Bedeutung von Familie und Freundeskreis gestiegen

11. Mai 2009

Minister Armin Laschet stellt Ergebnisse des neuen LBS-Kinderbarometers vor: „Bedeutung von Familie und Freundeskreis gestiegen“

„Die Bedeutung von Familie und Freundeskreis hat sich im Laufe der letzten zehn Jahre deutlich erhöht“, sagte Kinder- und Jugendminister Armin Laschet bei der Vorstellung des "LBS-Kinderbarometer Nordrhein-Westfalen". Ziel der Studie ist es, Kinder als Experten für ihre eigene Lebenswelt zu befragen und ihnen so eine Stimme zu verleihen.

Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration, die LBS, der Deutsche Kinderschutzbund Nordrhein-Westfalen und ProKids teilen mit:

„Die Bedeutung von Familie und Freundeskreis hat sich im Laufe der letzten zehn Jahre deutlich erhöht“, sagte heute (11. Mai 2009) Kinder- und Jugendminister Armin Laschet auf der gemeinsamen Pressekonfe­renz mit dem Deutschen Kinderschutzbund und der LBS in Düsseldorf. Laschet fügte hinzu, dass dieses Ergebnis deutlich mache, dass Kinder ihr zu Hause als sicherer empfinden und Eltern häufiger ansprechbar sind für die Belange der Kinder.

„Die aktuellen Ergebnisse des LBS-Kinderbarometers machen aber auch deutlich, dass unsere Kinder sich zu früh von ihrer Kindheit verab­schieden und zu früh erwachsen werden. Waren einst Arbeitslosigkeit und Armut noch Probleme der Erwachsenen, so dringen sie heute auch immer stärker in die Kinderzimmer vor“, so der Minister.

Das LBS-Kinderbarometer Nordrhein-Westfalen wird jährlich seit 1997 im Auftrag der LBS-Initiative „Junge Familie“ von dem ProKids-Institut für Sozialforschung der PROSOZ Herten GmbH durchgeführt. Ziel der Studie ist es, Kinder als Experten für ihre eigene Lebenswelt zu befra­gen und ihnen so eine Stimme zu verleihen. „Diese Art der Befragung ist in Deutschland nahezu einmalig“, erklärte Rainer Schäfer, Vorstand der LBS West.

Für die neueste Studie wurden im Frühjahr 2007 insgesamt 2.121 Kin­der der vierten bis siebten Klassen aus 93 nordrhein-westfälischen Schulen befragt. Minister Laschet: „Voller Optimismus blicken Kinder in die Zukunft: Mehr als drei Viertel der Kinder erwarten für sich persönlich ein gutes oder sehr gutes Leben. Eine Einstellung, an der sich manch Erwachsener ein Beispiel nehmen könnte.“ Demnach bereiten die Sorge um die Umwelt, Arbeitslosigkeit, Terror oder Krieg auch den neun- bis 14-jährigen Ängste.

Im Zentrum der alljährlichen Studie steht die Frage nach dem Wohlbe­finden der Kinder, das auch in der aktuellen Untersuchung in dem Be­reich "gut" liegt. In den Bereichen Familie, Schule und Wohnumfeld hat das Wohlbefinden in den vergangenen Jahren sogar leicht zugenom­men. Dennoch unterstreichen die Ergebnisse aus einem Jahrzehnt LBS-Kinderbarometer Nordrhein-Westfalen, dass die Sorgen der Erwachse­nenwelt auch in den Köpfen der Kinder präsent sind: „Die Schutzzone Kinderzimmer gibt es heute nicht mehr“, sagte Anja Beisenkamp vom ProKids-Institut.

Weltbewegende Ereignisse wie die Terroranschläge des 11. September 2001 oder die Afghanistankrise erschüttern das Wohlbefinden der Kin­der. Arbeitslosigkeit wird als eines der schwerwiegendsten Probleme unserer Gesellschaft wahrgenommen.

Auch die Umwelt ist in den Fokus gerückt: Die Angst vor Umweltzerstö­rung und Klimawandel spielte vor einem Jahrzehnt noch keine Rolle, rangiert aber heute auf Platz 2 der Zukunftsängste.

Nach jahrelangem Wachstum sinkt das durchschnittliche Taschengeld der Kinder seit 2004 wieder. Kinder müssen heute auch deutlich länger auf die Erfüllung ihrer Wünsche warten als noch vor zehn Jahren. „Die wirtschaftliche Drucksituation ist für die Kinder real spürbar geworden“, kommentierte Dieter Greese, Landesvorsitzender des Deutschen Kin­derschutzbundes in Nordrhein-Westfalen, die Studie. Da der Rückgang unabhängig vom beruflichen Status der Eltern sei, könne von einer ge­nerellen Belastung quer durch alle Familien- und Erwerbsformen ge­sprochen werden.

Erfreulich ist, dass die Kinder, obwohl sie die gesellschaftlichen Per­spektiven insgesamt eher skeptisch beurteilen, mit großer Zuversicht auf ihr späteres Leben blicken: 28 Prozent der Kinder glauben für sich persönlich an eine „sehr gute“, weitere 58 Prozent an eine „gute“ Zu­kunft. Ihre Erwartungen für die Zukunft aller Menschen in Deutschland sehen die Kinder hingegen deutlich negativer als ihre persönlichen Per­spektiven.

Der optimistische Blick in die Zukunft hat zugleich einen deutlich positi­ven Zusammenhang mit dem aktuellen Wohlbefinden der Kinder. „Wir müssen dafür sorgen, dass Kindern diese positive Einschätzung der eigenen Zukunft erhalten bleibt“, so Anja Beisenkamp vom ProKids-In­stitut. „Wir brauchen eine neue Kultur der Kinderfreundlichkeit, in der die Interessen und Bedürfnisse der Kinder von der Politik und von Verbän­den, in der Schule und dem Elternhaus systematisch berücksichtigt werden“, fordert Dieter Greese. „Daher engagieren wir uns auch weiter für das Kinderbarometer. Derzeit ist die erste gesamtdeutsche Studie in Vorbereitung, an der alle 16 Bundesländer mit mehr als 10.000 Schüle­rinnen und Schülern teilnehmen“, so Rainer Schäfer

Die komplette Studie des neuen LBS-Kinderbarometers NRW kann unter http://www.prosoz.de/fileadmin/redaktion/prokids/pdf/LBS-Kibaro-NRW-scr.pdf heruntergeladen werden.

Im Buchhandel ist der Band „Wie unsere Kinder denken: 10 Jahre LBS-Kinderbarometer NRW“ (ISBN 3-9810120-4-6) zum Preis von 9,80 Euro erhältlich.

 

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