Minister Laschet: „Kinderbetreuung in Nordrhein-Westfalen ist gut auf Kinder mit Zuwanderungsgeschichte zugeschnitten“

8. März 2010

Minister Armin Laschet: „Kinderbetreuung in Nordrhein-Westfalen ist gut auf Kinder mit Zuwanderungsgeschichte zugeschnitten“

„Wie IT NRW heute mitteilt, hat jedes dritte Kind unter sechs Jahren mindestens einen ausländischen Elternteil und somit eine Zuwan­derungsgeschichte - eine Situation, für die die Landesregierung ein breites, aufeinander abgestimmtes Paket an Förderangeboten bietet, mit denen diese Kinder besonders unterstützt werden“, erklärte Kinder- und Jugendminister Armin Laschet.

Zur heutigen Pressemitteilung von IT NRW teilt das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration mit:

„Wie IT NRW heute mitteilt, hat jedes dritte Kind unter sechs Jahren mindestens einen ausländischen Elternteil und somit eine Zuwan­derungsgeschichte - eine Situation, für die die Landesregierung ein breites, aufeinander abgestimmtes Paket an Förderangeboten bietet, mit denen diese Kinder besonders unterstützt werden“, erklärte heute (8. März 2010) Kinder- und Jugendminister Armin Laschet in Düsseldorf. Der Minister wies auf die Einführung der verpflichtenden, landesweiten Sprachtests für alle Vierjährigen, den Ausbau der zusätzlichen Sprach­förderung von sieben auf knapp 30 Millionen Euro, die Familienzentren Nordrhein-Westfalen und die „Rucksack“-Angebote der Regionalen Arbeitsstellen für Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien (RAA) hin.

„Eine gut entwickelte Sprachkompetenz ist das A und O für die soziale und kulturelle Integration. Vor allem aber für die Integration in den Bildungsprozess. Damit dies von Anfang an gelingt und kein Kind hinterherhinkt, muss eine entsprechende Förderung frühzeitig ein­setzen. Alle Kinder müssen bei der Einschulung die deutsche Sprache so gut beherrschen, dass sie dem Unterricht folgen können“, sagte Laschet. Um dies zu gewährleisten hat die Landesregierung seit 2007 ein Verfahren zur Feststellung der Sprachfähigkeit verbindlich einge­führt. Bereits zwei Jahre vor der Einschulung muss jedes Kind dieses Verfahren in Testform durchlaufen, damit es, wenn ein Bedarf fest­gestellt wird, individuell gefördert werden kann.

Nach § 36 Abs. 2 Schulgesetz wird seit der Einführung des Verfahrens bei allen vierjährigen Kindern (zwei Jahre vor der Einschulung) der individuelle Sprachstand nach der Sprachstandsfeststellung Delfin4 er­fasst. Unabhängig von ihrer Muttersprache erhalten alle Kinder, bei denen festgestellt wurde, dass ihre Deutschkenntnisse nicht alters­gemäß sind eine zusätzliche Sprachförderung.

Die Sprachförderung, die derzeit 77.000 Kinder erhalten, wird im An­schluss an Delfin4 in den Kindertageseinrichtungen und Familienzentren durchgeführt und findet ergänzend zur allgemeinen Sprachförderung statt, die generell Bestandteil des Bildungsauftrags der Kindertages­einrichtungen ist.

Das Land unterstützt die Tageseinrichtungen mit einem zusätzlichen Förderbetrag von 340 Euro (ab Kindergartenjahr 2010/2011 345 Euro) pro Jahr und pro Kind mit zusätzlichem Sprachförderbedarf, damit die pädagogischen Kräfte in den Einrichtungen Ressourcen, Materialien sowie zusätzliches Personal zur Verfügung haben, um sich dieser wichtigen Aufgabe zu widmen. Hierfür stehen im Haushaltsjahr 2010 rund 30 Millionen Euro zur Verfügung

Laschet: „Alle Kinder profitieren von diesem systematischen Verfahren, besonders kommt die zusätzliche Sprachförderung aber auch den Bedürfnissen der Kinder mit Zuwanderungsgeschichte zu Gute.“

Auch der deutliche Ausbau des Betreuungsangebotes der Plätze für Kinder unter drei Jahren verbessert insoweit insgesamt die Rahmen­bedingungen für die frühkindliche Bildung.

Mit dem Ausbau der Familienzentren setzt Nordrhein-Westfalen auf ein niedrigschwelliges Angebot, mit dem vor allem Familien aus Zuwan­dererfamilien besser erreicht werden. Vor allem in Regionen  wie dem Ruhrgebiet, die einen hohen Anteil von Familien mit Zuwanderungs­geschichte verzeichnen, gehören interkulturelle Angebote zum Standard der Familienzentren.

Darüber hinaus wird das Miteinander der Kulturen in den Familien­zentren gefördert. So gibt es zum Beispiel interkulturelle Eltern-Cafés, Baby-Treffs, Kleinkindgruppen und Mutter-Kind-Gruppen. Darüber hinaus existiert eine gute Zusammenarbeit mit den Integrations­agenturen, Elternvereinen und den Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA). Minister Laschet: „Die Familienzentren sind zu Orten der Begeg­nung der Kulturen geworden. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration und können den sozialen Aufstieg von Zugewanderten erleichtern.“

Zum 1. August 2010 wird es über 2.800 Kindertageseinrichtungen geben, die als Familienzentrum arbeiten. Seit 2006, dem Start des Programms, hat die Landesregierung 67,2 Millionen Euro für die Familienzentren investiert.

Das Projekt „Rucksack KiTa“ richtet sich an Eltern mit Zuwanderungs-geschichte und ihre Kinder im Alter zwischen vier und sechs Jahren. Während die Kinder die Kindertageseinrichtung besuchen, lernen ihre Mütter - und manchmal auch die Väter - dieselben Themenfelder, die ihre Kinder in der Kita behandeln, in der Muttersprache oder auf Deutsch kennen. So werden sie zu Experten für eine umfassende Sprachkompetenz ihrer Kinder und können diese auch zu Hause be­gleiten. Hierzu erhalten sie Anregungen für jeden Tag. In Nordrhein-Westfalen nehmen aktuell 3.755 Mütter an 344 Standorten an dem Programm teil.

Bei dem 2009 vom Institut für Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen zertifizierten Programm liegen Materialien auf Deutsch, Türkisch, Russisch, Arabisch, Serbisch, Kroatisch und Italienisch vor. Weitere Übersetzungen werden angestrebt.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration, Telefon 0211 8618-4338.

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