posthum), Konrad Spilles, Michael Küppers, Joachim Klein, Anke Irmer und Sonja Krings aus Köln

Nach einem über 30°C heißen Sommertag nutzen viele Menschen den Abend des 18. Juni 2013, sich am Rheinufer abzukühlen.

Am Molenkopf in Köln-Niehl spielt ein zehnjähriger Junge mit seinen Freunden im seichten Wasser, während seine Mutter und deren Freundin in der Nähe der Kinder am Ufer sitzen. Plötzlich wird der Junge von der Strömung mitgerissen.

Da beide Frauen nicht schwimmen können, rufen sie laut um Hilfe. Yilmaz Acer angelt nur wenige Meter entfernt.

Als er die Hilferufe hört, eilt er zur Unglücksstelle und springt ins Wasser. Er schafft es noch, das Kind aus der Strömung in Richtung Ufer zu ziehen, wird dann jedoch selbst von der Rheinströmung erfasst. Wieder rufen die Frauen verzweifelt um Hilfe.

Konrad Spilles, der auch am Ufer sitzt, zögert nicht lange, springt ins Wasser und bringt den geschockten, aber körperlich unversehrten Jungen an Land. Dabei bemerkt Konrad Spilles zunächst nicht, dass ihm sein Freund Michael Küppers ins Wasser gefolgt ist. Dieser versucht inzwischen vergeblich, den apathisch wirkenden Yilmaz Acer über Wasser zu halten und mit ihm ans Ufer zu schwimmen.

Doch die Anstrengung ist zu groß und beide drohen unterzugehen. Trotz seiner eigenen Erschöpfung springt Konrad Spilles erneut in den Rhein, taucht bis zum Grund, stößt sich kräftig ab und kann so Yilmaz Acer mit Schwung wieder an die Wasseroberfläche befördern.

Selbst zu zweit schaffen es Konrad Spilles und Michael Küppers nicht, den mittlerweile bewusstlosen Yilmaz Acer ans Ufer zu schleppen. Sie schreien um Hilfe. Von den am Ufer stehenden Zuschauern folgt zunächst nur Joachim Klein ihrer Aufforderung. Aber auch mit seiner Unterstützung gelingt es nicht, den Bewusstlosen aus der Strömung heraus zum Ufer zu ziehen.

Die Freundinnen Anke Irmer und Sonja Krings sehen die Not der Männer und helfen. Sonja Krings bleibt bauchtief im Wasser stehen und sichert Anke Irmer, die ihrerseits zu den Männern schwimmt und mit anfasst, mit einer Hundeleine.

Als die Retter mit Yilmaz Acer das Ufer erreichen, beginnt ein zufällig anwesender Arzt erfolgreich mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Die eintreffenden Rettungskräfte können Yilmaz Acer in stabilem Zustand ins Krankenhaus bringen. Leider verstirbt er wenige Tage nach seiner selbstlosen Rettungstat.

Yilmaz Acer und Konrad Spilles haben den Jungen vor dem Ertrinken bewahrt. Auch die Retter von Yilmaz Acer haben ihr Leben aufs Spiel gesetzt, da das Baden im Rhein wegen der unberechenbaren Strudel und der Kälte selbst für geübte Rettungsschwimmer lebensgefährlich ist.

Sie alle haben Ihr Leben riskiert und damit das Leben anderer Menschen gerettet. Es ist tragisch, dass Yilmaz Acer sein Leben verloren hat. Ohne seinen mutigen Einsatz hätte es für den Jungen keine Rettung gegeben. Wir verneigen uns mit großem Respekt vor Yilmaz Acer und werden ihn und seine mutige Tat in Erinnerung behalten.

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