Integration: "Es kommen zu wenig"

12. Oktober 2010

Minister Guntram Schneider: „In unser Land kommen nicht zuviel, sondern zu wenig Zuwanderer“ / Land nimmt Förderung von Arbeitslosenberatungsstellen und -zentren wieder auf / Jährlich stehen fünf Millionen Euro bereit

Integrationsminister Guntram Schneider bezeichnete die Forderung nach einem Zuwanderungstopp für Menschen aus anderen Kulturkreisen als aberwitzig. Es gebe inzwischen mehr Auswanderer als Einwanderer. „Unser Problem ist nicht zuviel, sondern zu wenig Einwanderung", sagte Schneider mit Blick auf den absehbaren Fachkräftemangel.

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales teilt mit:

Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Guntram Schneider hat den Vorsitz der Integrationsministerkonferenz an die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Malu Dreyer übergeben. „Ich wünsche Malu Dreyer viel Erfolg für diese wichtige Aufgabe – sie wird auch in Zukunft auf die gute Zusammenarbeit mit Nordrhein-Westfalen setzen können“, sagte Minister Schneider heute in Mainz bei der Stabübergabe an seine rheinland-pfälzische Amtskollegin. Gemeinsam erklärten Guntram Schneider und Malu Dreyer: „Integration ist ein Thema, das die Men­schen bewegt, das zeigen nicht nur die Diskussionen der vergangenen Wochen. Wir wissen, dass wir schon viel erreicht haben, sehen aber auch die Herausforderungen, die noch zu bewältigen sind.“

Minister Schneider bedankte sich gleichzeitig bei seinen Kolleginnen und Kollegen aus den Ländern für die gute Zusammenarbeit. „Integra­tion findet vor Ort statt. Deshalb ist es gut, dass die Länder heute so gut und zielorientiert in der Integrationspolitik zusammenarbeiten“, betonte Schneider. Nordrhein-Westfalen hatte den Vorsitz der Integrationsmi­nisterkonferenz am 1. Oktober 2009 übernommen und am 1. Oktober 2010 offiziell an die für Integration zuständige rheinland-pfälzische So­zialministerin Malu Dreyer abgegeben. Sie ist nun ein Jahr lang Vor­sitzende.

Minister Schneider ging auch auf die aktuelle Debatte um Zuwanderung ein. „Die Forderung nach einem Zuwanderungstopp für Menschen aus anderen Kulturkreisen ist aberwitzig. Sie führt in die komplett falsche Richtung und entbehrt jeder Grundlage“, sagte Schneider. Deutschland sei ein weltoffenes Land. „Gerade die Öffnung nach Außen hat uns stark gemacht. Kulturelle Vielfalt ist ein wichtiger Baustein – auch für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes“, erläuterte der Minister.

Mit Blick auf den absehbaren Fachkräftemangel könne auf die Potenti­ale der Zuwanderer nicht verzichtet werden, betonte Schneider. Auch wäre heute ohne die Zuwanderung in den vergangenen Jahrzehnten die demographische Situation noch schwieriger als ohnehin schon. „Die Zuwanderer haben die Bevölkerung in Deutschland und Nordrhein-Westfalen ohne Zweifel verjüngt“, erklärte der Minister. Er unterstrich, dass es hierzulande inzwischen mehr Auswanderer als Einwanderer gebe. Im Jahr 2009 seien 146.000 Menschen aus dem Ausland nach Nordrhein-Westfalen zugewandert - aber 150.000 seien weggegangen. „Unser Problem ist daher nicht zuviel, sondern zu wenig Zuwanderung“, stellte Schneider klar.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales, Telefon 0211 855-3118.

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