NRW-Studie zeigt Zunahme befristeter Jobs

29. November 2010

Minister Guntram Schneider: „Das Normalarbeitsverhältnis ist nicht mehr der Normalfall“ / NRW-Studie zeigt Zunahme befristeter Jobs

Befristete Arbeitsverträge und andere unsichere Beschäftigungsformen haben weiter zugenommen. Dies zeigt eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung für Nordrhein-Westfalen, die Mi­nister Guntram Schneider vorgestellt hat. „Die Studie bestätigt unseren Kurs, prekäre Beschäftigung zurückzudrängen und das Prinzip ‚Gute Arbeit’ durchzusetzen“, betonte der Minister.

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales teilt mit:

Befristete Arbeitsverträge und andere unsichere Beschäftigungsformen haben weiter zugenommen. Dies zeigt eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung für Nordrhein-Westfalen, die Mi­nister Guntram Schneider heute vorgestellt hat. „Die Studie bestätigt unseren Kurs, prekäre Beschäftigung zurückzudrängen und das Prinzip ‚Gute Arbeit’ durchzusetzen“, betonte Minister Schneider.

Im letzten Jahr erhielt erstmals mehr als die Hälfte der neu Eingestellten nur einen befristeten Arbeitsvertrag. „Wenn dieser Trend anhält, wird das sogenannte Normalarbeitsverhältnis irgendwann zum Auslaufmo­dell“, sagte der Minister. Während im Jahr 2001 noch drei Viertel (75 Prozent) aller neuen Arbeitsverhältnisse auf unbefristete Zeit abge­schlossen wurden, waren es im Jahr 2009 weniger als die Hälfte (48 Prozent) Die übrigen 52 Prozent waren Zeitverträge.

Zwar sind die Zahlen für 2009 vor dem Hintergrund der Krise zu sehen, aber es ist ein deutlicher Trend: Der Anteil der befristet Beschäftigten an allen Beschäftigten ist in NRW wie im übrigen Bundesgebiet in den letzten Jahren gestiegen. Lag er in 2000 noch unter fünf Prozent, so ist er im Jahr 2004 über die Marke von fünf Prozent, 2007 über sechs Pro­zent und 2008 auf über siebe Prozent gestiegen.
„Besondere Sorgen macht mir, dass gerade die Schwächsten am Ar­beitsmarkt das höchste Risiko tragen“, sagte Schneider weiter. So habe die Studie gezeigt, dass eine befristete Beschäftigung umso kürzer ist, je geringer die Anforderung in dem Job und damit in der Regel auch die Bezahlung ist.

Die Forscher haben sich beispielsweise Betriebe angesehen, die be­fristet Beschäftigte vor allem bei einfachen Tätigkeiten einsetzen. Hier gaben mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Betriebe an, am häufigsten Verträge mit einer Laufzeit bis zu sechs Monaten abzuschließen. Ganz anders sieht es bei Betrieben aus, in denen hauptsächlich befristet Be­schäftigte mit Fachhochschul- oder Hochschulabschluss arbeiten. Deut­lich mehr als die Hälfte der Betriebe (56 Prozent) nannte hier Vertrags­laufzeiten von mehr als einem Jahr.

Großbetriebe nutzen befristete Beschäftigung deutlich häufiger als kleine Betriebe, Beschäftigte im Dienstleistungssektor sind öfter betrof­fen als Beschäftigte im Produzierenden Gewerbe. Arbeitsminister Schneider: „Im Gesundheits- und Sozialwesen werden mittlerweile bei 65 Prozent aller Neueinstellungen befristete Verträge abgeschlossen. Das ist ein Bereich in dem sehr viele Frauen arbeiten, die hier also ein besonders hohes Risiko tragen.“
Die Untersuchung zeigt auch, dass Teilzeitbeschäftigung zu einem ho­hen Anteil geringfügige Beschäftigung ist: Rund die Hälfte der Teilzeit­beschäftigten hatte einen so genannten Mini-Job. Die geringfügige Beschäftigung lag 2009 mit 13 Prozent um einen Prozentpunkt höher als im Vorjahr.

Die meisten der geringfügig Beschäftigten sind im Dienstleistungssektor tätig. So beträgt der Anteil der geringfügig Beschäftigten in der Branche Handel/Reparatur von KFZ beispielsweise 20 Prozent, bei den übrigen Dienstleistungen (z.B. Hotels, Gaststätten und Friseure) sogar 30 Pro­zent. Von geringfügiger Beschäftigung spricht man bei Jobs mit einem Entgelt von nicht mehr als 400 Euro oder Beschäftigungszeiten von ma­ximal zwei Monaten pro Jahr.

Die aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderte Studie wurde im Auftrag des NRW-Arbeitsministeriums vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt. Es handelt sich um eine Sonderauswertung im Rahmen einer jährlichen Arbeitgeberbefragung durch das IAB. Alle Zahlen beziehen sich jeweils auf das erste Halbjahr. Die Befragung wird jährlich im dritten Quartal durchgeführt, Stichtag ist jeweils der 30. Juni.

Die Untersuchung mit dem vollständigen Titel „Umfang, Struktur und Determinanten besonderer Beschäftigungsformen. Ausgewählte Ergeb­nisse der nordrhein-westfälischen Stichprobe des IAB-Betriebspanels 2009“ steht auf den Internetseiten des NRW-Arbeitsministeriums zum Download zur Verfügung: www.mais.nrw.de

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales, Telefon 0211 855-3118.

Weitere

Pressemitteilungen

Weitere

Informationen

Pressefotos

Download

Keine Ergebnistreffer

Kontakt

Pressestelle

Keine Ergebnistreffer

Verwandte

Meldungen

Verwandte

Themen

Information

Downloads

Keine Ergebnistreffer

Links

Zum Thema

Information

Karte

Abonnieren

Newsletter

Abonnieren Sie hier den Newsletter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen oder bestellen Sie ihn ab.