Milchbauern müs­sen zahlungsfähig bleiben

13. Mai 2009

Minister Eckhard Uhlenberg: Milchbauern müs­sen zahlungsfähig bleiben

Die aktuellen Milchpreise sind für viele Betriebe nicht kostendeckend und gefährden zunehmend die Zahlungsfähigkeit. Das wurde beim Gespräch von Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg mit Vertretern des Berufstands, der Molkereien und der Wissenschaft deutlich.

Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz teilt mit:

Die aktuellen Milchpreise sind für viele Betriebe nicht kostendeckend und gefährden zunehmend die Zahlungsfähigkeit. Das wurde beim Gespräch von Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg mit Vertretern des Berufstands, der Molkereien und der Wissenschaft am Dienstag (12. Mai 2009) in Düsseldorf deutlich. Uhlenberg: „Die Liquidität ist mittlerweile in vielen Betrieben so angespannt, dass wir rasch handeln müssen. Deshalb habe ich durch Umschichtungen im Landeshaushalt befristet für zwei Jahre Liquiditätshilfen in Höhe von bis zu vier Millionen Euro bereitgestellt. Mit den Mitteln werden wir die Beitragskosten der Milchleistungsprüfung um rund 15 Prozent senken und die Zinsen auf die Liquiditätshilfedarlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank um bis zu zwei Prozent verbilligen. Die verbilligten Liquiditätshilfedarlehen werden über die Hausbanken ausgereicht. Die Mittel sollen kurzfristig bereitgestellt werden. Zur Klärung der Modalitäten und Konditionen wird mein Haus noch in dieser Woche mit dem Landeskontrollverband und den Banken sprechen“.

Uhlenberg machte deutlich, dass sich die Bauern und Molkereien zu­künftig auf einen weitgehend freien Milchmarkt mit entsprechend schwankenden Preisen einstellen müssen. „Es ist keinem Milcherzeuger geholfen, hier Hoffungen zu wecken, dass es auch nach 2015 eine staatliche Quotenregelung gibt. Dafür gibt es weder in Deutschland noch in der EU eine Mehrheit. Daher muss sich die Milchproduktion künftig am Markt und nicht an der Milchquote orientieren“, ist der Minis­ter überzeugt. Er stellte klar, dass der Staat nicht für den Milchpreis verantwortlich ist. Diesen müssen die Wirtschaftsbeteiligten miteinander aushandeln, also Berufstand, Molkereien und Handel. „Es gibt nun ein­mal keine Möglichkeiten der Politik, direkt einzugreifen. Es ist aber auch nicht richtig, wenn ein gesundes und qualitativ hochwertiges Produkt wie Milch vom Handel zu Niedrigstpreisen verramscht wird. Alle Marktteil­nehmer müssen hier ihrer Verantwortung gerecht werden. Dazu gehört auch, dass die Milcherzeuger über den Milchpreis ein auskömmliches Einkommen erwirtschaften können, sonst darf man sich nicht wundern, wenn eines Tages nicht mehr genug Milch aus heimischer Erzeugung produziert wird und unsere Grünlandregionen veröden“, sagte Uhlen­berg.

„Um die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu stärken, hat die Landes­regierung ein umfassendes Maßnahmepaket für die Milchviehhalter, bestehend aus Investitionsförderung, Ausgleichszulage und Weideprämie, auf den Weg gebracht“, erklärte der Minister.

Um das Image der Milch und den Absatz von Milchprodukten zu verbessern, sind alle Beteiligten aufgefordert, ihren Beitrag zu leisten. „Hier haben wir noch viel Potenzial“, versichert Uhlenberg. Die Schulmilchförderung und die nordrhein-westfälischen Milchwege sind dafür gute Beispiele. Nordrhein-Westfalen nimmt hier eine führende Rolle ein. Über 40 Prozent des gesamten Schulmilchabsatzes in Deutschland (38.000 Tonnen) entfallen auf das größte Bundesland. Mit dem, zusammen mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten, Schulmilchprojekt soll dieser Anteil weiter gesteigert werden. Erste Ergebnisse bestätigen: Das Projekt ist erfolgreich. Der Verbrauch von Schulmilch konnte um ein Drittel gesteigert werden. Noch wichtiger ist aber nach Auffassung des Ministers die langfristige Wirkung: „Wer sich als Kind für Milch und Milchprodukte begeistert, wird ihnen ein Leben lang die Treue halten.“

Weitere

Pressemitteilungen

Weitere

Informationen

Pressefotos

Download

Keine Ergebnistreffer

Kontakt

Pressestelle

Keine Ergebnistreffer

Verwandte

Meldungen

Verwandte

Themen

Information

Downloads

Keine Ergebnistreffer

Links

Zum Thema

Information

Karte

Abonnieren

Newsletter

Abonnieren Sie hier den Newsletter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen oder bestellen Sie ihn ab.