Minister Uhlenberg kürt Bocholt und Saerbeck zur NRW-Klimakommune

6. März 2009

Minister Eckhard Uhlenberg kürt Bocholt und Saerbeck zur NRW-Klimakommune

Umweltminister Eckhard Uhlenberg ernennt zwei Kommunen zu Siegern des Wettbewerbs „Aktion Klimaplus – NRW-Klimakommune der Zukunft“. Zukünftig tragen die Stadt Bocholt und die Gemeinde Saerbeck den Titel „NRW-Klimakommune“.

Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz teilt mit:

Umweltminister Eckhard Uhlenberg ernennt zwei Kommunen zu Siegern des Wettbewerbs „Aktion Klimaplus – NRW-Klimakommune der Zu­kunft“. Zukünftig tragen die Stadt Bocholt und die Gemeinde Saerbeck den Titel „NRW-Klimakommune“. Beide Kommunen konnten die Jury von ihrem Konzept überzeugen, wie im ländlichen Raum Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels in die Praxis umgesetzt werden können.

„Sowohl Bocholt als auch Saerbeck konnten durch ein schlüssiges Kon­zept überzeugen, welches jeweils hervorragend auf ihre lokale Situation zugeschnitten ist“, erläutert Minister Uhlenberg. „Bocholt steht dabei Modell für ein ländlich geprägtes Mittelzentrum und Saerbeck für eine kleine Gemeinde im ländlichen Raum. Ich schließe mich daher sehr gerne der überzeugenden Empfehlung der Jury an und beglückwünsche Bocholt und Saerbeck zu ihrem Erfolg.“

Die ausgelobte Fördersumme wird geteilt. Bocholt erhält als erster Sie­ger 2,2 Millionen Euro zur Umsetzung ihrer geplanten Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen und Saerbeck als zweiter Sieger 1,1 Mil­lionen Euro. Die Jury mit Vertretern der Architekten- und der Hand­werkskammer, der Verbraucherzentrale und der Energieagentur ließ keinen Zweifel an der Praxisnähe und Umsetzbarkeit der Sieger-Kon­zepte und votierte einstimmig für Bocholt und Saerbeck.

„Ich möchte unterstreichen, dass auch die unterlegenen Kommunen Burbach, Rheine und Schmallenberg zu den fünf besten des Wettbe­werbs gehören und vielfältige und kreative Bewerbungen eingereicht haben. In meinen Augen gehören sie damit ebenso zu den Siegern des gesamten Wettbewerbs“, betont Minister Uhlenberg. „Die erarbeiteten Konzepte sind zu wertvoll, um in der Schublade zu verschwinden. Das Umweltministerium beabsichtigt, auch diese drei Kommunen bei der Umsetzung weiter zu begleiten und zu unterstützen.“

Die knapp 74.000 Einwohner starke Stadt Bocholt sieht ihre größten Potenziale zur Vermeidung von CO2-Emissionen bei der Senkung des Verbrauchs von Wärme in Wohn- und Gewerbegebäuden sowie in ei­nem alternativen Verkehrskonzept. Schwerpunkt wird sein, durch inten­sive Beratung und Förderung die energetische Gebäudesanierung wei­ter auszubauen. Angedacht sind dabei Maßnahmen wie ein straßen­zugsweise durchgeführter Heizungscheck, die Einrichtung eines Sanie­rungsstammtischs und Mustersanierungen als offene Baustelle. Der Stadtteil Fildeken, ein ehemaliges Arbeiterquartier mit überwiegend al­tem Gebäudebestand, soll dabei Vorreiter für die Gesamtstadt werden. Im Verkehrskonzept der Stadt Bocholt steht das Fahrrad im Mittelpunkt. Mit einer „Fahrrad-Offensive“ soll der Radwegeanteil von derzeit 30% auf 50% steigen. Zum Konzept gehören auch der Ausbau fehlender Verbindungen im Radwegenetz, fahrradfreundliche Ampelschaltungen und eine verbesserte Fahrradmitnahme in Stadtbussen. Darüber hinaus sollen Stromladestationen für Elektrofahrräder angeboten werden, um das Fahrrad auch für ältere Menschen attraktiver zu gestalten. Für den Bereich Anpassung an den Klimawandel hat Bocholt eine sehr detail­lierte Analyse der lokal zu erwartenden Folgen des Klimawandels erar­beitet. Demnach wird sich die Stadt insbesondere gegen zunehmende Starkregenereignissen, Hochwasser und Stürme wappnen müssen. Um sich gegen solche Ereignisse zu schützen, werden zum Beispeil an der Bocholter Aa Retentionsräumen geschaffen und Lücken im Wallhecken­system zum Schutz vor Winderosion geschlossen.

Saerbeck hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 eine positive Energiebilanz zu erreichen und so sämtliche fossile CO2-Emissionen der Gemeinde durch regenerative Energien zu kompensieren. Als Etappenziel soll die Gemeindeverwaltung bereits bis 2018 klimaneutral werden. Saerbeck findet hierfür eine breite Unterstützung bei ihren mehr als 7.000 Bürge­rinnen und Bürgern. Die vielfältigen Projektideen werden begleitet von einem beispielhaften und sehr praxisnahen Bildungskonzept unter Ein­bindung von Schulen, Kindergärten, Vereinen, der katholischen Pfarr­gemeinde und der gemeinnützigen Bildungseinrichtung „CAJ-Werkstatt“. So soll beispielsweise der Neubau einer Heizzentrale auf Basis nach­wachsender Rohstoffe und das angeschlossene Nahwärmenetz als „gläserne“ Technik aufbereitet werden, um allen Interessierten anschau­lich die Versorgung mit erneuerbaren Energien nahe zu bringen. Als ländlich strukturierte Gemeinde sind die Bereiche Landwirtschaft, Bo­denschutz und der Erhalt der Biodiversität in besonderem Maß von den Folgen des Klimawandels betroffen. Um die Entwicklung in diesen Be­reichen zu analysieren und Maßnahmen zur Anpassung entwickeln zu können, beabsichtigt Saerbeck den Aufbau eines Monitoringsystems. In der längerfristigen Planung möchte die Gemeinde die Fläche des Muni­tionsdepots, die sie Ende 2010 erwirbt, zu einem Bioenergiepark aus­bauen.

Ziel der „Aktion Klimaplus“ ist, frühzeitig zukunftsweisende Ideen und Erfahrungen zu sammeln, wie Städte und Gemeinden im ländlichen Raum von Nordrhein-Westfalen mit dem Klimawandel und seinen Fol­gen umgehen können. Die erarbeiteten integrierten Konzepte zum Kli­maschutz und zur Klimaanpassung sollen weitere Städte und Gemein­den in Nordrhein-Westfalen zur Nachahmung inspirieren.

Weitere Informationen zum Wettbewerb sowie die Konzepte der beiden Siegerkommunen sind im Internet unter www.klimakommune.nrw.de zu finden.

 

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