Strategie zur Anpassung an den Klimawandel

29. April 2009

Minister Eckhard Uhlenberg stellt Strategie zur Anpassung an den Klimawandel vor

Bei einer Fachtagung im Düsseldorfer Landtag hat Umweltminister Eckhard Uhlenberg heute die Strategie Nordrhein-Westfalens zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels vorgestellt. „Selbst wenn es uns gelingt, die ehrgeizigen Klimaschutzziele zu erreichen und die globale Erwärmung auf etwa zwei Grad Celsius zu begrenzen, wird bereits ein solcher Temperaturanstieg einschneidende Folgen mit sich bringen – auch bei uns in Nordrhein-Westfalen“, erklärte heute der Minister.

Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz teilt mit:

Bei einer Fachtagung im Düsseldorfer Landtag hat Umweltminister Eckhard Uhlenberg heute (29. April 2009) die Strategie Nordrhein-Westfalens zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels vorgestellt. „Selbst wenn es uns gelingt, die ehrgeizigen Klimaschutzziele zu erreichen und die globale Erwärmung auf etwa zwei Grad Celsius zu begrenzen, wird bereits ein solcher Temperaturanstieg einschneidende Folgen mit sich bringen – auch bei uns in Nordrhein-Westfalen“, erläuterte der Minister die Bedeutung des Themas. „Es ist daher dringend notwendig, dass wir uns schon heute auf das Klima von morgen einstellen. Nur so können wir die Auswirkungen des Klimawandels auf Mensch und Umwelt verringern und neue Chancen nutzen.“

Die Basis für die nordrhein-westfälische Strategie zur Anpassung sind kleinräumige Klimaprojektionen, anhand derer mögliche Auswirkungen des Klimawandels ermittelt wurden. Dargestellt werden die voraussichtlichen Folgen der Klimaveränderungen für acht unterschiedliche Lebens-, Umwelt- und Wirtschaftsbereiche: Landwirtschaft und Boden, Wald- und Forstwirtschaft, biologische Vielfalt, Wasserwirtschaft, Tourismus, Gesundheit, Städte und Ballungsräume sowie Anlagensicherheit. In der Strategie werden zudem Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel beschrieben. Da die Folgen des Klimawandels von Region zu Region unterschiedlich sein werden, geht die Strategie explizit auf die regionalen Besonderheiten Nordrhein-Westfalens ein.

„Mit der Anpassungsstrategie wollen wir das Wissen um die regionalen Folgen des Klimawandels erweitern und den Menschen in Nordrhein-Westfalen Handlungsoptionen anbieten“, sagte Uhlenberg. Das Umweltministerium selbst führt derzeit 27 Forschungsprojekte speziell zum Themenbereich Anpassung durch.

Die Dringlichkeit und das breite gesellschaftliche Interesse an der Thematik bestätigen auch die fast 300 Tagungsbesucher, unter ihnen Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft, Politik und Verbänden sowie der nordrhein-westfälischen Städte und Gemeinden.

Die Inhalte der Anpassungsstrategie in Kürze:

• Nach den Berechnungen des Ministeriums ist bis zur Mitte des Jahrhunderts in Nordrhein-Westfalen von einer Klimaerwärmung um durchschnittlich etwa 1,9 Grad Celsius auszugehen. Die Niederschläge werden in diesem Zeitraum voraussichtlich um etwa fünf Prozent zunehmen. Es ist zudem mit einer deutlichen Verschiebung der Niederschläge von den Sommer- in die Wintermonate zu rechnen. Während in allen Regionen Nordrhein-Westfalens ähnliche Temperaturtrends zu verzeichnen sind, verteilt sich die Niederschlagszunahme ungleichmäßig über das Land: Vor allem in gebirgigem Gelände, das heißt im Sauerland und im Weserbergland, werden den Berechnungen zufolge die Niederschläge zunehmen. In der Niederrheinischen Bucht hingegen sind sogar leichte Niederschlagsrückgänge zu erwarten.

• In den meisten Regionen Nordrhein-Westfalens wird die Landwirtschaft voraussichtlich eher von den zu erwartenden Klimaänderungen profitieren. Wärmere Temperaturen, eine damit verbundene längere Vegetationsperiode und die in vielen Regionen Nordrhein-Westfalens auch künftig ausreichende Verfügbarkeit von Wasser können zu Steigerungen der Erträge führen. Der Fokus der Anpassungsmaßnahmen sollte sich daher auf die Regionen richten, in denen die Böden eine geringe Kapazität zum Speichern von Wasser besitzen und bereits Rückgänge der Erträge zu verzeichnen waren.

• Für Teile des Sauerlands, des Weserberglands, des Niederrheins und des Westfälischen Tieflands ist vor allem in den Wintermonaten mit einer Zunahme der Orkanhäufigkeit zu rechnen. Für die dortigen Wälder bedeutet diese Entwicklung eine deutliche Zunahme des Risikos von Sturmschäden. Durch vorbeugende waldbauliche und technische Maßnahmen können die Auswirkungen der Klimaänderung auf die Waldbestände gemindert werden.

• Die in Nordrhein-Westfalen zu erwartenden klimatischen Änderungen können erhebliche Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, die Zusammensetzung von Lebensgemeinschaften und die Verbreitungsgebiete von Pflanzen- und Tierarten haben. Insbesondere Feuchtlebensräume reagieren sehr sensibel auf Klimaänderungen. Notwendig sind vor allem Anpassungsmaßnahmen, die die Dynamik von Ökosystemen und das natürlich vorhandene Potential zur Anpassung unterstützen.

• Der Wintersporttourismus in Nordrhein-Westfalen ist besonders anfällig gegenüber den zu erwartenden Klimaänderungen. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte ist mit einer deutlichen Abnahme der natürlichen Schneetage zu rechnen.

• In fast ganz Nordrhein-Westfalen ist eine mittlere bis sehr hohe Zunahme der Anfälligkeit gegenüber Hitze zu erwarten. Besonders betroffen sind hiervon die dicht bebauten Ballungszentren und Großstädte des Ruhrgebiets, in denen häufig kein ausgleichender Effekt durch Grünflächen oder ausreichend Frischluftzufuhr gewährleistet ist.

Weitere Informationen zur Klimaanpassungsstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter www.klimawandel.nrw.de.

 

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