Jeder Deutsche steht in der Verantwortung für die ganze deutsche Geschichte

3. April 2009

Minister Armin Laschet: „Jeder Deutsche steht in der Verantwortung für die ganze deutsche Geschichte − auch junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“

„Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust und dem NS-Terror ist ein wesentlicher Bestandteil der Demokratie unseres Landes. Und: Sie gehören zu unserer Geschichte“, sagte Integrationsminister Armin Laschet heute auf einer Tagung der Bundeszentrale für politische Bildung.

Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration teilt mit:

„Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust und dem NS-Terror ist ein wesentlicher Bestandteil der Demokratie unseres Landes. Und: Sie gehören zu unserer Geschichte“, sagte Integrationsminister Armin Laschet heute (3. April 2009) auf der Tagung der Bundeszentrale für politische Bildung „Aktuelle Aspekte der Erinnerungskultur in Deutschland. Zur Arbeit in den Gedenkstätten für NS-Opfer“ in Bonn.

„Ein Viertel der Bevölkerung Nordrhein-Westfalens hat eine Zuwande­rungsgeschichte, unter Jugendlichen sind es mehr als ein Drittel und in Großstädten wie Köln hat fast die Hälfte der unter sechs Jährigen eine Zuwanderungsgeschichte“, so Laschet. Schule und Jugendbildung müssten sich hierauf einstellen. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehöre es, junge Menschen mit Wurzeln im Ausland genauso wie junge Ein­heimische für die Teilhabe an der Demokratie zu gewinnen. „Grundlage“ bilde das für jeden verbindliche Grundgesetz. „Es ist die Basis für ein friedliches Zusammenleben und ermöglicht es, Konflikte auf gleicher Augenhöhe auszutragen“, so der Minister.

Seit der Novellierung des Staatsbürgerschaftsrechts gelten alle seit 2000 in Deutschland geborenen und aufwachsenden Kinder von Aus­ländern als Deutsche. Laschet: "Selbstverständlich sind diese Jugend­lichen genauso wenig schuld an dem Verbrechen der Nationalsozialis­ten wie die überwiegende Mehrheit der heute in Deutschland Lebenden. Viele haben den Nationalsozialismus nicht bewusst erlebt oder wurden nach 1945 geboren. Aber: Jeder Deutsche steht in der Verantwortung für die ganze deutsche Geschichte!"

Der Minister fügte hinzu: „Gemeinsam getragene Verantwortung für die Geschichte heißt auch: Alle Zugewanderten müssen wissen, dass uns alle die deutsche Geschichte zu besonderer Sensibilität gegenüber je­der Form von Antisemitismus verpflichtet.“ Die politische Bildung und die Gedenkstätten, die an die NS-Verbrechen erinnern, stehen hier vor einer großen Herausforderung. Zwar äußert sich bislang auch in muslimisch geprägten Milieus nur eine Minderheit der Zugewanderten offen antisemitisch, aber jüngste Umfragen zeigen, dass unter jungen Muslimen Antisemitismus deutlich ausgeprägter ist: Bei einer Unter­suchung des Bundesinnenministeriums stimmten 15,7 Prozent der be­fragten jungen Muslime der Aussage zu, Juden seien überheblich und geldgierig; fast doppelt so viele wie unter gleichaltrigen, nichtmusli­mischen Jugendlichen. 

Für viele Pädagogen ist die Frage nicht immer einfach zu beantworten, wo die Grenze zwischen legitimer Kritik an der Politik Israels − für die natürlich dieselben Regeln gelten, wie für jeden anderen Staat auch − zum Antisemitismus überschritten wird. Manche weichen aus Unsicherheit dieser Auseinandersetzung aus. Das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten und die Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen haben deshalb die von Yad Vashem und dem Berliner Zent­rum für Antisemitismusforschung entwickelte Ausstellung „Antisemitis­mus? Antizionismus? Israelkritik?“ nach Nordrhein-Westfalen geholt. Begleitend zur Ausstellung bieten die Landeszentrale und das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten Fortbildungen für Lehrkräfte und Sozial­arbeiter an, in der dieser Frage nachgegangen wird und in der zugleich mit den Pädagogen Methoden und Strategien entwickelt werden, wie manifesten Formen von Antisemitismus in Schule und Jugendarbeit konkret begegnet werden kann.

„Zur Glaubwürdigkeit von politischer Bildung im Unterricht und in der Jugendarbeit zählt auch, sich auf mögliche Diskriminierungserfahrungen von zugewanderten, besonders muslimischen Jugendlichen einzulassen“, sagte Minister Laschet.

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